Bundeswehr zeigt neue Option für Konfliktlösung auf

17.02.2015

Pilotprojekt zur Vereinbarkeit von Windenergieanlagen und militärischer Flugsicherung erfolgreich abgeschlossen.

Das Störpotential von Windenergieanlagen (WEA) auf Radaranlagen der militärischen Flugsicherung kann auf Grundlage des § 18a LuftVG zur Ablehnung von WEA aufgrund militärischer Belange führen. Um die Hindernisse zu überwinden, stimmt die Bundeswehr nun einem System zur bedarfsgerechten Freischaltung von Lufträumen zu. Damit wurde ein weiterer Beitrag zur verbesserten Vereinbarkeit der Windenergienutzung mit militärischen Belangen geleistet.

Die Bundeswehr hat an zwei Standorten einen Pilotversuch der neuen Technik abgeschlossen. Erprobt wurde eine sektorbezogene und zeitlich an die Anforderungen des Flugbetriebs angepasste Abschaltung von Windenergieanlagen. Die zeitweilige, bedarfsgerechte Abschaltung von WEA begrenzt die Störungen, die durch den drehenden Rotor auf das Flugsicherungsradar der Bundeswehr auftreten. Bisher aufgrund ihres Störpotentials nicht zulassungsfähige WEA können unter diesen neuen Voraussetzungen errichtet und außerhalb der militärischen flugbetrieblichen Nutzungszeiten betrieben werden. Dadurch können die ohnehin knappen Flächen für die Windenergienutzung im Einflussbereich des Militärradars besser ausgenutzt werden.

Die Bundeswehr unterzieht WEA-Planungen im Einflussbereich von militärischen Radaranlagen einer Einzelfallprüfung und bietet gegebenenfalls die Möglichkeit des Einsatzes der bedarfsgerechten Steuerungstechnik als Lösungsweg an. Dies gilt sowohl für Genehmigungsanträge als auch Bauleitplanverfahren. Es ist zu erwarten, dass nun Genehmigungen für WEA beantragt werden, die in der Vergangenheit auf Grundlage des § 18a LuftVG wegen ihres Störpotentials für Radaranlagen der militärischen Flugsicherung abgelehnt wurden.

In jedem Fall empfiehlt sich ein frühzeitiger Informationsaustausch zwischen dem Anlagenbetreiber und der Bundeswehr. Ob in der Vergangenheit abgelehnte WEA nun umgesetzt werden können, wird davon abhängen, inwiefern sich die WEA unter dem Einsatz der Technik wirtschaftlich betreiben lassen.

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