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Beteiligung

Für die Wahrnehmung und die Akzeptanz von Windenergievorhaben vor Ort sind Fragen der Verfahrens- und Verteilungsgerechtigkeit von großer Bedeutung. Beteiligungsstrategien helfen diese Gerechtigkeitsaspekte in der Planung und Umsetzung von Projekten angemessen zu berücksichtigen. Dabei können zwei Beteiligungsbereiche unterschieden werden:

  • die Beteiligung der Öffentlichkeit am Planungsprozess
    (Öffentlichkeitsbeteiligung) sowie
  • die finanzielle Beteiligung an der generierten Wertschöpfung
    (finanzielle Beteiligung).
© Messe Erfurt, 2015

Bei der Öffentlichkeitsbeteiligung an Planungsprozessen können formelle und informelle Beteiligungselemente unterschieden werden. Während formelle Öffentlichkeitsbeteiligung gesetzlich geregelt ist, handelt es sich bei informellen Beteiligungsprozessen um freiwillige Maßnahmen der Vorhaben- und Planungsträger. Diese können die lokale Bevölkerung mit proaktiven Informations- und Beteiligungsangebote im Vorfeld formeller Verfahren in die Projektplanung einbeziehen. In ersten Schritten können beispielsweise Hintergründe vermittelt, Spielräume identifiziert und angemessene Beteiligungsformen für das Projekt gefunden werden. Von einem solchen Vorgehen profitieren alle Seiten: Für die Menschen vor Ort kann die Verfahrensgerechtigkeit gestärkt und Möglichkeiten zu mehr Verteilungsgerechtigkeit eröffnet werden. Vorhaben- und Planungsträger können Kritik konstruktiv nutzen, vom Wissen lokaler Akteure profitieren, Planungsrisiken frühzeitig erkennen und damit gegebenenfalls Verfahrenskosten senken.

Durch finanzielle Beteiligung von Bürgern und Kommunen an der durch Windenergieanlagen vor Ort generierten Wertschöpfung wird die Verteilungsgerechtigkeit befördert. Dabei gibt es unterschiedliche Formen „aktiver“ und „passiver“ finanzieller Beteiligung an Windenergieprojekten:

Aktive finanzielle Beteiligung

  • Bürger produzieren aktiv mit (Bürgerwindpark als GmbH & Co. KG, eG, …)
  • Bürger finanzieren aktiv mit (Inhaberschuldverschreibung, Nachrangdarlehen, Sparbrief, Stille Beteiligung, …)

Passive finanzielle Beteiligung

  • der Anwohner (Flächenpacht, Anwohnerbonus, Direktvermarktung von Strom, …)
  • der Allgemeinheit (Bürgeranteil/ Bürgerstiftung, Kommune als Betreiber, gemeinwohlorientierte Ausgleichzahlungen,...)

 

Erfolgreiche Öffentlichkeitsbeteiligung und finanzielle Beteiligung sind häufig miteinander verknüpft – beispielsweise ist ein Bürgerwindpark ein mögliches Resultat frühzeitiger informeller Öffentlichkeitsbeteiligung einer Kommune. Bürgerwindprojekte stärken die Verankerung der Windenergie in der Bevölkerung und erweitern wiederum den Einfluss lokaler Akteure auf die Projektgestaltung und Umsetzung. Damit kann auch die Akzeptanz der Windenergieanlagen vor Ort effektiv gestärkt werden.