Akustische Kamera entwickelt

18.11.2014

Mittels Geräuscherfassung kann zukünftig der technische Zustand von Windrädern besser überwacht werden.

Am Vorbild der Infrarotkamera haben Medizintechniker der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) eine akustische Kamera entwickelt, die mit ihren 48 Mikrofonen dreidimensional Schallemissionen aufzeichnet. Durch eine gekoppelte Videokamera können gemessene Schallwerte an einer Windenergieanlage verortet werden und schadhafte Bauteile so leichter vom Boden aus identifiziert werden. Die halbjährliche Routine-Wartung von Windenergieanlagen könnte sich durch diese Innovation erheblich erleichtern. 

Derzeit arbeiten die Forscher an einem Archiv der Lärmemissionen der Rotoren im Normalbetrieb, damit die Technik in der Genehmigungsplanung bald effizient eingesetzt werden kann. Dieses Archiv kann dann als Referenz für zukünftige Messungen genutzt werden. Da Messungen an regenfreien Tagen für unterschiedlichste Windgeschwindigkeiten durchgeführt werden müssen, ist der Messaufwand pro Anlage mit sechs bis neun Monaten sehr hoch. Bislang sind erst die Geräuschemissionen von zwei Anlagen erfasst worden.

Ein weiteres sinnvolles Einsatzgebiet der akustischen Kamera sehen die Forscher in der Öffentlichkeitsbeteiligung bei Windenergieprojekten: die neue Technik ermögliche 3-D-Szenarios für künftige Windparkplanungen, bei denen den Anwohnern ein realitätsnaher akustischer Eindruck der zu erwartenden Geräuschbelastung vermittelt werden könne.

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