Flugverhalten und Raumnutzung des Uhus

03.05.2018

Telemetriestudie in Schleswig-Holstein soll Aufschluss über Artverhalten geben.

Zur besseren Abschätzung des Kollisionsrisikos des Uhus an Windenergieanlagen (WEA) werden in Schleswig-Holstein mit Mitteln des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung in einer zweijährigen Telemetriestudie Raumnutzung und Flugverhalten quantitativ untersucht. Mit der Besenderung von zehn Altvögeln sollen Daten gewonnen werden, welche u.a. Aufschluss über Flugdistanzen, Flughöhen und ein mögliches Meideverhalten gegenüber WEA liefern.

Im ersten Untersuchungsjahr 2017 wurden vier adulte Uhus gefangen und mit Sendern ausgestattet. Die räumliche Nähe von Uhurevieren zu Windparks war ausschlaggebend für die Auswahl der Fangorte. In einem Zwischenbericht wurden die bis zum 31. Dezember 2017 gewonnen Daten der vier besenderten Vögel ausgewertet.

Die ersten Ergebnisse zeigen eine große Ausdehnung der Uhu-Reviere (14 bis 21 km²). Eine deutliche Meidung von WEA konnte nicht festgestellt werden, was grundsätzlich ein Kollisionsrisiko bedeuten könnte, abhängig von der Flughöhe. Die 2017 gewonnen Daten zeigen überwiegend bodennahe Flüge der Uhus: 75 Prozent fanden in einer Höhe unter 20 m statt. Die Autoren gehen daher für die im Untersuchungsgebiet stehenden älteren WEA mit durchschnittlich 100 m Gesamthöhe und einem Rotordurchgang bei 32 m nur von einem geringen Kollisionsrisiko aus. Bei den neueren Anlagen mit einem unteren Rotordurchgang von 60 bis 90 m verringert sich das Kollisionsrisiko weiter.

2018 sollen weitere Vögel besendert und die Untersuchungen fortgesetzt werden.

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