Windenergie, Natur- und Umweltschutz in Hessen

10.05.2016

Die Ergebnisse von zwei Veranstaltungen des Bürgerforums Energieland Hessen sind in einem Faktenpapier zusammengefasst.

Im Oktober letzten Jahres hat sich das Bürgerforum Energieland Hessen an zwei Terminen mit dem Themenfeld Natur- und Umweltschutz und Windenergie auseinandergesetzt. Der erste Teil (Flora) der sogenannten „Faktenchecks“ beschäftigte sich mit dem Flächenverbrauch und den Auswirkungen der Windenergie auf das Ökosystem Wald. Im zweiten Teil (Fauna) wurden Fragestellungen zu Vögeln, Fledermäusen und anderen Wildtieren geklärt. Die Ergebnisse der beiden Veranstaltungen wurden nun in dem Faktenpapier „Windenergie: Natur- und Umweltschutz“ zusammengestellt.

Das Land Hessen verfügt bereits über eine Vielzahl an Maßnahmen und Auflagen, um den Ausbau der Windenergie mit dem Natur- und Klimaschutz in Einklang zu bringen. Diese wurden in dem Faktenpapier auf Grundlage der Vorträge und Diskussionen verdichtet. Folgende zentralen Punkte wurden außerdem im Rahmen der Veranstaltungen festgehalten: Zur Einhaltung der europäischen Rechtsvorschriften der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie werden auf Ebene der Regionalplanung besonders wertvolle Lebensräume für geschützte, windenergiesensible Arten identifiziert und vom Windenergieausbau freigehalten. Bei den Flächen, die für die Windenergieerzeugung ausgewählt werden, ist es dann wichtig, diese individuell zu prüfen und dabei weniger auf Standardlösungen mit pauschalen Abstandsregelungen zu setzen. Dies führt zwar zu einem höheren Prüfaufwand für die Vorhabenträger, ermöglicht aber auf der anderen Seite mehr Flexibilität, Standorte im Rahmen einer spezifischen Planung zu realisieren. Die Zusammenarbeit zwischen allen an einer Planung beteiligten Akteuren sollte dabei frühestmöglich initiiert und auch die Öffentlichkeit in den Prozess aktiv miteingebunden werden.

Das Faktenpapier ermöglicht einen Einstieg in eine komplexe Thematik und schafft einen ersten Überblick. Es ersetzt jedoch nicht die intensive und einzelfallbezogene Auseinandersetzung mit den rechtlichen und fachlichen Vorschriften, die weitgehend durch das europäische Naturschutzrecht vorgegeben sind.

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