Fachagentur Windenergie
Newsletter der Fachagentur Windenergie an Land e.V.
04/2018 - Ausgabe August

Sehr geehrte Abonnentin,
sehr geehrter Abonnent,

wir freuen uns sehr, Sie mit unserem Newsletter über aktuelle Entwicklungen im Bereich Windenergie an Land informieren zu können.

In dieser Ausgabe lesen Sie folgende Beiträge:

Vorwort

Ergebnisse aus RENEBAT III

Statusreport AEE 2018

Synchroner Ausbau Netze und EE

Fortschrittsbericht zur Energiewende in Bayern

Neuigkeiten unserer Mitglieder

In eigener Sache

Publikationen der FA Wind

Veranstaltungen der FA Wind

Veranstaltungsrückblick

Unterwegs

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wir alle stehen unter dem Eindruck des Jahrhundertsommers. Wer kann sorgt für Abkühlung am heimischen Badesee oder zumindest durch ein Eis in der Mittagspause. Verantwortlich für die gegenwärtige Hitzezeit ist die konstante Lage des Jetstreams, also des Starkwindbandes in der Höhe, das wie in einer Sinuskurve um die Nordhalbkugel verläuft. Aufgrund der Erwärmung der Arktis nehmen Temperaturunterschiede zwischen den Subtropen und der Arktis ab, wodurch sich dann der Jetstream abschwächt. Meteorologen zufolge ist auch diese Entwicklung Teil des Klimawandels.

Gegenwärtig wird uns deutlich vor Augen geführt, wie wichtig es ist, an den Klimazielen des Pariser Klimaabkommens kontinuierlich zu arbeiten. Und hier spielt die Anpassung der Energieversorgung, die Realisierung des 65% Ausbauziels mit dem wichtigen Bestandteil Windenergie, eine entscheidende Rolle. Die Fachagentur Windenergie an Land leistet dazu nach wie vor Ihren Beitrag beispielsweise durch fundierte Analysen und Hintergrundpapiere.

Das neue Hintergrundpapier „Beteiligung der Gemeinde an einer Bürgerenergiegesellschaft mit Zuschlag für Windenergieanlagen im Rahmen der Ausschreibung“ befasst sich mit Detailfragen zu den Teilnahmebedingungen an Ausschreibungen für lokale Bürgerenergie-Akteure. Demnach sind die finanzielle Beteiligung bzw. das Angebot einer kommerziellen Teilhabe maßgebend, um diese Sonderregelungen des §36g EEG 2017 zu erwirken.

Und unsere Analyse zur 5. Ausschreibung Windenergie an Land verdeutlicht, dass das im Mai ausgeschriebene Volumen von 670 Megawatt mit Geboten für 604 Megawatt an neuer Windleistung zum ersten Mal leicht unterzeichnet wurde. Das Netzausbaugebiet war auch in dieser Auktion ohne Relevanz; es sind vor allem Anlagenstandort in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt, die Zuschläge erhalten haben.

Zu guter Letzt: Sie wundern sich vielleicht, wer dieses Mal das Vorwort schreibt. Seit dem 1. August bin ich die neue Geschäftsführerin der Fachagentur Windenergie an Land. Ich freue mich, die ergebnisorientierte Arbeit der letzten Jahre fortzuführen und die neuen Herausforderungen anzupacken.

Ich wünsche Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre!

Ihre

Dr. Antje Wagenknecht, MBA
Geschäftsführerin

Ergebnisse des Forschungsvorhabens RENEBAT III veröffentlicht

Seit 2007 wurden in drei aufeinander aufbauenden Forschungsvorhaben Methoden zur Reduzierung von Fledermaus-Schlagopfern an Windenergieanlagen (WEA) entwickelt und in der Praxis erprobt. Zentrales Ziel des dritten RENEBAT-Vorhabens mit dem Titel „Bestimmung des Kollisionsrisikos von Fledermäusen an Onshore-Windenergieanlagen in der Planungspraxis“, welches von 2013 bis 2016 mit Mitteln des Bundeswirtschaftsministeriums durchgeführt wurde, war es, die Erfassung, Analyse und Reduktion des Schlagrisikos von Fledermäusen an WEA zu vereinfachen, in verstärktem Maße zu standardisieren und Kosten sowie Zeitaufwand für entsprechende Untersuchungen auf das notwendige Minimum zu begrenzen. In diesem Rahmen wurden u.a. Fragestellungen zur zeitlichen und räumlichen Variabilität der akustischen Fledermausaktivität an WEA, zu möglichen Effekten der WEA-Eigenschaften auf das Kollisionsrisiko von Fledermäusen sowie zu populationsbiologischen Kennzahlen bearbeitet. Auch wurden die in den ersten beiden RENEBAT-Vorhaben entwickelten statistischen Modelle zur Vorhersage des Kollisionsrisikos von Fledermäusen an WEA aus akustischen Aktivitätsdaten aktualisiert und behördliche Planungsvorgaben der Bundesländer evaluiert.

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AEE-Statusreport 2018 bietet aktuelle Infos auf Länderebene

Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) hat ihren „Statusreport Föderal Erneuerbar“ auf den neusten Stand gebracht. In dem Statusreport 2018 sind aktuelle Zahlen, Fakten und Infografiken sowie Interviews mit den zuständigen Ministerinnen und Ministern der Länder, energiepolitische Analysen und Best-Practice-Beispiele zusammengestellt und machen die Schwerpunkte der jeweiligen Landesregierungen bei der Energiewende deutlich. Die Publikation kann in Teilkapiteln auf der AEE-Website heruntergeladen oder als Gesamtausgabe über den Shop der AEE bestellt werden.

Link zur AEE-Website

AGORA-Impulspapier zu synchronem Ausbau Netze und EE

In einem aktuellen Impulspapier des Think Tanks AGORA Energiewende werden sowohl der notwendige Zubau von Wind- und Solaranlagen, der zum Erreichen des 65-Prozent-Ziels der Bundesregierung bis 2030 erforderlich ist, als auch die Maßnahmen, die zur Integration des Stroms aus erneuerbaren Energien in die Stromnetze ergriffen werden müssen, betrachtet.

Dem Papier zufolge müssten bei einem Stromverbrauch auf heutigem Niveau jährlich mindestens vier Gigawatt Windenergie an Land und fünf Gigawatt Photovoltaik neu installiert werden, um den im Koalitionsvertrag gesteckten Ausbauzielen gerecht zu werden. Bei der Windenergie entspräche das einem Zubau, der etwas unter dem Niveau der vergangenen Jahre liegt, bei der Photovoltaik bedeute dies hingegen eine Verdoppelung. Zusätzlich zu diesen Technologien sollte zudem das Ziel für die installierte Leistung von Windenergie auf See von 15 auf 20 Gigawatt im Jahr 2030 erhöht werden, was dem ursprünglichen Zielniveau entspräche. Durch ambitionierte Energieeffizienzmaßnahmen ließe sich laut der Autoren der Zubau deutlich verringern.

Im zweiten Teil der Studie werden zwölf Maßnahmen zur künftigen Integration der erneuerbaren Energien in die Stromnetze von 2018 bis 2030 gelistet, wobei die meisten Maßnahmen einer verbesserten Auslastung der bestehenden Netze dienen, was den Autoren zufolge mit der heute verfügbaren Technik bereits möglich ist.

Link zur Pressemitteilung
Link zur Studie

Fortschrittsbericht zur Energiewende in Bayern

In Bayern wurde kürzlich der „Fortschrittsbericht 2016/17 zum Umbau der Energieversorgung“ des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Energie und Technologie veröffentlicht. Dem Bericht zufolge hat Bayern bei der Umsetzung der Energiewende beachtliche Fortschritte gemacht. So lag der Anteil der erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch im Jahr 2016 bereits bei 19,8 Prozent, womit das süddeutsche Bundesland seinem Ziel, bis zum Jahr 2025 den Anteil der Erneuerbaren auf 20 Prozent zu erhöhen, näher rückt. Auch der Anteil der regenerativen Energien an der Bruttostromerzeugung in Bayern ist seit 2010 von 25,9 Prozent auf 43,3 Prozent im Jahr 2016 deutlich gestiegen. Die Windenergie leistet dabei mit Stand 2016 einen Beitrag von knapp vier Prozent. In absoluten Zahlen erreichte die Bruttostromerzeugung aus Windenergie 2016 über 3,2 TWh und hat sich damit gegenüber 2010 mehr als verfünffacht.

Die jüngste, in dem Bericht noch nicht aufgenommene Ausbauentwicklung im Freistaat ist stark rückläufig. Während nach Auswertungen der Registerdaten durch die FA Wind in den Jahren 2016 und 2017 jeweils rund 100 Neuanlagen in Betrieb gingen, waren es mit Stand Juni laut Anlagenregister der BNetzA im ersten Halbjahr 2018 lediglich acht neue Windräder, die ans Netz gingen.

Link zur Pressemitteilung

Nachtrag zum Video: Windenergie und Vogelschutz

Im letzten Newsletter haben wir ein ZDF-Video vorgestellt, in dem eingangs Schlagopferzahlen für Rotmilan und Mäusebussard genannt werden, welche von der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg seit dem Jahr 2002 gesammelt werden. Aus dem Bericht wird nicht deutlich, dass sich die Zahlen (400 tote Rotmilane und 500 tote Mäusebussarde) auf den gesamten Erfassungszeitraum seit 2002 - also die letzten 16 Jahre - beziehen. Dies soll hiermit klargestellt werden.

Nähere Informationen zur Schlagopfererfassung finden Sie auf der Website des Landesamts für Umwelt Brandenburg.

Link zur Website
Link zum Video und weitere Informationen

Neuigkeiten unserer Mitglieder

Baden-Württemberg: im Forschungsprojekt H2ORIZON wird aus Windenergie Wasserstoff

Im baden-württembergischen Lampoldshausen befindet sich mit dem DLR-Institut für Raumfahrtantriebe einer der größten Wasserstoffnutzer Europas und - in direkter Nachbarschaft - der derzeit größte Windpark in Baden-Württemberg im Harthäuser Wald. Auf Basis dieser Infrastrukturen bauen das DLR-Institut und die ZEAG Energie AG ein Testfeld zur regenerativen Herstellung von Wasserstoff auf. Dabei sollen Perspektiven für eine schrittweise Dekarbonisierung des Energie- und Verkehrssektors aufgezeigt und neue Wege der Energieversorgung eröffnet werden.

Das Anlagenkonzept im Projekt H2ORIZON besteht aus zwei wesentlichen Komponenten: Zum einen soll regenerativer Wasserstoff auf Basis von Windenergie aus dem Harthäuser Wald erzeugt werden. Zum anderen wird mit dem Projekt eine neue Anlage zur Versorgung des DLR-Standorts mit Wärme und Strom errichtet. Die erste Tonne Wasserstoff soll voraussichtlich im November 2018 produziert werden; zukünftig soll die Erzeugung von bis zu 100 Tonnen Wasserstoff im Jahr möglich sein.

Das Forschungsvorhaben wird durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg gefördert. Die feierliche Einweihung fand am 5. Juli mit rund 90 Vertretern aus Politik, Industrie und Wissenschaft statt.

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Hessen: Faktencheck zum Thema Sicherheit

Beim Bau und Betrieb von Windenergieanlagen kann es zu Ereignissen wie Bränden, Havarien, Eiswurf oder dem Austritt von Betriebsstoffen kommen. In einem Faktencheck des Bürgerforums Energieland Hessen wurden Anfang Juni mögliche Risiken und Fragen zu technischen Sicherheitsmechanismen, Sicherheitskonzepten und Anforderungen des Gesetzgebers zur Minimierung dieser Risiken mit einem Expertenpanel diskutiert. Ebenso erörtert wurden neue Entwicklungen zu weiteren Präventionsoptionen.

In einer Kurzdokumentation der Veranstaltung wird ein erster Überblick zu den zentralen Expertenaussagen gegeben. Ein umfangreicheres Faktenpapier, das die Inhalte der Diskussionen ausführlicher umfasst, wird derzeit erstellt und vorausscihtlich im Herbst veröffentlicht.

Link zur Kurzdokumentation
Link zur Faktencheck-Veranstaltung

Nordrhein-Westfalen: Forschung zu Seismologie

WEA emittieren Schwingungen über ihr Fundament in den Boden, die sich wellenförmig bis zu mehreren Kilometern ausbreiten. Für den Menschen sind diese Bewegungen nicht wahrnehmbar. Seismologische Stationen, die zur Überwachung von Erdbebenaktivitäten eingesetzt werden, können diese Erschütterungen allerdings erfassen, was Einfluss auf ihre Funktion haben könnte.

In NRW wurde nun das Forschungsprojekt „Minderung der Störwirkung von Windenergieanlagen auf seismologische Stationen“, kurz MISS, gestartet. Ziel des Vorhabens ist, praxisorientierte Prognoseverfahren zur Vorhersage der Erschütterungen zu entwickeln, die im Planungs- und Genehmigungsverfahren angewendet werden können. Ebenso sollen organisatorische und technische Minderungsmaßnahmen konzeptioniert werden.

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Rheinland-Pfalz: neue Verordnungen zur Eingriffsregelung

Am 15. Juni 2018 wurden in Rheinland-Pfalz die neue Landeskompensationsverordnung (LkompVO) sowie die neue Landeskompensationsverzeichnisverordnung (LkompVzVO) im Gesetz- und Verordnungsblatt veröffentlicht. Die LkompVO regelt näheres zum Vollzug der Eingriffsregelung. Näheres zum Vollzug des landesweiten Kompensationsverzeichnisses, das die Kompensationsmaßnahmen und die Maßnahmen aus Ersatzzahlungen sowie die dafür in Anspruch genommenen Flächen erfasst, sind in der LKompVzVO festgelegt.

Link zur Themenseite zur Eingriffsregelung des MUEEF

Schleswig-Holstein: Bürgerenergiefonds gestartet

Seit Anfang Juli unterstützt das Energiewendeministerium des Landes Schleswig-Holstein Bürgerenergieprojekte in der Startphase mit jeweils bis zu 200.000 Euro. Ziel des von der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) verwalteten Fonds ist es, die Förderlücke zwischen Projektidee und Projektumsetzung zu schließen. Über den Fond können Beratungen, Gutachten und Vorplanungen finanziert werden, konkret bspw. Steuer- oder Rechtsberatungen, Machbarkeitsstudien, UVP-Studien oder Maßnahmen zur Information und Beteiligung der Öffentlichkeit.

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Bundesverband WindEnergie: Hintergrundpapier zu Windenergie und Naturschutz aktualisiert

Der BWE hat sein erstmals im September 2016 erschienenes Hintergrundpapier „Windenergie im Zeichen des Naturschutzes“ auf den neuesten Stand gebracht. Darin informiert der Verband u.a. über aktuelle Entwicklungen, Forschungsergebnisse und Studien und bezieht zu einigen derzeit diskutierten Punkten Stellung.

Link zum Hintergrundpapier

Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende: erstes Jahrbuch erschienen

Mit „K18 – Konflikte in der Energiewende“ ist das erste Jahrbuch des Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende (KNE) erschienen. Dieses beinhaltet Artikel, Berichte und Interviews, betrachtet Konflikte im Rahmen einer naturverträglichen Energiewende und zeigt innovative und internationale Entwicklungen beim Ausbau der erneuerbaren Energien auf.

Link zum Jahrbuch


Dossier zum Ansatz „Abschaltzeiten für Windenergieanlagen zum Vogelschutz“

Im Jahr 2016 wurde im Auftrag des Landkreises Osnabrück ein Gutachten erstellt, in dem ein Verfahrensansatz zur Festlegung von Abschaltzeiten für die im Landkreis vorkommenden windenergiesensiblen Brutvogelarten entwickelt wurde. Im dem Dossier werden die wesentlichen Inhalte und Besonderheiten des Ansatzes zusammengefasst. Unter Berücksichtigung von Diskussionen, veröffentlichten Fachmeinungen und weiteren Quellen sowie eines am KNE im Dezember 2017 durchgeführten Fachgesprächs, an welchem auch ein Vertreter der FA Wind teilnahm, wird der Ansatz in den aktuellen fachlichen, rechtlichen und praktischen Kontext eingeordnet.

 Link zum Dossier und weitere Informationen

Auch im Rahmen des FA Wind-Arbeitskreises „Runder Tisch Vermeidungsmaßnahmen“ wurde der Schreiber-Ansatz bereits zweimal thematisiert.

1. Runder Tisch Vermeidungsmaßnahmen am 24.02.2016
2. Runder Tisch Vermeidungsmaßnahmen am 23.11.2016


In eigener Sache

Neuer Vorstandsvorsitzender

Seit 1. Juli 2018 ist  Michael Lindenthal, Ministerialdirigent a.D., neuer Vorstandsvorsitzender der FA Wind. Herr Lindenthal beschäftigt sich bereits seit den 1990er Jahren mit erneuerbaren Energien und der Windenergie. Er leitete zuletzt für mehrere Jahre die Abteilung „Energie und Klimaschutz“ im Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz. Zuvor war er u.a. als  Leiter des Referats „Klimaschutz“ sowie des Referats „Umweltverträgliche Energien und Produkte, Technologieförderung“ tätig.

Wir begrüßen Herrn Lindenthal ganz herzlich im Vorstand und freuen uns, gemeinsam mit ihm neue Aufgaben und Herausforderungen anzugehen.

Neue Geschäftsführerin

Die promovierte Wirtschafts- und Kulturwissenschaftlerin, Dr. Antje Wagenknecht, MBA, ist seit 01. August 2018 neue Geschäftsführerin der Fachagentur Windenergie an Land. Vor ihrer Tätigkeit bei der FA Wind war sie Geschäftsstellenleiterin am Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme (IWES) und Vorstand der Windenergie-Agentur (WAB e.V.) in Bremerhaven.

Publikationen der FA Wind

Hintergrundpapier: Beteiligung der Gemeinde an einer Bürgerenergiegesellschaft mit Zuschlag für Windenergieanlagen im Rahmen der Ausschreibung

Der Gesetzgeber hat mit der Einführung von Ausschreibungen für neue Windenergieanlagen die Teilnahmebedingungen für lokal verankerte Bürgerenergie-Akteure modifiziert und darüber gewisse Privilegien eingeräumt. Um in den Genuss der Sonderregelungen des § 36g EEG 2017 zu kommen, muss die Bürgerenergiegesellschaft die Gemeinde, auf deren Gebiet die Anlage realisiert werden sollen, finanziell beteiligen oder ihr zumindest eine Beteiligung an der Gesellschaft anbieten.

Sowohl für die Bürgerenergiegesellschaft als auch für die Standortkommune ergeben sich aus der auf den ersten Blick einfachen Regelung zahlreiche Detailfragen, auf die das EEG nur bedingt Antworten bietet. Den Rahmen, innerhalb dessen sich der Beteiligungsprozess der Standortgemeinde an der Bürgerenergiegesellschaft bewegen kann, zeigt die FA Wind in einem Hintergrundpapier auf. Dieses wurde in enger Zusammenarbeit mit dem DStGB, dem VKU sowie der DGRV erarbeitet.

Das Hintergrundpapier erläutert zum einen die gesetzlichen Beteiligungsvorgaben und benennt den möglichen Adressatenkreis für die Beteiligung und die dabei zu beachtenden kommunalrechtlichen Vorgaben. Zum anderen bietet es einen Überblick über gängige Rechtsformen von Windpark-Gesellschaften und zeigt auf, welche davon in den ersten fünf Ausschreibungsrunden von Bürgerenergiegesellschaften gewählt wurden. Im Anhang der Broschüre werden zudem alle bislang von der Beteiligungsoption tangierten Kommunen sowie die Zahl der dort bislang bezuschlagten Windräder aufgelistet.

Link zum Hintergrundpapier

 

Analyse 5. Ausschreibung Windenergie an Land

Das im Mai ausgeschriebene Volumen von 670 Megawatt (MW) wurde erstmals leicht unterzeichnet: Es gingen 111 Gebote für 604 MW neue Windenergieleistung ein. An der Auktion beteiligen konnten sich registrierte Genehmigungen mit 1.384 MW Leistung.

Durchgesetzt haben sich insbesondere Anlagenstandorte in Nordrhein-Westfalen (33 Zuschläge, 140 MW), Brandenburg (16 Zuschläge, 87 MW) und Sachsen-Anhalt (7 Zuschläge, 80 MW). Die Hälfte der erfolgreichen Anlagen und Leistung stammt aus diesen drei Ländern. Das Netzausbaugebiet hatte in dieser Auktion erneut keine Auswirkungen auf die Zuschlagsentscheidung. Bürgerenergiegesellschaften waren mit 15 erfolgreichen Geboten im Umfang von 113 MW beteiligt und bekommen als Zuschlagswert den Gebotswert des höchsten noch bezuschlagten Gebots (6,28 ct/kW).

Von den insgesamt 187 Windturbinen entfallen 65 Prozent auf Enercon (80 WEA) und Vestas (43 WEA). Die erfolgreichsten Anlagentypen in der Mai-Runde waren Vestas V126 (22 WEA) und Enercon E-115 (21 WEA).

Die kumulierte Betrachtung der Ergebnisse der fünf bisherigen Ausschreibungsrunden zeigt weiterhin eine starke Zuschlagskonzentration im Norden Deutschlands. Nördlich der Mainlinie sind 91 Prozent der bislang bezuschlagten Windenergieanlagen geplant, südlich davon lediglich neun Prozent. Von 1.131 bislang bezuschlagten Anlagen besitzen bis dato 40 Prozent eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung und damit die Baureife.

Link zur Analyse

 

Rundbrief Windenergie und Recht 02/2018

Anfang Juli ist ein neuer Rundbrief Windenergie und Recht erschienen. Die Entscheidungsbesprechungen sind das Ergebnis des Runden Tischs Windenergie und Recht, der am 29. Mai 2018 in Berlin stattgefunden hat.

Diese Ausgabe des Rundbriefs enthält einige jüngere Urteile zu den Anforderungen an die Darstellung von Konzentrationsflächen in der Flächennutzungsplanung. Die besprochenen Entscheidungen insbesondere des OVG Münster verdeutlichen, dass die Rechtsprechung sehr hohe Anforderungen an eine bestandskräftige Planung mit Ausschlusswirkung stellt. Dies gilt auch dann, wenn der Windenergie im Ergebnis substanziell Raum verschafft wurde.

Darüber hinaus decken die Urteile und Beschlüsse eine bunte Mischung an Themen ab: darunter das Konkurrenzverhältnis zwischen einem Antrag auf Erteilung eines Vorbescheids und einem Genehmigungsantrag, der auf § 3 Abs. 2 BNatSchG gestützten Abschaltanordnung sowie dem Zeitpunkt der Anerkennung einer Naturschutzvereinigung nach dem Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz.

Link zum Rundbrief
Anmeldung zum Rundbrief Windenergie und Recht


Hintergrundpapier: EEG 2017 - Ausschreibungsbedingte Neuerungen für Windenergieanlagen an Land 3. aktualisierte Auflage 2017, Stand: Juni 2018

Das Hintergrundpapier zu den relevanten Regelungen im Zusammenhang mit der Ausschreibung der Förderhöhe für Strom aus neuen Windenergieanlagen wurde an die aktuelle Rechtsentwicklung angepasst und eine elektronische Version der Publikation in dritter Auflage veröffentlicht. Das Dokument berücksichtigt den Stand der Gesetzgebung bis Anfang Juni 2018.

Link zum Hintergrundpapier

Veranstaltungen der FA Wind

Brechen & Sieben - Fachaustausch zum End-of-Life von Windenergieanlagen

Nach Ende ihrer Betriebszeit müssen Windenergieanlagen rückstandsfrei abgebaut und in Anspruch genommene Flächen renaturiert werden. Während bislang nur kleinere WEA im Rahmen eines Repowering bzw. dauerhaft stillgelegt wurden, werden in absehbarer Zukunft – spätestens nach Auslaufen der EEG-Förderung – Größe und Anzahl von abzubauenden WEA steigen. 

Am 4. September 2018 wird die FA Wind in Kooperation mit der EnergieAgentur.NRW das Thema End-of-Life von WEA im Rahmen eines halbtägigen Fachaustausches in Bremen allgemeinverständlich aufbereiten. Die Veranstaltung soll für das Thema Sensibilität in Ländern und Behörden schaffen, den Erfahrungsaustausch unter betroffenen Akteuren anregen und auf kommende Herausforderungen hinweisen. Vormittags findet außerdem die Besichtigung eines Recyclingstandortes statt.

Fragen inhaltlicher Art beantwortet Ihnen gerne Bettina Bönisch (T +49 64 494 60-64, boenisch@fa-wind.de).

 

SAVE THE DATE

Wind am Horizont - Fachaustausch zu Landschaftsbildfragen an Mittelgebirgsstandorten

Am 13. November 2018 veranstaltet die FA Wind in Mainz gemeinsam mit dem Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz und dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landwirtschaft einen Fachaustausch zu Landschaftsbildfragen an Mittelgebirgsstandorten.

Das Landschaftsbild ist bei der Planung von Windenergieanlagen sowohl in der Flächenausweisung als auch bei der Genehmigung als öffentlicher Belang zu beachten. Gleichzeitig ist die visuelle Wahrnehmung der Windräder eines der am häufigsten vorgetragenen Argumente ihrer Kritiker.

Der Fachaustausch richtet sich an kommunale Entscheider, Landschaftsplaner, Gutachter und Behördenvertreter, Tourismusverbände, Beratungsunternehmen und Projektentwickler sowie interessierte Akteure aus Wissenschaft und Politik vorrangig in Rheinland-Pfalz und Hessen. Ziel ist es, Grundlagen zu Anforderungen des Denkmalschutzes, zum rechtlichen Umgang mit dem Schutzgut Landschaftsbild und zur aktuellen planerischen Praxis zu vermitteln. Darüber hinaus sollen Diskussionen zu aktuellen Fragen, Erfahrungsaustausch und Netzwerkarbeit möglich werden.

Link zu Anmeldung und weiteren Informationen

Veranstaltungsrückblick

Workshop: Spielräume zur Beteiligung der Öffentlichkeit für Projektierer

Am 8. Juni 2018 veranstaltete die FA Wind in Berlin einen Workshop für Projektentwickler zum Thema Öffentlichkeitsbeteiligung. Das Ergebnispapier dieses Treffens ist jetzt online.

Link zum Ergebnispapier

 

Werkstatttreffen: Gemeinsam auf Kurs! 

Die FA Wind führt unter dem Titel Leinen los! einen Dialogprozess zu Öffentlichkeitsbeteiligung und finanzieller Teilhabe bei Windenergieprojekten und bringt dazu verschiedene Akteursgruppen und Handlungsebenen zusammen. Den Auftakt bildete das gleichnamige Arbeitstreffen am 28. März 2017 in der Kalkscheune in Berlin. Nach mehreren zielgruppenspezifischen Veranstaltungen haben wir nun – ein gutes Jahr später – die unterschiedlichen Perspektiven der FA Wind-Mitglieder erneut in der Kalkscheune zusammengebracht und am 26. Juni einen Tag lang intensiv zu Beteiligung und Teilhabe gearbeitet. Im Vordergrund standen diesmal Maßnahmen und Strategien, um den notwendigen Wandel gemeinsam zu gestalten.

weitere Informationen

Unterwegs

Am 29. August auf dem Windbranchentag Hessen/Rheinland-Pfalzin Wiesbaden referiert Jürgen Quentin  zu den Ausschreibungsergebnissen der beiden mitteldeutschen Bundesländer.

Informationen zur Veranstaltung

Darüber hinaus wird er am 6. September in Bonn  auf dem 3. Internationalen Bürgerwind-Symposium 2018 einen Vortrag zum Thema Repowering und Weiterbetrieb halten.

Informationen zur Veranstaltung

Weitere Veranstaltungen zum Thema Windenergie an Land finden Sie unter Termine.

Für mehr Neuigkeiten rund um das Thema Windenergie an Land besuchen Sie unsere Internetseite.

* Zu guter Letzt: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird überwiegend die männliche Schreibweise verwendet. Wir weisen an dieser Stelle ausdrücklich darauf hin, dass die ausschließliche Verwendung einer Form explizit geschlechterunabhängig verstanden werden soll.

Unser kostenloser Newsletter erscheint regelmäßig mit wichtigen Informationen zur Windenergie an Land. Er enthält aktuelle Berichte und Hinweise rund um wissenschaftliche, politische, rechtliche und technische Neuigkeiten. Alle Beiträge wurden sorgfältig recherchiert, damit verbundene Hinweise und Empfehlungen sind nach bestem Wissen ausgesucht, zusammengestellt und ausgeführt. Dennoch wird keine Gewähr für Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit übernommen.

Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich bitte an die Redaktion unter post@fa-wind.de.

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