Störung von seismologischen Stationen durch WEA

03.07.2018

In einem Forschungsprojekt sollen Prognoseverfahren und technische Maßnahmen zur Störungsminderung entwickelt werden.

Windenergieanlagen (WEA) emittieren Schwingungen über ihr Fundament in den Boden, die sich wellenförmig bis zu mehreren Kilometern ausbreiten. Für den Menschen sind diese Bewegungen nicht wahrnehmbar. Seismologische Stationen, die zur Überwachung von Erdbebenaktivitäten eingesetzt werden, können diese Erschütterungen allerdings erfassen und in ihrer Funktion gestört werden.

In Nordrhein-Westfalen wurde nun das Forschungsprojekt „Minderung der Störwirkung von Windenergieanlagen auf seismologische Stationen“, kurz MISS, gestartet. Ziel des Vorhabens ist, praxisorientierte Prognoseverfahren zur Vorhersage der Erschütterungen zu entwickeln, die im Planungs- und Genehmigungsverfahren angewendet werden können. Ebenso  sollen organisatorische und technische Minderungsmaßnahmen konzeptioniert werden. Bisher existiert ein solches Verfahren nicht, so dass die Unsicherheit hinsichtlich der Sachlage ein Hemmnis für den weiteren Ausbau der Windenergie an Land in Nordrhein-Westfalen darstellt.

Das Forschungsprojekt wird über einen Zeitraum von drei Jahren im Rahmen des „Klimaschutzwettbewerbs ErneuerbareEnergien.NRW“ durch die Europäische Union und das Land Nordrhein-Westfalen unter Einsatz von Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Das Projektkonsortium setzt sich aus der HarbourDom GmbH, der DMT GmbH & Co. KG, der Baudynamik Heiland und Mistler GmbH, der Ruhr-Universität Bochum sowie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster zusammen.

Mit-Initiator des Projektes ist das Netzwerk Windenergie der EnergieAgentur.NRW, welches im Vorfeld mehrere Fachveranstaltungen und Expertenrunden organisierte, um technische Wege zur Problembewältigung zu diskutieren. Zur Projektvorbereitung gehörte auch ein Workshop, welcher im November 2016 in Kooperation mit der FA Wind durchgeführt wurde. Ziel war, fachliche Wege zur Lösung des Konflikts zwischen WEA und Erdbebenmessstellen aufzuzeigen sowie Forschungsbedarf zu identifizieren.

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