Neue Studie zum Helgoländer Papier

12.05.2016

Wissenschaftlichkeit der Abstandsempfehlungen für WEA zu Vogellebensräumen und Brutplätzen wird angezweifelt.

Eine Studie von Prof. Dr. Edmund Brandt im Auftrag des Fördervereins der Koordinierungsstelle Windenergierecht e. V. (k:wer) erhebt ernsthafte Zweifel an der Wissenschaftlichkeit der von der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten herausgegebenen Abstandsempfehlungen für Windenergieanlagen zu bedeutsamen Vogellebensräumen sowie Brutplätzen ausgewählter Vogelarten („Helgoländer Papier“, Stand April 2015).

Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts habe die Frage der Bestandserfassung und der Bewertung des Tötungsrisikos im Rahmen der Prüfung von § 44 Abs. 1 Nr. 1 Bundesnaturschutzgesetz nach ausschließlich wissenschaftlichen Kriterien zu erfolgen. An diesen Anforderungen sei das Helgoländer Papier zu messen, werde ihnen aber nicht gerecht. In der Studie führt der Autor aus, dass gravierende Mängel im Hinblick auf die normative Absicherung, den Umgang mit empirischen sowie sekundäranalytisch erzielten Befunden, die Rückverfolgbarkeit von Belegen/Quellen, die Auseinandersetzung mit abweichenden Ansätzen sowie die Ableitung von Folgerungen bestehen. Weiter stellt der Autor dar, dass das Helgoländer Papier weder ein untergesetzliches Regelwerk noch eine Fachkonvention darstellt.

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