Wissenschaftler empfehlen weitere Förderung

27.04.2017

Das technische Entwicklungspotenzial von Windenergieanlagen an Land gilt als noch nicht ausgereizt.

Ein europäisches Forscherkonsortium, an dem das Fraunhofer ISI und Ecofys beteiligt sind, kommt in einem jetzt veröffentlichten Bericht zu dem Schluss, dass die Förderung fast marktreifer erneuerbarer Energietechnologien auch nach 2020 beibehalten werden sollte. Dies würde die Gesamtkosten für die Energiewende senken.

Onshore-Windenergieanlagen werden von den Autoren als noch nicht vollständig ausgereift ansehen und ein deutliches Kostenreduktions- und Lernpotenzial attestiert. Die Fördermaßnahmen könnten zu weiteren Innovationen und technologischen Verbesserungen führen, was die Gesamtkosten der Energiewende langfristig reduzieren würde.

Die wettbewerbliche Bestimmung der Förderhöhe für Windstrom über Ausschreibungen hat den Autoren zufolge den Vorteil, dass die Förderkosten bei ausreichendem Wettbewerb automatisch auf sinkende Technologiekosten reagieren. Das Sinken der Auktionsergebnisse auf eine Förderhöhe von Null wäre ein Hinweis für eine ausreichende Technologieentwicklung bei ausreichendem Wettbewerb. Durch die Ausschreibungen lässt sich zudem die Fördermenge an den Ausbaubedarf anpassen. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass Änderungen der Auktionsmengen graduell erfolgen und mit ausreichend zeitlichem Vorlauf kommuniziert werden sollten.

Für die gesunkenen Preise auf den Strommärkten sehen die Autoren nicht in den erneuerbaren Energien die Hauptursache. Eine geringere Stromnachfrage als Konsequenz der Wirtschafts- und Finanzkrise oder sinkende Preise für fossile Brennstoffe und Emissionszertifikate seien dafür verantwortlich.

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