Greifvögel und Windkraftanlagen: Schlussbericht veröffentlicht

10.12.2014

In einem dreijährigen Verbundprojekt wurden mögliche Konflikte zwischen der Windenergienutzung und Greifvögeln untersucht.

Im Rahmen einer Studie wurden unter der Leitung des Michael-Otto-Instituts im NABU die Umstände untersucht, unter denen Greifvögel in Deutschland unter Windrädern ums Leben kommen. Im Fokus standen dabei telemetrische Untersuchungen von Rotmilan, Wiesenweihe und Seeadler, welche weltweit im Vergleich zu ihrer Häufigkeit in der Landschaft überproportional oft mit Windenergieanlagen kollidieren. In dem jetzt vorliegenden Endbericht werden die Problemanalyse und Lösungsvorschläge für die Praxis dargelegt. 

Die Ergebnisse geben Aufschluss über Flugrouten und Streifgebiete der Tiere, welche bei allen drei Arten mehrere Quadratkilometer groß sind. Flugrouten zu besonders attraktiven Nahrungsquellen führen dabei häufig quer durch Windparks. Für den Rotmilan und die Wiesenweihe wurde außerdem eine besonders hohe Konzentration der Aktivität im Horstbereich festgestellt.

Die Studie hat die Vermutung bestätigt, dass Windräder von den untersuchten Greifvögeln nicht als Gefahr wahrgenommen werden und es zu Kollisionen kommen kann. Zum Schutz der Vögel werden Empfehlungen formuliert, welche das Kollisionsrisiko vermindern sollen. Neben der Einhaltung ausreichender Abstände zwischen Windenergieanlagen und Brutstätten wird im Rahmen der Studie empfohlen, keine besonderen Anziehungspunkte innerhalb oder in der Nähe von Windparks zu schaffen. Dazu zählen beispielsweise Mist- und Komposthaufen, Brachen an Mastfüßen sowie frühzeitig gemähte Kulturen wie etwa Grünroggen.

In der Studie werden weiterhin die mögliche Verdrängung von Greifvögeln durch Windenergieanlagen, der Einfluss von Gittermasten auf das Kollisionsrisiko und die Klärung der Fundumstände toter Greifvögel in der Nähe von Windenergieanlagen thematisiert.

Das dem Bericht zu Grunde liegende Vorhaben wurde mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert.

 

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