Rotmilan und Windenergie im Kreis Paderborn

13.08.2019

Analyse stellt Bestandsentwicklung und Bruterfolg dem Betrieb von WEA gegenüber.

Bei der Planung und Genehmigung von Windenergievorhaben kann es immer wieder zu Konflikten mit dem Rotmilan kommen, da Kollisionen der Greifvogelart nicht ausgeschlossen werden können. Gleichzeitig werden im Umfeld von Windenergieanlagen (WEA) vielerorts erfolgreiche Bruten nachgewiesen und es ist nicht auszuschließen, dass sich Rotmilane in der Nähe von WEA ansiedeln. Konflikte können dann u.a. mit Blick auf Repoweringprojekte entstehen.

Obwohl in Deutschland vielerorts Daten zur Bestandsentwicklung des Rotmilans erhoben werden, fehlen bislang Studien, die mögliche Auswirkungen des WEA-Betriebs auf die lokale Populationsentwicklung untersuchen. Mit dieser Analyse wird erstmalig die Entwicklung einer lokalen Rotmilanpopulation dem Ausbau der Windenergie in einem ausbaustarken Landkreis in Nordrhein-Westfalen gegenübergestellt und statistisch ausgewertet. Als Datengrundlage dienen Revier- und Bruterfolgskartierungen des Rotmilans, die im Kreis Paderborn von 2010 bis 2016 durchgeführt wurden.

Die Ergebnisse deuten an, dass der Rotmilan im betrachteten Landkreis relativ indifferent auf Windräder reagiert. Auch sind, trotz vereinzelter Kollisionen im Untersuchungsgebiet, derzeit keine signifikanten Auswirkungen auf die lokale Population zu verzeichnen. Zur Verbesserung der Kenntnislage wäre es wünschenswert, dass die Untersuchungen im Kreis Paderborn weitergeführt werden. Ebenso sollten ähnliche Auswertungen für andere Naturräume, in denen entsprechende Daten vorliegen, erfolgen.

Weitere Informationen:

FA Wind (2019): Rotmilan und Windenergie im Kreis Paderborn - Untersuchung von Bestandsentwicklung und Bruterfolg

Service-Rubrik

Windenergierelevante Informationen aus den Bundesländern