Einfluss von Windenergieanlagen auf DVOR überschätzt

18.04.2019

Zwei neue Drehfunkfeuer-Gutachten untersuchen die DFS-Bewertungspraxis für Windenergieanlagen.

Der Bundesverband WindEnergie (BWE) hat zwei Kurzstudien veröffentlicht, die sich mit dem Bewertungsverfahren der Deutschen Flugsicherung (DFS) bei Windenergieplanungen im Umfeld von Doppler-Drehfunkfeuern (DVOR) auseinandersetzen. Die derzeitige Praxis führt zur Ablehnung von Windenergieanlagen (WEA) auch auf dafür ausgewiesenen Flächen.

In dem ersten Gutachten, das im Auftrag des BWE von Herrn Dr.-Ing. Ferdinand Behrend angefertigt wurde, wird ein Vergleich der Vorgehensweisen der fachtechnischen Analyse von Störeinflüssen von WEA auf Drehfunkfeuer in verschiedenen Ländern dargestellt. Dabei wird festgestellt, dass diese Analyse in der Regel bei Planungen im 10 km Radius von DVOR durchgeführt wird. Einige Länder unterschreiten diesen Abstand zum Teil deutlich. Lediglich in Deutschland werden Planungen in einem größeren Abstand von 15 km durch die DFS begutachtet. Des Weiteren wird festgestellt, dass die Analysen nicht mit dem weltweit anerkannten Analysetool der Ohio University durchgeführt werden und genauere Simulationsverfahren nicht zugelassen sind, sondern eine in der Fachwelt umstrittene Eigenentwicklung der DFS genutzt wird.

In dem zweiten Gutachten, das von Dr.-Ing. habil. Robert Geise am Institut für Elektromagnetische Verträglichkeit der TU Braunschweig im Auftrag von Enercon erarbeitet wurde, wird die DFS- eigene Bewertungsgrundlage einer kritischen Analyse unterzogen. Zunächst wird darin die Berechnungsmethode der DFS als zu vereinfachend beschrieben. Weiterhin geht der Gutachter von einer Überschätzung des durch WEA hervorgerufenen Winkelfehlers durch die DFS aus. Diese erhöht sich durch eine fälschlicherweise vorgenommene einfache Addition der Fehler, hervorgerufen von mehreren WEA, stark. Anhand eigener Messungen hat der Gutachter festgestellt, dass Winkelfehler bei DVOR durch WEA erst bei Entfernungen unter 3 km auftreten.

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