Branchen-Appell für regionale Ausbausteuerung

27.09.2018

Wirtschafts- und Verbändebündnis fordert regionale Steuerung des Windenergieausbaus.

Zur Eröffnung der weltgrößten Windenergie-Messe in Hamburg appelliert eine breite Interessensgemeinschaft aus Herstellern, Zulieferern, Projektierern, Betreibern, Bürgerenergiegesellschaften sowie Verbänden an die Bundesregierung, die im Koalitionsvertrag vereinbarte regionale Steuerung südlich des Netzengpasses in das EEG aufzunehmen.

Die Umstellung auf wettbewerbliche Ausschreibungen brachte nicht nur einen grundlegenden Systemwechsel des bisherigen Förderregimes mit sich, sondern führte auch zu regionalen Verschiebungen bei den geförderten Windenergieprojekten. Die FA Wind hat mit jeder Analyse der bislang durchgeführten Ausschreibungsrunden die Zuschlagsverteilung entlang einer gedachten Mainlinie verdeutlicht und schon früh auf die regionale Ungleichverteilung hingewiesen. Nach insgesamt sechs Auktionen gingen von bislang 1.331 bezuschlagten Windturbinen 90 Prozent der Förderzusagen an Vorhaben nördlich der Mainlinie und nur 10 Prozent an Anlagen, die südlich dieser Linie gebaut werden sollen. Zum Vergleich: Im Zeitraum 2010 bis Mitte 2018 verteilte sich der Windturbinenzubau zu 78 Prozent nördlich und zu 22 Prozent südlich der Mainlinie.

Die Koalitionsfraktionen der amtierenden Bundesregierung haben schon früh diesbezüglichen Handlungsbedarf erkannt und in ihrem Koalitionsvertrag ein steuerndes Eingreifen „südlich des Netzengpasses“ über das Ausschreibungsdesign vereinbart. Bislang fehlt es jedoch an einer Kodifizierung diesbezüglicher Steuerungsinstrumente im EEG.

In ihrem Appell fordern die 40 Unterzeichner, darunter so namhafte Unternehmen wie Enercon, EnBW, juwi oder naturstrom, die Einführung einer regionalen Steuerung in das aktuell anstehende „Energiebündelungsgesetz“, welches noch in diesem Herbst ins Parlament eingebracht werden soll.

Von der gesetzlichen Ausbausteuerung südlich des Netzengpasses verspricht sich das Wirtschafts- und Verbändebündnis vielfältige positive Effekte, so etwa die Steigerung der Aufnahmefähigkeit der Stromnetze sowie eine Reduktion der Redispatch-Kosten und der strombedingten CO2-Emissionen. Zudem habe die regionale Steuerung das Potenzial, die Akzeptanz für den Windenergieausbau zu steigern und ermögliche in ganz Deutschland die Teilhabe an der Wertschöpfung der Energiewende.

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