Fachagentur Windenergie
Newsletter der Fachagentur Windenergie an Land e.V.
04/2014 - Ausgabe August

Sehr geehrte Abonnentin,
sehr geehrter Abonnent,

wir freuen uns sehr, Sie mit unserem Newsletter über aktuelle Entwicklungen im Bereich Windenergie an Land informieren zu können.

In dieser Ausgabe lesen Sie folgende Beiträge:

Vorwort

EEG 2014: die wichtigsten Neuerungen

Neuigkeiten unserer Mitglieder

Neues Mitglied

In eigener Sache

Unterwegs

Terminvorschau

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

© Holger Bedurke, 2014

das Thema „harte und weiche Tabuzonen“ ist ein Dauerbrenner. Eine räumliche Steuerung von Windenergieanlagen ist im Außenbereich durch die Ausweisung von Konzentrationszonen möglich. Hierbei stellt die Rechtsprechung allerdings hohe Anforderungen an die Plangeber: Diese haben bei der Erstellung der Planung nicht nur klar zwischen harten und weichen Tabuzonen zu unterscheiden, sondern müssen ihre Entscheidung, weiche Tabuzonen von der Windenergie freizuhalten, auch ausreichend rechtfertigen und dokumentieren. Insgesamt muss für die Standortsteuerung ein schlüssiges Gesamtkonzept erstellt werden, das der Windenergie substanziell Raum verschafft.

Wir greifen das Thema im Rahmen der Fachtagung „Windenergie in der Regional- und Bauleitplanung: Rechtsprechung und Planungspraxis“ am 14. Oktober 2014 auf. Ausgewiesene Experten aus Landesministerien, Regionalplanung, Kommunen, Wissenschaft sowie Projektierung werden von ihren Erfahrungen berichten und diskutieren. Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann sehen wir uns hoffentlich am 14. Oktober in Erfurt.

Axel Tscherniak, Geschäftsführer

EEG 2014: die wichtigsten Neuerungen

© lillysmum - pixelio.de

Das EEG 2014 ist am 1. August 2014 in Kraft getreten. Die wichtigsten Änderungen betreffen die Steuerung des Ausbaus durch Zielkorridore und die Neuregelung der Vergütung.

Das EEG 2014 sieht für alle Energieträger verbindliche Ausbaukorridore vor. Die Windenergie an Land soll pro Jahr um 2500 MW zugebaut werden, wobei – anders als bei den anderen Energieträgern – zurückgebaute Anlagen bzw. das Repowering berücksichtigt werden.

Mit dem EEG 2014 soll zudem die Marktintegration der erneuerbaren Energien verbessert werden, indem die Direktvermarktung für Anlagenbetreiber schrittweise verpflichtend wird. Eine Einspeisevergütung wird nur noch für Bestandsanlagen, für kleine Anlagen und in Ausnahmefällen gezahlt. Der anzulegende Wert, anhand dessen sowohl die Marktprämie als auch die Einspeisevergütung berechnet werden, beträgt für die Windenergie an Land in den ersten fünf Jahren 8,90 Cent/kWh (Anfangswert). Danach beläuft er sich auf 4,95 Cent/kWh.

Ab 2017 soll die Förderhöhe durch Ausschreibungen ermittelt werden. Für Photovoltaikanlagen sieht das Gesetz die Durchführung von Pilotverfahren vor. Eine vergleichbare Pilotphase für Windenergieanlagen ist hingegen bislang nicht geplant.

Lesen Sie weiter…

Neuigkeiten unserer Mitglieder

Baden-Württemberg: Ausbau der Windenergie schreitet voran

In Baden-Württemberg wurden kürzlich neue Zahlen zum Ausbau der Windenergie vorgelegt. Laut Umweltminister Franz Untersteller seien 45 Anlagen genehmigt, weitere 264 befänden sich aktuell im Genehmigungsverfahren. Für weitere 233 Anlagen liegen außerdem konkrete Voranfragen vor. Im Vergleich zu dem sehr trägen Ausbau in den letzten Jahren aufgrund der restriktiven Haltung der früheren Landesregierungen sieht Untersteller in der gegenwärtigen Entwicklung sehr ermutigende Signale für den Ausbau der kostengünstigen Windenergie und für den Klimaschutz.

Die zunehmende Ausbaudynamik der Windenergie in Baden-Württemberg zeigt sich außerdem an den offiziellen Anfragen potentieller Anlagenbetreiber zur Stromeinspeisung ins Netz. So wurden bereits im ersten Halbjahr 2014 Anträge zur Windstromeinspeisung für Anlagen mit einer Leistung von 502 MW bei Netze BW gestellt.

Link zur Pressemitteilung vom 15.08.2014

Baden-Württemberg: Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept verabschiedet

Der Ministerrat der Landesregierung hat am 15. Juli 2014 das Integrierte Energie- und Klimaschutzkonzept für Baden-Württemberg (IEKK) verabschiedet. Dieses ist Teil des baden-württembergischen Klimaschutzgesetzes, mit welchem das Land dazu beitragen will, bis 2050 die landesweit ausgestoßene Treibhausgasmenge um 90 Prozent zu reduzieren (Bezugsjahr 1990).

In dem Konzept werden konkrete Strategien und Maßnahmen aus den Bereichen Strom, Wärme, Verkehr, Landnutzung und Stoffströme formuliert, um zu verdeutlichten, was in den nächsten Jahren auf diesem Gebiet getan werden kann und soll.

Mit Blick auf den Ausbau der Windenergie wird als Ziel formuliert, bis 2020 anteilig zehn Prozent zur Stromerzeugung beizutragen. Als konkrete Maßnahmen zur Zielerreichung sind dabei die Bereitstellung landeseigener forst- und landwirtschaftlicher Grundstücke für Windenergieanlagen, die Forschung zu Windenergieanlagen, der Windenergie-Dialog z.B. im Rahmen von Arbeitskreisen, Netzwerken und Veranstaltungen sowie Informationen und Handreichungen zur Windenergie genannt.

 Weiterführende Informationen

Link zum IEKK Baden-Württemberg
Link zum Klimaschutzgesetz Baden-Württemberg

Energiewendetage Baden-Württemberg

Am 20. und 21. September finden in Baden-Württemberg die „Energiewendetage“ statt. Bürgerinnen und Bürger können sich landesweit über die Themen erneuerbare Energien, Energiesparen, Energieeffizienz sowie über Klimaschutz und die Reduzierung von Treibhausgasen informieren und die Energiewendetage aktiv mitgestalten.

Lesen Sie weiter…

Niedersachsen: Neuer Windenergieerlass

In Niedersachsen wird gegenwärtig ein neuer Windenergieerlass erarbeitet. Dieser sieht eine Steigerung der Windenergieleistung auf 20 GW bis 2050 vor.

In Niedersachsen ist derzeit eine Leistung von 7.819 MW installiert. Dies entspricht fast einem Viertel der in Deutschland insgesamt installierten Leistung. Um die ehrgeizigen Ausbauziele der Landesregierung zu erreichen, sind ca. 4.000 neue Anlagen mit einer durchschnittlichen Leistung von 5 MW erforderlich. Dafür erforderlich sind ungefähr 1,4 Prozent der Landesfläche. Laut des aktuellen Entwurfs des Erlasses (Stand 21. Juli 2014) bedeutet dies für die Träger der Regionalplanung und Gemeinden, dass sie mindestens acht Prozent ihrer jeweiligen Potenzialflächen als Vorranggebiete für die Windenergienutzung vorsehen müssten. Dies entspricht rund 68.000 ha.

Waldflächen bleiben dabei auch zukünftig aufgrund ihrer klima-ökologischen Bedeutung für die Windenergieerzeugung ausgeschlossen, solange im Offenland ausreichend Vorrang- und Eignungsgebiete zur Verfügung stehen. Eine Ausnahme wird bei durch technische Errichtungen oder Bauten vorbelastete Waldflächen gemacht.

Beraten wird die Landesregierung gegenwärtig von einem Dialogforum aus Umweltverbänden, kommunalen Spitzenverbänden, Vertretern der Wissenschaft und der Windenergiebranche. Dieses wurde im Februar 2014 mit dem Ziel eingerichtet, durch frühzeitige Beteiligung Konfliktpotenziale und widerstreitende Interessen frühzeitig zu erkennen und möglichst konsensuale Lösungen unter den Beteiligten zu erreichen.

Der neue Windenergieerlass soll noch bis Ende 2014 beschlossen werden.

Pressemitteilung des niedersächsischen Umweltministeriums

Neues Mitglied

Wir begrüßen das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) als neues Mitglied und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit.

Neue Mitarbeiterin bei der FA Wind

Seit 1. August 2014 verstärkt Dr. Marike Pietrowicz als Volljuristin das Team der FA Wind.

Die FA Wind stellt sich vor

© Holger Bedurke, 2014

Bettina Bönisch studierte Soziologie und Kommunikationswissenschaften an der Technischen und Freien Universität Berlin. Nach diversen Beschäftigungen in der Öffentlichkeitsarbeit für Berliner Kulturinstitutionen wechselte sie 2010 in die Erneuerbare-Energien-Branche. Bei der Repowering-InfoBörse, gefördert vom Bundesumweltministerium, befasste sie sich mit der Wissensvermittlung rund um die Windenergienutzung sowie der Durchführung und Auswertung von Akteursanalysen und Befragungen. Seit Juli 2013 ist sie als Referentin bei der FA Wind insbesondere in den Themenbereichen Akzeptanz, Beteiligung und Kommunikation tätig.

Unterwegs

Am 18. November 2014 wird Bettina Bönisch die FA Wind beim BWE-Branchentag Niedersachsen vertreten. Sie hält einen Vortrag zum Thema Beteiligung aus Sicht von Bürgern, Kommunen und Projektierern sowie Chancen und Grenzen informeller Methoden.

Infos zur Veranstaltung

Veranstaltungen der FA Wind

14. Oktober 2014: Erfurt

Fachtagung „Windenergie in der Regional- und Bauleitplanung: Rechtsprechung und Planungspraxis“

Im Rahmen der mitteldeutschen Branchentage Wind.Energie 2014 veranstaltet die FA Wind am 14. Oktober in Erfurt die eintägige Fachtagung „Windenergie in der Regional- und Bauleitplanung: Rechtsprechung und Planungspraxis“, in der rechtliche und planerischen Anforderungen an die Konzentrationsflächenplanung für die Windenergienutzung aus unterschiedlichen Perspektiven mit Experten aus Politik und Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft diskutiert werden (mehr…).

4. November 2014: Hannover

Fachtagung „Vereinbarkeit der Windenergie mit dem Natur- und Artenschutz“

Am 4. November widmet sich die FA Wind dem Themenbereich Natur- und Artenschutz. Aktuelle und zukünftige Herausforderungen sowie Chancen und Grenzen der Vereinbarkeit von Windenergie und Naturschutz werden vorgestellt und diskutiert. Neben Beispielen aus verschiedenen Bundesländern werden u.a. Anforderungen an Gutachten und Fragestellungen im Rahmen der Regional- oder Bauleitplanung diskutiert (mehr...).

10. November 2014: Kassel

Side Event im Rahmen des „100% Erneuerbare-Energie-Regionen"-Kongresses zum Thema Beteiligung.

Mehr Informationen folgen in Kürze…

11. November 2014: Kassel

Round Table im Rahmen des „100% Erneuerbare-Energie-Regionen"

Kongresses: Realisierung kommunaler Windprojekte – im Spannungsfeld von Wirtschaftlichkeit, Akzeptanz und Interessenskonflikten (RT8) (mehr...)

Weitere Veranstaltungen zum Thema Windenergie an Land finden Sie unter Termine.

Für mehr Neuigkeiten rund um das Thema Windenergie an Land besuchen Sie unsere Internetseite.

Unser kostenloser Newsletter erscheint regelmäßig mit wichtigen Informationen zur Windenergie an Land. Er enthält aktuelle Berichte und Hinweise rund um wissenschaftliche, politische, rechtliche und technische Neuigkeiten. Alle Beiträge wurden sorgfältig recherchiert, damit verbundene Hinweise und Empfehlungen sind nach bestem Wissen ausgesucht, zusammengestellt und ausgeführt. Dennoch wird keine Gewähr für Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit übernommen.

Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich bitte an die Redaktion unter post@fa-wind.de.

Impressum

Bitte nutzen Sie diesen Link, wenn Sie Ihr Newsletter-Abonnement ändern oder sich abmelden wollen:
ändern/abmelden