3. Auktion festigt Ungleichverteilung

23.11.2017

Zuschläge der Ausschreibungen 2017 zeigen deutliches Nord-Süd-Gefälle.

Die Auswertung der kürzlich veröffentlichten Ergebnisse der dritten und letzten Ausschreibung im Jahr 2017 bestätigt nochmals den deutlichen Überhang der bezuschlagten Windenergieanlagen (WEA) zugunsten des Nordens. Zu den drei Ausschreibungsterminen wurden Förderzusagen nach dem EEG für insgesamt 730 Windenergieanlagen erteilt. Diese bezuschlagten Windprojekte verteilen sich bundesweit auf 83 Landkreise in insgesamt 11 Bundesländer. Knapp 30 Prozent (211 WEA) der erfolgreichen Anlagen sind in Brandenburg geplant, ein Fünftel (150 WEA) der Auktionsgewinner sollen in Niedersachsen realisiert werden. In Mecklenburg-Vorpommern und in Nordrhein-Westfalen haben jeweils 90 Anlagen (12 Prozent) in den diesjährigen Ausschreibungen einen Zuschlag ersteigert; in Schleswig-Holstein waren 60 Anlagen in den Auktionen erfolgreich.

Die geografische Verteilung der 2017 bezuschlagten Windturbinen konzentriert sich weitaus stärker im Norden als dies beim Zubau im bisherigen Jahrzehnt der Fall war. Die Unterteilung des Bundesgebiets - in Anlehnung an die regionale Differenzierung der Bundesnetzagentur, die Kraftwerke „südlich von Frankfurt“ aus Gründen der Versorgungssicherheit regelmäßig als systemrelevant einstuft - entlang einer gedachten „Mainlinie“ zeigt, dass südlich davon (Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Saarland sowie Südhessen mit Landkreisen unterhalb des Mains) zwischen 2010 und Mitte 2017 im Schnitt ein Fünftel der neuen Windräder jährlich installiert wurde. Rund 80 Prozent der Neuanlagen wurden seither nördlich der Mainlinie gebaut. Die aktuelle Genehmigungssituation (bis Meldestand Ende Sept. 2017) im Anlagenregister ergibt eine vergleichbare Verteilungsquote für die geplanten Anlagenstandorte.

Demgegenüber konzentrieren sich die Zuschläge der diesjährigen Ausschreibungsrunden weitaus stärker in Norddeutschland: 97 Prozent der bezuschlagten Windprojekte sind nördlich der Mainlinie geplant; lediglich drei Prozent der erfolgreichen Windprojekte sollen in Süddeutschland errichtet werden. Dabei hatte sich der Süden, mit Ausnahme des Saarlandes, an den drei Auktionen rege beteiligt. Zwischen 18 und 20 Prozent der Gebote einer Runde stammten aus den südlichen Bundesländern.

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