Fachagentur Windenergie
Newsletter der Fachagentur Windenergie an Land e.V.
06/2015 - Ausgabe Dezember

Sehr geehrte Abonnentin,
sehr geehrter Abonnent,

wir freuen uns sehr, Sie mit unserem Newsletter über aktuelle Entwicklungen im Bereich Windenergie an Land informieren zu können.

In dieser Ausgabe lesen Sie folgende Beiträge:

Vorwort

Eckpunkte der EEG-Novelle 2016

Sachsen: Neuer Windenergieerlass

Aktuelle Ausbauzahlen

Neuigkeiten unserer Mitglieder

In eigener Sache

Veranstaltungen der FA Wind

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

© Holger Bedurke, 2014

wieder ist ein Jahr vergangen, gerade erst hat‘s angefangen... Fast so könnten wir von der FA Wind das Jahr 2015 kurz vor dem Jahreswechsel zusammenfassen. Es war kurzweilig, ergebnisreich und geprägt von vielen guten und interessanten Begegnungen und Gesprächen.

Im zweiten Jahr der Geschäftsstellentätigkeit konnten wir eine breite Palette von Vorhaben begleiten und abschließen. Ich möchte beispielhaft die Analyse „Mehr Abstand – mehr Akzeptanz?“, die Studie „Vermeidungsmaßnahmen bei der Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen“ und die „Gutachterliche Stellungnahme zur rechtlichen Bedeutung des Helgoländer Papiers der Länderarbeitsgemeinschaft der Staatlichen Vogelschutzwarten“ erwähnen. In diesem Newsletter stellen wir Ihnen ganz aktuell noch die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage vor, die die Akzeptanz der Windenergienutzung in der Bevölkerung und Einstellungen zur Windenergie als gesamtgesellschaftliche Aufgabe untersucht hat.

Gerade im Hinblick auf die geplanten Ausschreibungen befällt viele trotz sorgfältiger Pläne und Vorkehrungen eine mehr oder minder große Unsicherheit. Ich spüre deutlich, dass zentrale Elemente beim Ausbau der Windenergie an Land in der Schwebe sind. So stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage nach der weiteren geographischen Verteilung des Ausbaus der Windenergie an Land genauso wie, wer diesen denn zukünftig realisiert und wie auskömmlich er dann für Unternehmen, Stadtwerke und Bürgerenergiegenossenschaften sein wird. Daher möchte ich an das Zitat von Rainer Maria Rilke „Lasst Euch nicht beirren von Übergängen!“ erinnern, um Ihnen und uns selbst Mut zu machen, sich zielgerichtet und zuversichtlich auf Neues einzulassen.

Ich danke allen sehr herzlich, die sich im laufenden Jahr an welcher Stelle auch immer für die FA Wind eingesetzt haben. Es ist mein Wunsch, auch im Jahre 2016 mit Ihnen engagiert zusammenzuarbeiten und ich erbitte hierzu Ihre Unterstützung. Gemeinsam geht vieles besser, problemlos und schneller. In diesem Sinne würde ich mich sehr freuen, wenn das kommende Jahr eines des Miteinanders auf allen Ebenen werden würde. Tragen Sie doch, wie bisher, auch das Ihre dazu bei.

Ihnen allen wünsche ich eine friedliche und erwartungsvolle Adventszeit sowie ein angenehmes Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Familien und Freunde.

Kommen Sie gut in das Jahr 2016. Möge es Ihnen Frieden, Gesundheit und persönliches Wohlergehen bringen.

Ihr Axel Tscherniak

Geschäftsführer FA Wind

BMWi veröffentlicht Eckpunkte der EEG-Novelle 2016

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) veröffentlichte Ende November ein Eckpunktepapier, auf dessen Basis der Gesetzentwurf zur erneuten Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2016 erarbeitet werden soll. Mit der EEG-Novelle 2016 soll gewährleistet werden, dass die erneuerbaren Energien anhand von Ausschreibungen „kosteneffizient“ ausgebaut werden, wobei alle Akteure „faire Chancen“ in Ausschreibungen erhalten sollen.

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Neuer Windenergieerlass in Sachsen

In Sachsen ist am 20. November die Neufassung des Gemeinsamen Erlasses des Sächsischen Staatsministeriums des Innern und des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr über Mindestabstände zwischen Wohngebieten und Vorrang- und Eignungsgebieten zur Nutzung der Windenergie (VREG) in Kraft getreten.

Mit der Neufassung des Erlasses sollen die Vorgaben des Landesentwicklungsplans von 2013 konkretisiert und eine landeseinheitlich vergleichbare Ausübung des planerischen Gestaltungsspielraums der Regionalen Planungsverbände bei der Festsetzung von Abständen zwischen Windenergieanlagen und Wohngebieten ermöglicht werden. Damit wird die Vorgabe des Koalitionsvertrages umgesetzt, keine starren Mindestabstandsregelungen festzulegen.

Der Erlass stellt außerdem dar, dass über verschiedene Formate ein möglichst breites Informationsangebot für Bürger bereitzustellen ist. Auch sollen die Beteiligungsmöglichkeiten von Bürgern und/oder der Standortgemeinde am Betrieb von Windenergieanlagen aktiv gefördert und dadurch die lokale Akzeptanz erhöht werden.

Adressaten des Erlasses sind die vier Regionalen Planungsverbände als Träger der Regionalplanung. Er ist bei den laufenden Verfahren zur Fortschreibung der Regionalpläne entsprechend zu beachten.

Link zum Erlass

Aktuelle Ausbauzahlen

Mit dieser neuen Rubrik gibt die FA Wind in regelmäßigen Abständen einen Überblick über die Ausbausituation der Windenergie an Land in Deutschland. Mit Stand Oktober 2015 werden erstmals aktuelle Zahlen im Newsletter dargestellt.

Registrierte Inbetriebnahmen für den Zeitraum Januar bis Oktober 2015

Inbetriebnahmen

Anlagen

Leistung [MW]

Anteil
Gesamtzubau

Baden-Württemberg

13

35,1

1,7%

Bayern

72

185,5

9,2%

Berlin

0

0,0

0,0%

Brandenburg

95

258,4

12,1%

Bremen

4

11,3

0,5%

Hamburg

2

4,0

0,3%

Hessen

41

108,5

5,2%

Mecklenburg-Vorpommern

44

117,3

5,6%

Niedersachsen

95

256,8

12,1%

Nordrhein-Westfalen

83

207,5

10,6%

Rheinland-Pfalz

50

147,2

6,4%

Saarland

11

31,8

1,4%

Sachsen

19

41,2

2,4%

Sachsen-Anhalt

46

113,6

5,9%

Schleswig-Holstein

194

563,3

24,8%

Thüringen

13

38,6

1,7%

Gesamt

782

2.120,1

100,0%

Quelle: BNetzA, Stand Oktober 2015, eigene Darstellung

Bis Oktober 2015 registrierte Genehmigungen für neue WEA an Land, für die bis dato noch keine Inbetriebnahme gemeldet wurde

Genehmigungen

Anlagen

Leistung [MW]

Baden-Württemberg

58

158,8

Bayern

120

324,1

Berlin

2

4,7

Brandenburg

118

326,6

Bremen

1

3,0

Hamburg

2

4,0

Hessen

90

254,5

Mecklenburg-Vorpommern

71

199,4

Niedersachsen

176

506,0

Nordrhein-Westfalen

114

318,8

Rheinland-Pfalz

55

160,3

Saarland

22

59,7

Sachsen

9

21,9

Sachsen-Anhalt

89

254,1

Schleswig-Holstein

183

523,3

Thüringen

44

120,2

Gesamt

1.154

3.239,4

 Quelle: BNetzA, Stand Oktober 2015, eigene Darstellung

Link zum Anlagenregister der BNetzA

Neuigkeiten unserer Mitglieder

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi): Sigmar Gabriel gibt Startschuss für Modellvorhaben „SINTEG“

Am 1. Dezember ist das Förderprogramm "Schaufenster intelligente Energie - Digitale Agenda für die Energiewende" (SINTEG) in fünf Modellregionen gestartet. Das Programm thematisiert zentrale Herausforderungen der Energiewende wie die Systemintegration hoher Anteile erneuerbarer Energien, die Flexibilität und die Stabilität des Energieversorgungssystems, Energieeffizienz sowie den Aufbau intelligenter Energienetze.                                         

Die ausgewählten Modellregionen werden mit insgesamt bis zu 230 Millionen Euro über vier Jahre gefördert. Bundesminister Gabriel geht davon aus, dass dadurch private Investitionen von rund 600 Millionen Euro in die Digitalisierung des Energiesektors erfolgen werden. Über 200 Unternehmen und weitere Akteure beteiligen sich an den Schaufenster-Projekten, welche als Blaupause für eine breite Umsetzung intelligenter Energievernetzung in ganz Deutschland dienen sollen.

Weitere Informationen zum Förderprogramm SINTEG
Pressemitteilung des BMWi vom 01.12.2015

© FA Wind 2015 / Janto Trappe

Hessen: Landesregierung will Kommunen an Pachteinnahmen von WEA beteiligen

Die hessische Regierung will Kommunen in direkter Nachbarschaft zu Windrädern, die im Staatswald errichtet werden, zukünftig an den Pachteinnahmen des Landes beteiligen. Außerdem soll ein spezieller Fördertopf für Nachbarkommunen von Windenergieanlagen (WEA) geschaffen werden. Auf beiden Wegen sollen jährlich rund 1,2 Millionen Euro an die Städte und Gemeinden fließen. Das entspreche in etwa den Gewinnen, die das Land mit Windenergie im Staatsforst mache, erklärte Umweltministerin Priska Hinz (Grüne). Der neue Fördertopf sei für Klimaschutzprojekte in Kommunen gedacht, auf deren Gemarkung eine WEA stehe, sowie deren Nachbarn. Das Geld könne beispielsweise in Aufklärungsarbeit, die Entsiegelung öffentlicher Flächen oder die Begrünung von Dächern und Fassaden investiert werden, so die Angaben des Umweltministeriums. Kommunen in direkter Nachbarschaft zu einer WEA im Staatswald können künftig von den Pachteinnahmen profitieren, die das Land für die Stellplätze erhält. 20 Prozent dieser Einnahmen sollen auf die antragsberechtigten Kommunen verteilt werden.

Pressemitteilung des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vom 03.12.2015

Niedersachsen: Landesregierung äußert sich zu Ästhetik von Windparks

Stefan Wenzel, Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz, hat namens der Landesregierung auf eine mündliche Anfrage der Abgeordneten Dr. Gero Hocker, Jörg Bode und Christian Grascha (FDP) geantwortet.

In vielen Ländern Europas werden bei der Genehmigung von Windparks ästhetische Aspekte in die Entscheidung miteinbezogen. In Dänemark und Frankreich gibt beispielsweise das „Handbuch für die Umweltverträglichkeitsprüfung von Windparks" Empfehlungen für die Planung der Parks, damit durch eine landschaftsbezogene Planung Konflikte vermieden werden.

In der Anfrage wurde zum einen die Frage gestellt, wie die Landesregierung die Forderung nach stärkerer Berücksichtigung ästhetischer Aspekte bei der Genehmigung von Windparks behandelt. Zum anderen wurden Konzepte der Landesregierung zur Minimierung von Konflikten zwischen erneuerbaren Energien und dem Eingriff in das Landschaftsbild abgefragt mit besonderem Fokus auf das Thema Denkmalschutz.

Link zur Antwort auf die mündliche Anfrage „Welche Rolle spielt die Ästhetik bei Windparks?“ vom 13.11.2015

Bundesverband WindEnergie (BWE): Veröffentlichung zu bedarfsgerechter Befeuerung

Der BWE hat in einem White Paper Hintergrundinformationen zur bedarfsgerechten Befeuerung zusammengestellt. In der Veröffentlichung werden u.a. Forschungsergebnisse mit Blick auf die Akzeptanz der Befeuerung von Windenergieanlagen (WEA), technische Merkmale und Fragen der Wirtschaftlichkeit des Systems dargestellt.

Das von ENERTRAG gemeinsam mit Airbus entwickelte System »Airspex« hat dieses Jahr erstmals die Genehmigung für eine radargestützte Befeuerungstechnik erhalten, die das nächtliche Blinken von WEA weitgehend beendet. Die Steuerung schaltet die Befeuerung nur dann an, wenn das Radarsystem ein anfliegendes Flugzeug entdeckt (FA Wind berichtete im April 2015). Die Allgemeine Verwaltungsvorschrift (AVV) wurde hinsichtlich der Kennzeichnung von Luftfahrthindernissen am 26. August 2015 geändert und das System der bedarfsgerechten Befeuerung damit anerkannt. Mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 1. September 2015 ist die Änderung der AVV in Kraft getreten (siehe Newsletter Juli und November 2015).

Link zum Whitepaper des BWE

In eigener Sache

Umfrage zur Akzeptanz der Windenergie an Land

Die Anwohner von Windenergieanlagen sind mit diesen in hohem Maße einverstanden; der Ausbau der Windenergie an Land ist nach wie vor breit akzeptiert. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Fachagentur Windenergie an Land Ende Oktober 2015 durchgeführt hat. Die Ergebnisse verdeutlichen zudem den großen Wert, den aktive Informationsarbeit, Öffentlichkeitsbeteiligung und die bisher gelebte Akteursvielfalt für die Akzeptanz der Windenergie vor Ort haben können.

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Monitoringberichte zu Vermeidungsmaßnahmen gesucht

Im Rahmen eines Runden Tisches von Fachexperten wird die FA Wind zukünftig Vermeidungsmaßnahmen für windenergieanlagensensible Vogelarten besprechen und analysieren. Ziel ist es, ein Forum zum Austausch über Vermeidungsmaßnahmen zu schaffen sowie deren Wirkungsprognose zu verbessern. Anhand der Ergebnisse von durchgeführten Monitorings sollen die Maßnahmen diskutiert, bewertet und nach Möglichkeit allgemeine Verbesserungsvorschläge unterbreitet werden.

In diesem Zusammenhang sind wir auf der Suche nach Monitoringberichten von Vermeidungsmaßnahmen und bitten Fachbehörden und/oder Betreiber, uns entsprechende Berichte, auch in anonymisierter Form, zur Verfügung zu stellen. Hinweise auf durchgeführte Maßnahmen oder Stellen, wo entsprechende Berichte vorliegen, können für weitere Recherchen ebenso hilfreich sein.

Bei Rückfragen oder Interesse an der Bereitstellung von entsprechenden Daten wenden Sie sich bitte an Franziska Tucci (tucci[at]fa-wind.de, Tel. 030 64 494 60 67).

Der Runde Tisch wird ab Anfang 2016 in einem etwa halbjährlichen Rhythmus tagen.

Die FA Wind stellt sich vor

© Nils Bornemann, 2015

Doreen Nicklisch ist seit April 2014 bei der FA Wind tätig. Neben ihrer Sekretariatsarbeit ist sie für die Abrechnung der Fördermittel gegenüber dem Projektträger des BMWi zuständig und betreut den Verwaltungs- und Finanzbereich der Fachagentur.

Im Anschluss an ihre Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation ist Frau Nicklisch als Dezernatssekretärin bei der IHK Cottbus und in einem Berliner Architekturbüro beschäftigt gewesen. Bevor sie zur FA Wind wechselte, arbeitete sie als Projektassistentin in einer Unternehmensberatung.

Rückblick auf vergangene Veranstaltungen

Unterlagen online:

Workshop „Windenergie im Wald“

Im Rahmen der Wind.Energie - Mitteldeutschen Branchentage 2015 fand am 14. Oktober ein Workshop zum Thema „Windenergie im Wald“ in Erfurt statt (siehe Newsletter 05/2015).

Link zu den Workshopunterlagen

 

Diskussionsveranstaltung "Rechtsgutachten Helgoländer Papier"

Am 12. November 2015 wurde in Berlin das Rechtsgutachten „Abstandsempfehlungen für Windenergieanlagen zu bedeutsamen Vogellebensräumen sowie Brutplätzen ausgewählter Vogelarten – Gutachterliche Stellungnahme zur rechtlichen Bedeutung des Helgoländer Papiers der Länderarbeitsgemeinschaft der Staatlichen Vogelschutzwarten (LAG VSW 2015)“ vorgestellt und in einem breiten Expertenkreis diskutiert.

Link zu den Veranstaltungsunterlagen

Weitere Veranstaltungen zum Thema Windenergie an Land finden Sie unter Termine.

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