Fachagentur Windenergie an Land Fachagentur Windenergie an Land

Natur- und Artenschutz

© Peter Freitag / pixelio.de

Obwohl die Windenergie einen positiven Beitrag zum Klimaschutz und damit auch zur Erhaltung der Biodiversität leistet und die Nutzung fossiler Brennstoffe reduziert, können der Errichtung und dem Betrieb von Windenergieanlagen (WEA) Anforderungen des Natur- und Artenschutzes entgegenstehen.

Naturschutz

Nach § 35 Abs. 3 Nr. 5 Baugesetzbuch (BauGB) ist auch ein privilegiertes Vorhaben wie die Windenergie im Außenbereich unzulässig, wenn Belange des Naturschutzes dem entgegenstehen.

Belange des Naturschutzes ergeben sich aus dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG), aus den Naturschutzgesetzen der Länder sowie aus dem dazu erlassenen Ausführungsrecht, wie beispielweise aus Schutzgebietsverordnungen.

Artenschutz

Weitere restriktive Kriterien können sich aus dem Artenschutz ergeben. So ist es laut § 44 Abs. 1 BNatSchG verboten, Tiere der besonders geschützten Art zu töten, zu verletzen oder zu stören sowie ihre Fortpflanzungs- und Ruhestätten zu beschädigen oder zu zerstören. Vor allem Lebensräume von Vögeln und Fledermäusen können durch die Errichtung und den Betrieb von WEA beeinträchtigt werden.

Umweltprüfung

Im Rahmen der Regional- und der Bauleitplanung sind mögliche Auswirkungen auf Natur und Landschaft, unabhängig von naturschutzrechtlichen Anforderungen, immer zu prüfen. Das gesetzlich vorgeschriebene Verfahren ist dabei die Umweltprüfung (§ 9 Raumordnungsgesetz (ROG) bzw. § 2 Abs. 4 BauGB). Die Ergebnisse der Umweltprüfung sind dabei grundsätzlich bei der Abwägung der öffentlichen und privaten Belange zu berücksichtigen (§ 7 Abs. 2 Satz 2 ROG bzw. § 1 Abs. 7 BauGB). Verbotstatbestände nach § 44 BNatSchG sind der Abwägung nicht zugänglich.

Bei der Anlagenzulassung gemäß Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) ist - je nach Umfang des Vorhabens oder der Vorbelastung - eine vertiefte Umweltverträglichkeitsprüfung nach den Vorgaben des Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetzes (UVPG) durchzuführen.

Trend

Um den Ausbauzielen von Bund und Ländern gerecht zu werden, steigt der Flächenbedarf für die Windenergienutzung und es werden vereinzelt auch Windstandorte in Schutzgebieten ausgewiesen. Zusätzlich gewinnt in waldreichen Bundesländern der Ausbau der Windenergie im Wald an Bedeutung. Daraus resultieren sowohl neue wissenschaftliche und rechtliche als auch politische und gesellschaftliche Fragestellungen.

 

Weiterführende Informationen:

FA Wind Aktivitäten

  • Runder Tisch Vermeidungsmaßnahmen (fortlaufend): Unterlagen
  • Diskussionsveranstaltung am 17.11.2017 in Hannover: Ergebnisse aus dem Forschungsvorhaben PROGRESS und praxisrelevante Konsequenzen. Unterlagen
  • Diskussionsveranstaltung am 21.11.2015 in Berlin: Gutachterliche Stellungnahme zur rechtlichen Bedeutung des Helgoländer Papiers der Länderarbeitsgemeinschaft der Staatlichen Vogelschutzwarten 2015. Ergebnisse
  • Workshop am 21.07.2015 in Frankfurt am Main: Vereinbarkeit der Windenergie mit dem Schutz der Wildkatze. Workshop-Dokumentation
  • Workshop am 06.07.2015 in Kassel: Vermeidungsmaßnahmen für windenergieanlagensensible Vogel- und Fledermausarten. Workshop-Dokumentation und Unterlagen
  • Fachtagung am 04.11.2014 in Hannover: Vereinbarkeit der Windenergie mit dem Natur- und Artenschutz. Unterlagen

Weitere Fachliteratur

Feldermäuse und Windenergie

  • Hurst, J., Biedermann, M., Dietz, C., Dietz, M., Karst, I., Krannich, E., Petermann, R., Schorcht, W. & R. Brinkmann (2016): Fledermäuse und Windkraft im Wald. - Naturschutz und Biologische Vielfalt 153, Bonn - Bad Godesberg, 400 S.
  • Behr, O., Brinkmann, R., Korner-Nievergelt, F., Nagy, M., Niermann, I., Reich, M., Simon, R. (Hrsg.) (2015): Reduktion des Kollisionsrisikos von Fledermäusen an Onshore-Windenergieanlagen (RENEBAT II). - Umwelt und Raum Bd. 7, 368 S., Institut für Umweltplanung, Hannover. Hannover : Repositorium der Leibniz Universität Hannover, 2016 (Umwelt und Raum ; 7), 369 S.
  • Brinkmann R., Behr, O., Niermann I., Reich M. (2011) (Hrsg.): Entwicklung von Methoden zur Untersuchung und Reduktion des Kollisionsrisikos von Fledermäusen an Onshore-Windenergieanlagen. - Umwelt und Raum Bd. 4, Cuvillier Verlag, Göttingen

Vögel und Windenergie

Weiteres

Publikation


FA Wind (2017): Ergebnisse aus dem Forschungsvorhaben PROGRESS und praxisrelevante Konsequenzen

file:750 _blank

Ansprechpartnerin

Franziska Tucci

T +49 30 64 494 60-67
tucci[at]fa-wind.de

tucci[at]fa-wind.de - - "E-Mail an Franziska Tucci"