Fachagentur Windenergie
Newsletter der Fachagentur Windenergie an Land e.V.
06/2016 - Ausgabe Dezember

Sehr geehrte Abonnentin,
sehr geehrter Abonnent,

wir freuen uns sehr, Sie mit unserem Newsletter über aktuelle Entwicklungen im Bereich Windenergie an Land informieren zu können.

In dieser Ausgabe lesen Sie folgende Beiträge:

Vorwort

Entwurf der Netzausbaugebietsverordnung

Eingriff und Ausgleich bei WEA-Vorhaben

Lernerlebnis Energiewende

Neuigkeiten unserer Mitglieder

In eigener Sache

Publikationen der FA Wind

Veranstaltungen der FA Wind

Rückblick auf vergangene Veranstaltungen

Unterwegs

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

© Holger Bedurke, 2014

wenige Wochen nach Ratifizierung des Pariser Klimaschutzabkommens ist dieses noch einmal stark in den Fokus geraten. Vor der UN-Klima-
konferenz in Marrakesch (COP 22) wollten Bund und Länder mit dem deutschen Klimaschutzplan die zukünftig notwendigen Umsetzungsschritte und die Verantwortlichkeiten aufzeigen.

Dabei muss der Klimaschutzplan aus meiner Sicht drei wesentliche Aufgaben erfüllen: Erstens muss er Bewusstsein dafür schaffen, was ansteht. Zweitens muss er Ziele mit Maßnahmen verbinden, sodass sie operationalisierbar werden. Drittens müssen Akteure in allen Sektoren auf ihre Rollen und Verantwortlichkeiten aufmerksam gemacht werden. Derzeit erfüllt der Plan diese Erwartungen noch nicht.

Der Klimaschutzplan ist das Herzstück der Klimaschutzpolitik. Er muss die Leserinnen und Leser zum Pulsieren bringen und eben mehr sein als eine Ansammlung von Worthülsen. Als Leserin und Leser darf man sich nicht aussuchen, was gemeint sein könnte. Der Klimaschutzplan muss den Takt vorgeben, mit dem wir in Deutschland die Maßnahmen umsetzen. Er ist die Voraussetzung und das Regiebuch für Klimaschutz. Er muss für die Akteure die Aufgaben definieren und Messlatten sehr ambitioniert legen.

Deutschland kann von den technologischen Innovationen bei der Windenergie an Land und den wirtschaftlichen Impulsen stark profitieren. Wir brauchen keine Kompromisse. Wir müssen die „inneren Thermostate“ jetzt richtig setzen. Ambivalenz ist gefährlich. Apathie auch.

In diesem Newsletter finden Sie die neueste Auswertung des Anlagenregisters der Bundesnetzagentur. Die Zahlen des Ausbaus der Windenergie an Land in den ersten neun Monaten des Jahres sind beeindruckend und zeigen, was Unternehmen, Behörden und Gesellschaft imstande sind zu leisten, um der Erderwärmung Einhalt zu gebieten.

Ein interessantes und arbeitsreiches Jahr liegt hinter uns. Im Namen des gesamten Teams der FA Wind bedanke ich mich für Ihr Interesse an unserer Arbeit und für Ihre Unterstützung und konstruktive Begleitung. Ich würde mich freuen, wenn wir auch im neuen Jahr auf sie zählen dürfen.

Ich wünsche Ihnen ein friedliches, besinnliches Weihnachtsfest und ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr.

Ihr

Axel Tscherniak

Geschäftsführer

BNetzA veröffentlicht Entwurf der NAGV

© FA Wind

Das EEG 2017 begrenzt in § 36c die Zuschläge zugunsten von Windenergieanlagen, die im sog. Netzausbaugebiet errichtet werden sollen. Die räumliche Ausgestaltung des Netzausbaugebiets sowie die Festlegung der jährlichen Zuschlagsobergrenze sind gemäß § 88b EEG 2017 durch Rechtsverordnung zu konkretisieren.

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat im Rahmen der Länder- und Verbändebeteiligung Mitte November den Entwurf der Verordnung zur Einrichtung und Ausgestaltung eines Netzausbaugebiets (Netzausbaugebietsverordnung – NAGV) veröffentlicht. Der geographische Gebietszuschnitt des Netzausbaugebiets erfasst danach die Bundesländer Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein sowie die nördlichen Landkreise und kreisfreien Städte in Niedersachsen (siehe Abbildung).

Die Obergrenze für jährlich maximal zu vergebende Zuschläge legt der Verordnungsentwurf auf 902 Megawatt zu installierende Windenergieleistung fest. Die sich für ein Kalenderjahr ergebende Höchstmenge im Netzausbaugebiet wird gleichmäßig auf die Ausschreibungsrunden eines Jahres verteilt und vor jedem Gebotstermin von der Bundesnetzagentur im Internet bekannt gegeben.

Sowohl das Netzausbaugebiet als auch das darin geltende Zuschlagslimit für neue Windenergieleistung evaluiert die Bundesnetzagentur bis zum 31. Juli 2019. Danach werden alle zwei Jahre sowohl der Gebietszuschnitt unter Berücksichtigung der Fortschritte bei Planung und Bau der Stromnetze als auch die Zuschlagsobergrenze überprüft. Die Verordnung kann erstmals zum 1. Januar 2020 und danach alle zwei Jahre zum 1. Januar durch die Bundesnetzagentur geändert werden.

Netzausbaugebietsverordnung, Entwurf vom 17.11.2016

Leitfaden zu landwirtschaftlichen Ausgleichsflächen

Eingriffe in den Naturhaushalt und das Landschaftsbild im Rahmen von Windenergievorhaben müssen nach Bundesnaturschutzgesetz immer ausgeglichen werden. Für diese Kompensationsmaßnahmen werden Flächen benötigt, die Landwirten als produktives Agrarland verloren gehen. Wissenschaftler des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagement der Fachhochschule Trier haben nun ein Konzept für den Umgang mit dem knappen Gut Fläche entwickelt. In einem Praxis-Leitfaden zeigen sie auf, wie sich Naturschutz mit der landwirtschaftlichen Nutzung von Ausgleichsflächen vereinbaren lässt.

Meldung des Wind.Dialog.NRW vom 07.11.2016
Weitere Informationen und  Bestellung des Leitfadens: Produktionsintegrierter Naturschutz mit nachwachsenden Rohstoffen

Lernerlebnis Energiewende vermittelt Wissen

© FS Infotainment

Das Lernerlebnis Energiewende ist eine bundesweite, von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Bildungs- und Informationsveranstaltung für Schüler der Klassen
5 bis 10. Im Rahmen einer multimedial-interaktiven Inszenierung werden Jugendliche unterhaltsam und informativ auf eines der vordringlichen Zukunftsthemen eingestimmt: den sukzessiven Umstieg auf regenerative Energien.

Die Endlichkeit fossiler Rohstoffe steht dabei genauso im Mittelpunkt wie die unterschiedlichen Möglichkeiten regenerativer Energiegewinnung durch Windenergie, Biomasse, Photovoltaik, Geothermie und Wasser. Auch werden weiterführende Themen wie Blockheizkraftwerke und dezentrale Energieerzeugung mittels Schwarmtechnologie erläutert. Ziel der gemeinsamen Lernreise ist ein Deutschland im Jahr 2050, das zu 80 Prozent auf erneuerbare Energien setzt.

Unter dem Titel „Lernerlebnis Energie sparen“ ist ein weiteres Lerntheaterformat deutschlandweit an Grundschulen unterwegs, welche sich an die Klassen 1 bis 4 richtet und bereits den Jüngsten Wissen rund um das Thema erneuerbare Energien vermittelt.

Das Projekt wird konzipiert und durchgeführt von der Agentur FS Infotainment und arbeitet mit verschiedenen Netzwerkpartnern, Energieversorgern und Unternehmen zusammen.

Lernerlebnis Energiewende
FS Infotainment

Neuigkeiten unserer Mitglieder

© BMWi/Susanne Eriksson

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Förderprogramm „Schaufenster intelligente Energie - Digitale Agenda für die Energiewende“ startet in fünf Regionen

Am 6. Dezember hat Staatssekretär Rainer Baake der Startschuss für fünf Modellregionen gegeben, die im Rahmen des Förderprogramms „Schaufenster intelligente Energie - Digitale Agenda für die Energiewende“ (SINTEG) innovative Technologien und Verfahren für die Energieversorgung der Zukunft untersuchen werden.

Ziel von SINTEG ist es, Musterlösungen für eine klimafreundliche, sichere und effiziente Energieversorgung bei einem hohen Anteil erneuerbarer Energien zu erarbeiten. Die intelligente Vernetzung von Erzeugung und Verbrauch durch den Einsatz innovativer Netztechnologien und -betriebskonzepte steht im Zentrum des Programms. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert die fünf Schaufenster in den nächsten vier Jahren mit über 200 Millionen Euro. Ergänzt durch private Investitionen stehen über 500 Millionen Euro für die Digitalisierung des Energiesektors zur Verfügung.

An den Schaufenster-Regionen sind mehr als 200 Unternehmen und weitere Akteure, z.B. aus der Wissenschaft, beteiligt. Die Projekte haben den Auftrag, „Blaupausen“ für die breitenwirksame Umsetzung einer intelligenten Stromversorgung auf Basis erneuerbarer Energien zu entwickeln.

Die fünf Schaufenster wurden im Rahmen eines Förderwettbewerbs ausgewählt. Mit der Übergabe der Förderbescheide hat der aktive Teil des Programms begonnen.

Pressemitteilung des BMWi vom 06.12.2016
Nähere Informationen zum Förderprogramm SINTEG

Baden-Württemberg: Windenergieausbau erreicht 2016 Spitzenwert

Bis Mitte November wurden 100 neue Windenergieanlagen im Jahr 2016 an das Netz angeschlossen. Die hundertste Anlage wurde auf dem Gebiet der Gemeinde Braunsbach im Landkreis Schwäbisch-Hall errichtet, sie hat eine Leistung von 3 Megawatt. Die Investitionsbereitschaft bleibt weiter hoch, in diesem Jahr wurden 53 neue Genehmigungen erteilt und 180 Neuanträge für Windenergieanlagen registriert. Insgesamt drehen sich in Baden-Württemberg derzeit 543 Windräder.

Pressemitteilung des Baden-Württembergischen Umweltministeriums vom 16.11.2016

Hessen: Neue Windenergie-Vorrangflächen in Mittelhessen

Am 9. November 2016 wurde der Teilregionalplan Energie in der Regionalversammlung Mittelhessen abschließend beraten und dabei 12.100 Hektar (2,2 Prozent der Fläche der Region) in fast 130 Vorranggebieten für die Windenergienutzung festgelegt. Damit wurde ein fünfjähriger Planungsprozess abgeschlossen. Nun wird der Plan vom hessischen Wirtschaftsministerium geprüft. Um Gemeinden auch zukünftig Unterstützung bei der Umsetzung von Windenergievorhaben zu bieten, werden vom Hessischen Wirtschaftsministerium weiterhin Mittel für das Bürgerforum Energieland Hessen bereitgestellt.

Pressemitteilung des Hessischen Wirtschaftsministeriums vom 10.11.2016

 

Kurzfassungen von Faktenchecks erschienen

Das Bürgerforum Energieland Hessen hat von drei Faktenchecks zum Thema Windenergie in Hessen Kurzfassungen erstellt. Die zwei- bis vierseitigen Dokumente geben die wichtigsten Diskussionsergebnisse der in den letzten zwei Jahren durchgeführten Veranstaltungen zu den Themen Infraschall, Natur- und Umweltschutz sowie Wirtschaftlichkeit wieder. Umfangreiche Dokumentationen der Faktenchecks sind ebenso über die Website des Bürgerforums abrufbar.

Kurzfassung Faktencheck Infraschall
Kurzfassung Faktencheck Natur- und Umweltschutz
Kurzfassung Faktencheck Wirtschaftlichkeit
Website des Bürgerforums Energieland Hessen

Rheinland-Pfalz: Ministerrat bringt neue Regeln für Windenergie auf den Weg

Mit der Fortschreibung des Landesentwicklungsprogramms (LEP) setzt Rheinland-Pfalz die Koalitionsvereinbarung zum Thema Windenergie um. Dieser enthält u.a. neue Vorgaben zu Ausschlussgebieten, Abstandsvorgaben zur Wohnbebauung und Hinweise für das Repowering.

Der Entwurf zur Teilfortschreibung des LEP wird in allen kreisfreien Städten und Kreisverwaltungen ausgelegt. Damit beginnt die formelle Öffentlichkeitsbeteiligung. Neben Verbänden, Institutionen, Behörden und Kommunen können sich auch Privatpersonen mit einer Stellungnahme einbringen. Der nach den Stellungnahmen überprüfte Entwurf wird dem Innenausschuss des Landtags vorgelegt und schließlich vom Ministerrat beschlossen. Mit diesem Beschluss, der voraussichtlich im Frühjahr 2017 gefasst wird, tritt dann die Teilfortschreibung des LEP in Kraft.

Verordnungsentwurf der Landesregierung (Stand 27.09.2016)

© FA Wind

Nordrhein-Westfalen: Infoheft zu Windenergie im Wald

Zum Erreichen der klimapolitischen Ziele des Landes Nordrhein-Westfalen ist derzeit der Ausbau der Windenergie auf bestimmten ökologisch weniger bedeutsamen Forstflächen unverzichtbar. Eine neue Broschüre des BWE Landesverbandes NRW und des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) beantwortet die wichtigsten Fragen zum Ausbau der Windenergie im Wald, zeigt Chancen und Potenziale in Nordrhein-Westfalen auf und setzt sich mit Vorurteilen auseinander.

Link zum Infoheft Windenergie im Wald

 

Neue Broschüre: Strom aus Erneuerbaren Energien in Nordrhein-Westfalen

Das Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz (LANUV) hat in einer Broschüre den Stand und Ausbau der Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien in Nordrhein-Westfalen dokumentiert. Neben reinen Zahlen und Fakten enthält die Broschüre zahlreiche Abbildungen und Diagramme zur Veranschaulichung von teils komplexen Sachverhalten. Allein von 2010 bis 2015 stieg der erzeugte Strom von etwa 12 auf circa 18 Terawattstunden an. Die Windenergie lieferte 2015 dazu bereits einen Beitrag von 7 Terawattstunden. Mit 38 Prozent zählt die Windenergie in Nordrhein-Westfalen zu den wichtigsten erneuerbaren Stromquellen. Neuinstallationen bei der Windenergie haben in den letzten fünf Jahren kontinuierlich zugenommen.

Link zur Broschüre

 

Neue Online-Community "Bürgerenergie und Energiegenossenschaften"

Die EnergieAgentur.NRW hat eine Dialogplattform eingerichtet, speziell für Bürgerenergieakteure und Genossenschaften. Die Online-Community dient einem besseren gegenseitigen Austausch und der engeren Vernetzung mit anderen Bürgerenergieakteuren. Es werden unterschiedliche Möglichkeiten zur Kommunikation mit anderen Nutzern zur Verfügung stehen: Vom Chat über persönliche Mitteilungen, bis hin zu einer Mitteilung an die gesamte „Community“, die von anderen wiederum kommentiert bzw. beantwortet werden kann.

Weitere Informationen und Registrierung

Schleswig-Holstein: Kabinett verabschiedet Regionalplanentwürfe für neue Windenergieplanung

 Die Schleswig-Holsteinische Landesregierung hat am 6. Dezember 2016 die Entwürfe der neuen Teilregionalpläne Windenergie verabschiedet. Nach Abwägung aller objektiven Kriterien sollen 1,98 Prozent der Landesfläche als Vorranggebiete für die Windenergie ausgewiesen werden. 98 Prozent des Landes würden damit von Windenergieanlagen freigehalten, betonte Ministerpräsident Torsten Albig.

Die Entwürfe sehen 354 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie vor. Von den derzeit rund 3.000 Anlagen liegen laut Landesregierung etwa 1.300 Anlagen außerhalb der neuen Vorrangflächen. Für diese Anlagen gilt bis zum Ende ihrer technischen Lebensdauer Bestandsschutz. Danach sind sie abzubauen. Insbesondere in stärker belasteten Regionen soll eine Entlastung der Bevölkerung durch einheitliche, größere Abstände zu Siedlungen erreicht werden.

Ein Repowering von Altanlagen ist zukünftig nur innerhalb von Vorranggebieten zulässig. Den Betreibern von Bestandsanlagen außerhalb von Vorranggebieten werden 0,2 Prozent Repowering-Vorranggebiete bereitgestellt. Dort dürfen Neuanlagen errichtet werden, sofern dafür zwei alte Windräder vom Netz gehen.

Mithilfe eines Online-Tools zur Öffentlichkeitsbeteiligung können sämtliche Planunterlagen ab sofort eingesehen werden. Die formale Beteiligungsphase soll Ende Dezember starten; die Möglichkeit zur Stellungnahme läuft bis Ende Juni 2017.

Meldung der Schleswig-Holsteinischen Landesregierung vom 06.12.2016
Online-Tool zur Öffentlichkeitsbeteiligung

 

Aktualisierung der Empfehlungen für Windenergie-Vorhaben beim Vorkommen sensibler Großvogelarten

Das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume und das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume haben die Handreichung „Errichtung von Windenergieanlagen (WEA) innerhalb des Potenziellen Beeinträchtigungsbereiches und des Prüfbereiches bei einigen sensiblen Großvogelarten – Empfehlungen für artenschutzfachliche Beiträge im Rahmen der Errichtung von WEA“ aktualisiert. Die zweite Auflage enthält ausführliche Hinweise für die Durchführung, Auswertung und Ergebnisdarstellung von Raumnutzungsanalysen zu Groß- und Greifvögeln in Schleswig-Holstein. Raumnutzungsanalysen bilden im Rahmen von Genehmigungsverfahren für Windenergieanlagen die artenschutzrechtliche Prüfgrundlage. Sie sind Bestandteil oder eigenständiger Anhang des artenschutzrechtlichen Fachbeitrags. Neben artbezogenen Empfehlungen zu Untersuchungszeiträumen und Beobachtungsschwerpunkten sowie methodischen Hinweisen zu Beobachtungsstandorten und zur Anzahl von Beobachtern enthält die Handreichung Vorgaben zur Darstellung der Untersuchungsergebnisse. In den neu hinzugekommenen Kapiteln 3.4 bis 3.6 wird erläutert, wie bei veränderter Horstnutzung (z.B. bei Wechselhorsten), bei anthropogener Horstzerstörung und im Fall von getöteten oder verletzten Tieren vorzugehen ist. Anhand von Fallbeispielen werden Ansprüche an Untersuchungskonstellationen und Konsequenzen aus Untersuchungssituationen beschrieben.

Link zur Handreichung

Bundesverband WindEnergie: Handreichung zu Ausschreibungen

Der Bundesverband WindEnergie (BWE) hat eine Handreichung zum Ausschreibungsverfahren für die Praxis erarbeitet. Diese bietet einen Überblick über das Ausschreibungssystem und die notwendigen Schritte. Eine Vorabversion ist bereits verfügbar.

Als zusätzliche Hilfestellung veranstaltet der BWE insgesamt zehn Infotage zum Ausschreibungsverfahren, diese finden über das gesamte Bundesgebiet verteilt statt.

Link zur Vorabversion der Handreichung
Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe

In eigener Sache

Neue studentische Mitarbeiterin

Noëlle Cremer studiert derzeit an der Humboldt-Universität zu Berlin im Bachelor-Studiengang Geographie und Sozialwissenschaften mit einem Schwerpunkt auf den Themen der Nachhaltigkeit. Frau Cremer unterstützt die FA Wind im Tagesgeschäft und wirkt in laufenden Projekten mit.

Publikationen der FA Wind

Analyse: Ausbau der Windenergie an Land im Herbst 2016

2016 dürfte eines der stärksten Jahre des Windenergieausbaus in Deutschland werden. Darauf deuten Zahlen des aktuellen Anlagenregisters hin: Zwischen Januar und September gingen knapp 1.100 Windenergieanlagen mit 3.070 Megawatt (MW) neu an das Netz; ein Plus von 60 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2015. Zudem sind 1.266 genehmigte Anlagen (3.647 MW) im Register erfasst, für die bis dato die Inbetriebnahme noch aussteht. 70 Prozent der Genehmigungen wurden in diesem Jahr erteilt. Im geplanten Netzausbaugebiet gingen in den ersten drei Quartalen 962 MW Windenergieleistung in Betrieb; weitere 1.168 MW sind als genehmigt registriert und können dort noch ohne ausschreibungsbedingtes Limit errichtet werden. Infolge der bisherigen Ausbaudynamik und der aktuellen Genehmigungssituation ist zu erwarten, dass bis Jahresende zwischen 4,2 und 4,5 GW Neuanlagenleistung in Betrieb gehen werden.

Link zu Analyse

 

Hintergrundpapier zu Neuerungen für die Windenergie im EEG 2017

Die FA Wind hat das Ausschreibungsverfahren für Windenergieanlagen an Land in einem Hintergrundpapier für die Praxis aufbereitet. Die Publikation erläutert den Verfahrensablauf und stellt die Anforderungen an Gebote im Einzelnen dar. Die Folgen eines Zuschlags bzw. eines nicht berücksichtigten Gebots werden anschließend aufgezeigt. Ein weiteres Kapitel widmet sich den Sonderregelungen für Bürgerenergiegesellschaften. Zuletzt wird dargelegt, unter welchen Voraussetzungen sogenannte Übergangsanlagen noch nach gesetzlich vorgegebenen Fördersätzen vergütet werden können. In Checklisten und Hinweisen für die Praxis werden die wichtigsten Punkte übersichtlich zusammengefasst.

Link zum Hintergrundpapier

Auf der Themenseite Ausschreibungen / EEG bietet die FA Wind außerdem Berechnungsmodule an, mit denen sich die Korrekturfaktoren zwischen Stützwerten
(§ 36h Abs. 1 EEG 2017) oder die Höhe möglicher Pönalen (§ 55 EEG 2017) exemplarisch ermitteln lassen.

Weitere Informationen

 

Dokumentation: Fachkonferenz „Zukunft Windenergie“

Am 27. und 28. Juni 2016 fand unter dem Motto „Zukunft Windenergie: Paris – Berlin – Steinfurt“ die erste Fachkonferenz der FA Wind statt. Insgesamt nahmen an beiden Veranstaltungstagen rund 200 Vertreterinnen und Vertreter aus Bund, Ländern und Kommunen sowie der Wissenschaft, der Windenergiebranche und des Naturschutzes teil. Zu dieser großen Resonanz trug sicher die Idee bei, ein thematisch sehr breit gefächertes Programm rund um die aktuellen Themen der Windenergie an Land anzubieten. An zwei Konferenztagen beleuchteten Referentinnen und Referenten kompakt, fach- und themenübergreifend Chancen für den weiteren Ausbau der Windenergie an Land in Deutschland. Dabei kamen Praktiker ebenso zu Wort wie Vertreter aus Verwaltung und Wissenschaft.

Die wesentlichen Vortragsinhalte und Diskussionsergebnisse wurden in einer Tagungsdokumentation zusammengefasst. Auf Anfrage per Mail an post[at]fa-wind.de schicken wir Ihnen gerne ein kostenloses Leseexemplar.

Link zur Dokumentation

Veranstaltungen der FA Wind

Seminare Ausschreibungen

Seit November bietet die FA Wind eine Seminarreihe zu den im EEG 2017 neu eingeführten Ausschreibungen für die Windenergie an. In den Seminaren erläutern Vertreter der FA Wind den Ablauf des Ausschreibungsverfahrens. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Sonderregelungen für Bürgerenergiegesellschaften.

Bürgerenergiegesellschaften können in jeder gängigen Gesellschaftsform gegründet werden; besondere Einschränkungen sieht das Gesetz nicht vor. Anders als „reguläre“ Bieter dürfen sie auch ohne eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung für ihr Projekt an der Ausschreibung teilnehmen. Damit soll ein Scheitern nach Durchlaufen des kosten- und zeitintensiven Genehmigungsprozesses ausgeschlossen werden. Setzen sich Bürgerenergiegesellschaften mit ihren Geboten in der Ausschreibung durch, erhalten sie den Preis des höchsten noch bezuschlagten Gebots. Um von diesen Erleichterungen zu profitieren, darf allerdings kein Mitglied einer Bürgerenergiegesellschaft in den letzten 12 Monaten vor der Ausschreibung einen Zuschlag für ein anderes Projekt erhalten haben. Gerade Genossenschaften, die bislang als ein Rückgrat der Bürgerenergie galten, stellt diese Anforderung jedoch vor Probleme: Bei Genossenschaften mit vielen stimmberechtigen Mitgliedern könne nicht rechtssicher ausgeschlossen werden, dass Einzelne an anderen Projekten beteiligt sind, die in den vergangenen 12 Monaten bezuschlagt wurden, so Vertreter der Bürgerenergiegenossenschaften.

Darüber hinaus geben Vertreter der Bundesnetzagentur wichtige Einblicke in den praktischen Ablauf der Ausschreibungen. Die Behörde führt sämtliche Ausschreibungsverfahren durch. Damit Gebote für Windenergieanlagen überhaupt zum Verfahren zugelassen werden, müssen sämtliche Form- und Fristvorschriften für die Gebotsabgabe genau eingehalten werden. Andernfalls wird ein Gebot zwingend ausgeschlossen. Auch vor dem Hintergrund der PV-Ausschreibungen wiesen die Referenten auf – vermeidbare – Stolpersteine hin – etwa die vollständige und fristgerechte Leistung der Sicherheit und der Verfahrensgebühr.

Auf den für 2017 geplanten Veranstaltungen wird ein Vertreter der Fördergesellschaft Windenergie und andere Erneuerbare Energien (FGW) Praxishinweise zur Anwendung der neuen Referenzertragssystematik und der Standortertragsbetrachtung geben.

Nächste Veranstaltungstermine:

- Thüringen: 15. Dezember 2016 in Erfurt (ausgebucht)
- Nordrhein-Westfalen: 24. Januar 2017 in Gelsenkirchen
- Schleswig-Holstein: 14. Februar 2017 in Rendsburg
- Niedersachsen: 21. Februar 2017 in Oldenburg

Weitere Informationen und Anmeldung

Rückblick auf vergangene Veranstaltungen

Workshop: Typenunabhängige Genehmigung von Windenergieanlagen

Am 18. Oktober haben in Frankfurt am Main auf Einladung der FA Wind Experten von Genehmigungsbehörden, Ministerien und Projektierern über Potenziale und Defizite einer typenfreien Genehmigung für Windenergieanlagen diskutiert. Auf dem Workshop wurden unter anderem ein Pilotvorhaben aus Hessen und Erfahrungen aus der Offshore-Planung vorgestellt. Die Ergebnisse wurden im Nachgang verschriftlicht.

Weitere Informationen und Dokumentation

 

Workshop: Windenergieanlagen und seismologische Messstationen

Mögliche Auswirkungen von Windenergieanlagen auf seismologische Stationen diskutierte FA Wind-Mitarbeiter Dr. Dirk Sudhaus in Zusammenarbeit mit der EnergieAgentur.NRW am 8. November in Köln mit einem geladenen Teilnehmerkreis. Ziel war es, fachliche Wege für die Lösung des Konflikts zwischen Windenergieanlagen und Erdbebenmessstellen aufzuzeigen und Forschungsbedarf zu identifizieren. Die Dokumentation des Workshops ist über die FA Wind Website abrufbar.

Weitere Informationen und Dokumentation

 

Diskussionsveranstaltung: Ergebnisse aus dem Forschungsvorhaben PROGRESS und praxisrelevante Konsequenzen

Am 17. November lud die FA Wind die Forschungsnehmer des mit Bundesmitteln geförderten Vorhabens „Ermittlung der Kollisionsraten von (Greif-)Vögeln und Schaffung planungsbezogener Grundlagen für die Prognose und Bewertung des Kollisionsrisikos durch Windenergieanlagen“, kurz „PROGRESS“, ein, auf einer Diskussionsveranstaltung einen Einblick in die wichtigsten Ergebnisse aus dem Vorhaben zu gegen. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion wurde außerdem eine Bewertung der Ergebnisse aus Sicht verschiedener Akteure vorgenommen. Gemeinsam mit den 150 Gästen wurden die sich aus der Studie ergebenden möglichen planungsbezogenen Konsequenzen für die Prognose und Bewertung des Kollisionsrisikos von (Greif-)Vögeln aufgezeigt und diskutiert.

Die Ergebnisse werden im Nachgang in einer Dokumentation zusammengefasst und zur Verfügung gestellt. Bei Interesse nehmen wir Sie gerne in den Verteiler auf. Bitte senden Sie eine E-Mail an post[at]fa-wind.de mit Betreff: Aufnahme in den Verteiler, Dokumentation der Diskussionsveranstaltung zu PROGRESS.

Weitere Informationen

 

Arbeitstreffen: 2. Runder Tisch Vermeidungsmaßnahmen

Am 23. November trafen sich in Kassel zum zweiten Mal geladene Fachexperten aus Planung, Wissenschaft und Praxis, um bereits umgesetzte Vermeidungsmaßnahmen für windenergieanlagensensible Arten sowie Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung zu dem Thema zu besprechen.

Grundlage für die Diskussion liefern gutachterliche Berichte von laufenden oder bereits abgeschlossenen Monitorings zu Vermeidungsmaßnahmen. Fachbehörden, Gutachter und Betreiber werden weiterhin gebeten, der FA Wind entsprechende Berichte - auch in anonymisierter Form – für die Arbeit des Runden Tischs zur Verfügung zu stellen. Hinweise auf durchgeführte Maßnahmen oder Stellen, wo entsprechende Berichte vorliegen, sind für weitere Recherchen ebenso hilfreich.

Bei Rückfragen oder Interesse an der Bereitstellung von entsprechenden Unterlagen wenden Sie sich bitte an Franziska Tucci (tucci[at]fa-wind.de, T +49 30 64 494 60 67).

Weitere Informationen zum Runden Tisch Vermeidungsmaßnahmen und Unterlagen des ersten Treffens im Februar 2016 finden Sie auf unserer Internetseite. Die Ergebnisse des Treffens am 23. November werden im Nachgang ebenso über die Website zur Verfügung gestellt und in Kürze abrufbar sein.

Weitere Informationen

 

Erfahrungsaustausch: Treffen der Landesenergieagenturen

Am 1. und 2. Dezember trafen sich auf Einladung der FA Wind Vertreter von Landesenergieagenturen und des Kompetenzzentrums Naturschutz und Energiewende (KNE) zu einem Erfahrungsaustausch. Am zweiten Tag wurde insbesondere das Thema „Informelle Beteiligung – von der Theorie in die Praxis“ diskutiert. Ein nächstes Treffen wird auf Einladung der Hessen Agentur voraussichtlich im April 2017 stattfinden.

Unterwegs

Beim Akteursforum der Klimaschutzagentur Region Hannover wird FA Wind Forschungskoordinator Dr. Dirk Sudhaus am 26. Januar 2017 einen Vortrag zum Thema Vermeidungsmaßnahmen für windenergieanlagensensible Arten halten.

Weitere Veranstaltungen zum Thema Windenergie an Land finden Sie unter Termine.

Für mehr Neuigkeiten rund um das Thema Windenergie an Land besuchen Sie unsere Internetseite.

* Zu guter Letzt: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde bislang überwiegend die männliche Schreibweise verwendet. Wir weisen an dieser Stelle ausdrücklich darauf hin, dass die ausschließliche Verwendung einer Form explizit geschlechterunabhängig verstanden werden soll.

Unser kostenloser Newsletter erscheint regelmäßig mit wichtigen Informationen zur Windenergie an Land. Er enthält aktuelle Berichte und Hinweise rund um wissenschaftliche, politische, rechtliche und technische Neuigkeiten. Alle Beiträge wurden sorgfältig recherchiert, damit verbundene Hinweise und Empfehlungen sind nach bestem Wissen ausgesucht, zusammengestellt und ausgeführt. Dennoch wird keine Gewähr für Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit übernommen.

Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich bitte an die Redaktion unter post@fa-wind.de.

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