Zugvögel und Windenergie

30.11.2016

Schweizerische Vogelwarte veröffentlicht Studie zu Schlagopfern und Vogelzugintensität.

In der vorgelegten Studie kombinierte die Schweizerische Vogelwarte Sempach systematische Schlagopfersuchen mit Radarmessungen des Vogelzugs. Untersucht wurde ein Windpark mit drei 150 Meter hohen Windenergieanlagen (WEA) im Schweizer Jura. Der Untersuchungszeitraum von neun Monaten beinhaltete die Hauptzugzeiten sowohl im Herbst als auch im Frühling.

Vor allem nachtziehende Kleinvogelarten wurden als Kollisionsopfer festgestellt. Dies steht den bisherigen Befunden bspw. der Progress-Studie entgegen. Darin wurde festgestellt, dass im Norddeutschen Tiefland die nachtziehenden Arten keine bedeutenden Kollisionsopfer darstellen. Die Unterschiede führen die Autoren vor allem auf die Lage zurück. Sie halten die Ergebnisse für übertragbar auf den Schweizer Jurabogen und topografisch ähnliche Räume. Es ist unklar, inwieweit sich die Ergebnisse auf höhere und größere WEA übertragen lassen. Der Einfluss von Witterungsbedingungen (z.B. schlechter Sicht) auf die Kollisionsgefahr für Zugvögel kann noch nicht beurteilt werden.

Die Kollisionsereignisse traten hauptsächlich zur Zugzeit auf. Ein unmittelbarer Zusammenhang mit hohen Zugintensitäten im Höhenbereich der WEA konnte jedoch nicht festgestellt werden. Zu der Frage nach weiteren Faktoren, die das Auftreten von Schlagereignissen begünstigen (bspw. welche Rolle spielen die Sichtverhältnisse) besteht weiterer Forschungsbedarf.

 

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