Vermeidungsmaßnahmen für WEA-sensible Vogelarten

12.12.2018

Neues BfN-Skript gibt Überblick über Kenntnisstand und Hilfestellung zur Beurteilung der Wirksamkeit.

Vermeidungsmaßnahmen können im Rahmen von Windenergievorhaben umgesetzt werden, um das Kollisionsrisiko von im Planungsgebiet vorkommenden windenergieanlagensensiblen Arten unter die Signifikanzschwelle zu senken. So können beispielsweise Vögel von den WEA weggelockt werden, indem Nahrungsflächen abseits des Windparks angelegt werden oder WEA werden bei bestimmten Ereignissen wie Mahd oder Ernte im Bereich des Windfelds abgeschaltet. Hinsichtlich der tatsächlichen Wirksamkeit von entsprechenden Maßnahmen oder der Anwendung und Handhabung in der Praxis bestehen jedoch teilweise Unsicherheiten.

In einem BfN-geförderten Forschungs- und Entwicklungsvorhaben wurden vorhandene Studien und Literatur hinsichtlich der Wirksamkeit von Vermeidungsmaßnahmen ausgewertet und der aktuelle Wissensstand sowie bestehende Kenntnislücken zusammengetragen. Darauf aufbauend wurden ausgewählte Maßnahmen mit einem Forschungskonzept zur vertieften Untersuchung der Wirksamkeit untersetzt.

In dem Vorhaben wurde deutlich, dass in der Praxis bereits Vermeidungsmaßnahmen umgesetzt werden, die eher empfohlen werden können. Es konnten von den Projektnehmern jedoch auch Maßnahmen identifiziert werden, die derzeit für die Anwendung in der Praxis nicht oder nur sehr eingeschränkt geeignet sind. So fehlen in vielen Fällen hinsichtlich der Wirksamkeit bislang Belege aus belastbaren Studien. Für bestimmte Vermeidungsmaßnahmen empfehlen die Autoren somit, diese zunächst mittels geeigneter Felduntersuchungen zu überprüfen.

Weitere Informationen:

Auch im Rahmen des Runden Tisches Vermeidungsmaßnahmen der FA Wind findet regelmäßig ein Austausch zwischen Experten über Maßnahmen zur Vermeidung des Eintretens von artenschutzrechtlichen Verbotstatbeständen bei Windenergieprojekten statt.

Service-Rubrik

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