Neue Studie zu Windenergie und Artenschutz

18.12.2015

Internationale Synopse stellt Kenntnisstand zum Einfluss von WEA auf Fledermäuse und Vögel und Spezifizierung für die Schweiz dar.

Im Auftrag des Schweizer Bundesamts für Energie (BFE) wurde von einem wissenschaftlichen Konsortium (nateco AG, arsu GmbH und TU Berlin) der aktuelle internationale Kenntnisstand zu Auswirkungen von Windenergieanlagen (WEA) auf Greifvögel, sonstige Brutvögel, ziehende Vögel und Fledermäuse zusammengestellt. In der Synopse werden die verschiedenen Einflussfaktoren, von denen Art und Ausmaß der Auswirkungen abhängen können, betrachtet und ein umfassender Überblick über mögliche Maßnahmen zur Vermeidung und Minimierung dieser Auswirkungen gegeben.

Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass die Kombination artspezifischer und lokaler Faktoren, wie insbesondere die Artzugehörigkeit, der ökologische und verhaltensbiologische Kontext, bestimmte Standortbedingungen und etwaige tages- wie jahreszeitliche Unterschiede ausschlaggebend für das Ausmaß möglicher Beeinträchtigungen sind. Greif- und Großvögel müssten in Hinblick auf das Kollisionsrisiko als besonders betroffen angesehen werden, da sie in Relation zur Bestandsgröße häufiger an WEA verunglücken und die Verluste zudem aufgrund geringer Reproduktionsraten eher eine Populationsrelevanz entfalten könnten.

Als die wichtigsten Maßnahmen zur Vermeidung und Minimierung von derartigen Auswirkungen werden in dem Forschungsbericht vor allem die Standortwahl und die räumliche Anordnung der Anlagen dargestellt. Zudem könnten manche Arten durch vermiedene Anlockung, durch gezielte Weglockung oder durch Vergrämung von der Gefahrenzone fern gehalten werden. Bei Fledermäusen sei eine Betriebsregulierung zu Zeiten hoher Abundanz in Form temporärer Abschaltung bereits heute gängige Praxis, so die Verfasser der Studie.

Abschließend stellen die Autoren fest, dass eine erfolgreiche Konfliktbewältigung immer nur auf der Basis einer Einzelfallbetrachtung erfolgen kann. Prognoseunsicherheiten könnten durch den Ansatz des sog. „Adaptive Management“ aufgefangen werden, bei dem die etablierte Hierarchie der Konfliktbewältigung – Vermeidung, Minimierung, Kompensation – durch ein begleitendes Monitoring in Verknüpfung mit notwendigen Anpassungsmaßnahmen ergänzt werde.

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