Windenergie-Zubau bleibt 2021 unter 2 Gigawatt

04.02.2022

Der Aufwind bei den Neuinstallationen flaute zum Jahresende ab. Mehr Dynamik zeigte sich bei der Genehmigungsentwicklung.

Im Jahr 2021 gab es nur einen moderaten Aufwärtstrend für den Windenergieausbau. Der Brutto-Zubau blieb unterhalb der Zwei-Gigawatt-Schwelle. Nach Abzug der stillgelegten Anlagen erreichte der Netto-Zuwachs lediglich 1.670 Megawatt.

Den Bundesländervergleich führt mit hauchdünnem Vorsprung Niedersachsen an: Dort gingen 104 Windturbinen mit 421 MW Leistung in Betrieb. Ebenfalls 104 Anlagen, jedoch mit etwas weniger Leistung, wurden in Brandenburg errichtet. Den dritten Rang belegt Nordrhein-Westfalen mit 331 MW neu installierter Leistung.

Bei den Anlagenherstellern eroberte Enercon nach zwei Jahren Abstinenz die Spitzenposition zurück und liegt mit 35 Prozent Marktanteil an der Neuanlagenleistung knapp vor Vestas (31 %). Der meistgebaute Anlagentyp war im vergangenen Jahr die E-138 von Enercon mit 83 Inbetriebnahmen.

Genehmigt wurden 2021 bundesweit rund 4.030 MW Windenergieleistung – ein Drittel mehr gegenüber 2020. Jede vierte Anlage davon ist in Schleswig-Holstein geplant. Die mittlere Generatorleistung der neu zugelassenen Windturbinen erreichte 4,65 MW. Die am häufigsten genehmigten Anlagentypen waren von Nordex die N149, mit 111 Bauzulassungen, sowie das Vestas-Modell V150, von dem 110 Exemplare behördlich bewilligt wurden.

In der Südregion fiel der Anteil am bundesweiten Gesamtzubau auf zehn Prozent und damit auf einen historischen Tiefstand. Einzig Baden-Württemberg konnte dort beim Zubau ein deutliches Plus im Vergleich zum Vorjahr erzielen. Auch die Genehmigungsentwicklung blieb in der Südregion deutlich unterhalb des Bundestrends – und das auf niedrigem absolutem Niveau.

Ende 2021 standen in Deutschland rund 28.200 Anlagen mit knapp 56 Gigawatt Gesamtleistung. Von dieser Leistung waren zum Jahreswechsel 2021/22 bereits zehn Prozent „ausgefördert“. In den kommenden fünf Jahren werden weitere 20 Prozent der derzeit installierten Windenergieleistung das EEG-Förderregime verlassen.

Weitere Informationen:

Service-Rubrik

Windenergierelevante Informationen aus den Bundesländern