Fachagentur Windenergie
Newsletter der Fachagentur Windenergie an Land e.V.
01/2015 - Ausgabe Februar

Sehr geehrte Abonnentin,
sehr geehrter Abonnent,

wir freuen uns sehr, Sie mit unserem Newsletter über aktuelle Entwicklungen im Bereich Windenergie an Land informieren zu können.

In dieser Ausgabe lesen Sie folgende Beiträge:

Vorwort

EU-Projekt widmet sich Fragen zur sozialen Akzeptanz

Neue Option für Konfliktlösung durch die Bundeswehr

WEA haben keinen negativen Einfluss auf Grundstückspreise

10H-Regelung in Bayern wird beklagt

Neuigkeiten unserer Mitglieder

Neues Mitglied

Publikationen der FA Wind

In eigener Sache

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

© Holger Bedurke, 2014

ab 2017 soll die Förderhöhe für alle erneuerbaren Energien über Ausschreibungen ermittelt werden. Das Bundeswirtschaftsministerium verbindet mit der Umstellung auf Ausschreibungen die Ziele der Kostensenkung sowie die Sicherstellung der Zielerreichung (Vermeidung von Über- und Untererfüllung) bei gleichzeitiger Sicherung der Akteursvielfalt. Alle Akteure sind eingeladen, den Prozess, der bis zur Sommerpause Eckpunkte für das Design der Ausschreibungen entwickeln soll, zu begleiten.
Aus diesem Grund hat das Bundeswirtschaftsministerium am 24. Februar 2015 einen Stakeholder-Workshop durchgeführt, auf dem Marktanalysen und Studien vorgestellt und diskutiert wurden. Die FA Wind hat die wesentlichen Ergebnisse aus ihrer Analyse zur Dauer und zu Kosten des Planungs- und Genehmigungsprozesses von Windenergieanlagen einbringen können. Derzeit besteht die Möglichkeit, die vorliegenden Analysen und Berichte bis zum 15. März 2015 zu kommentieren.
Nutzen Sie diese Gelegenheit, damit Ihre Expertise dafür sorgt, dass die Weiterentwicklung des EEG sicherstellt, dass das EEG Motor für den natur- und umweltverträglichen Ausbau der Windenergie an Land bleibt und Deutschland die gesteckten Ziele beim Klimaschutz erreichen kann.

Neben dem Fördersystem spielt die Flächenverfügbarkeit für den Ausbau der Windenergie an Land eine zentrale Rolle. Aus diesem Grund hat die FA Wind zwei Hintergrundpapiere erstellt, die sich zum einen mit der Steuerung der Windenergie im Außenbereich durch Flächennutzungsplan, zum anderen mit dem Verhältnis von Raumordnungsplanung und Bauleitplanung beschäftigten. In beiden Papieren werden in der heutigen Planungspraxis zentrale Themen behandelt.

Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre.

Ihr
Axel Tscherniak
Geschäftsführer FA Wind

Strategien zur Steigerung der Akzeptanz

Die Planung und Realisierung von Windenergieanlagen an Land wird in Wachstumsmärkten Süd- und Osteuropas vor allem durch mangelnde lokale Akzeptanz sowie auf politischer Entscheidungsebene der Kommunen, Regionen und Länder gehemmt. Oftmals sind erfolgreiche Strategien zur Förderung der sozialen Akzeptanz durch strategische Kommunikation, Beteiligungsmodelle oder Kompensationsmechanismen weder hinreichend bekannt noch ausreichend genutzt. Das EU-Projekt WISE Power wird solche Strategien identifizieren, weiterentwickeln und ihre vermehrte Anwendung in Europa aktiv vorantreiben.
Die Deutsche Energie-Agentur (dena) ist gemeinsam mit dem Fraunhofer ISI der Umsetzungspartner der WISE Power-Aktivitäten in Deutschland. In enger Zusammenarbeit mit der European Wind Energy Association (EWEA) koordiniert die dena die EU-weite Kommunikationskampagne. Erste Projektresultate sind eine Übersicht innovativer finanzieller Beteiligungsmodelle sowie die Publikation „Wind Acceptance: A Userguide for Developers and Municipalities“. Weiterführende Information sind der Projektwebsite zu entnehmen.

Link zur Projektwebsite

Pilotprojekt zu Militärradar abgeschlossen

Das Störpotential von Windenergieanlagen (WEA) auf Radaranlagen der militärischen Flugsicherung kann auf Grundlage des § 18a LuftVG zur Ablehnung von WEA aufgrund militärischer Belange führen. Um diese Hindernisse zu überwinden, stimmt die Bundeswehr nun einem System zur bedarfsgerechten Freischaltung von Lufträumen zu. Damit wurde ein weiterer Beitrag zur verbesserten Vereinbarkeit der Windenergienutzung mit militärischen Belangen geleistet.

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Grundstückswerte nicht negativ beeinflusst

Nach Einschätzung des Landesamts für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen, Regionaldirektion Aurich, haben Windenergieanlagen – unabhängig von ihrer Entfernung zur Wohnbebauung – keine negativen Auswirkungen auf die Kaufpreisentwicklung von Einfamilienhausgrundstücken in Ostfriesland. Zeitraum dieser Untersuchung waren die Jahre 2005-2012. Dieses Ergebnis wird in einer Studie des Gutachterausschusses für Grundstückswerte, die durch den „Runden Tisch Windenergie“ im Kreis Steinfurt (Nordrhein-Westfalen) in Auftrag gegeben wurde, bestätigt. Eine Veröffentlichung liegt dazu bislang nicht vor.

Weiterführende Informationen

Beitrag in der Nordwest-Zeitung vom 13.2.2015
Grundstücksmarktbericht 2015 GAG Aurich

Klagefront gegen bayerische Abstandsregelung

Die Mitte November im Bayerischen Landtag beschlossene Änderung der Landesbauordnung, wonach zwischen Windenergieanlagen und der angrenzenden Wohnbebauung künftig ein Mindestabstand in Höhe der zehnfachen Anlagenhöhe bestehen muss, wird im Freistaat auf breiter Front abgelehnt. Wenige Tage nach Verabschiedung des Gesetzes reichte die eigens gegründete Klagegemeinschaft „Pro Windkraft“ eine Popularklage gegen die Regelung beim Bayerischen Verfassungsgerichtshof ein. Unterstützt wird die Initiative von der Bayerischen Landesgruppe im Bundesverband WindEnergie (BWE). Gemeinsam wollen sie die Rechtsgültigkeit des Gesetzes vor dem Verfassungsgerichtshof überprüfen lassen.
Kürzlich kündigten zudem die Landtagsfraktionen von SPD, Freie Wähler und Bündnis 90/ Die Grünen juristischen Widerstand gegen die umstrittene Regelung der Bayerischen Staatsregierung an. Ende Februar wollen die Oppositionsparteien eine gemeinsame Klage bei Gericht einreichen.
Die Gegner der 10H-Regelung befürchten, dass infolge der neuen Mindestabstandsvorgaben der Windenergieausbau in Bayern zum Erliegen kommen könnte.

Im Juli 2014 wurde bereits der Gesetzentwurf in einer Expertenanhörung im Wirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtages nahezu ausnahmslos kritisiert.

In den letzten Jahren hatte der Windenergieausbau in Bayern deutlich zugelegt: rund 330 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 860 MW gingen seit 2012 im Freistaat neu in Betrieb.

Link zur Klage
weitere Infos zur Klage
Infos zur Expertenanhörung im Juli 2014

Neuigkeiten unserer Mitglieder

BMUB: Planspiel zur Gegenüberstellung der Ersatzgeldzahlungen in verschiedenen Bundesländern im Rahmen der geplanten Bundeskompensationsverordnung

Mit einem Planspiel sollte Ende letzten Jahres an ausgewählten Fallbeispielen die Abhandlung der Eingriffsregelung nach den methodischen Vorgaben der geplanten Bundeskompensationsverordnung (BKompV) mit ausgewählten Länderregelungen verglichen werden. Hierzu wurde unter anderem auch ein Windparkbau simuliert, wobei einmal ein Neubau- und einmal ein Repowering-Projekt durchgespielt wurden.

Die Ersatzgeldzahlungen laut BKompV sowie der Länder Bayern, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Thüringen wurden in diesem Planspiel gegenübergestellt. Je nach Verfahren zur Ersatzgeldberechnung, wurden dabei sehr unterschiedliche Ergebnisse ermittelt. So reichte die Spannweite für ein Neubauprojekt von 297.000 € (Thüringen) bis 2.400.000 € (Schleswig-Holstein), wobei sich die Ersatzgeldzahlung laut BKompV 670.000 € belaufen würden. Für ein Repowering-Projekt beliefen sich die Beträge zwischen 232.000 € (Thüringen) und 2.200.000 € (Schleswig-Holstein). Die Zahlungen laut BKompV lägen wiederum bei 600.000 €.

Link zu den Ergebnissen
Entwurf der BKompV

BMWi: Marktanalyse zur Windenergie an Land vorgelegt

Das novellierte EEG sieht vor, dass ab 2017 für sämtliche erneuerbaren Energieträger die Ermittlung der Vergütungssätze anhand von Ausschreibungen erfolgen soll. Um den Diskussionsprozess zur Erarbeitung eines Ausschreibungsdesigns zu strukturieren, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) kürzlich verschiedene Marktanalysen für die Windenergie an Land und andere Technologien vorgelegt. Darin werden für jeden Energieträger der Stand des Ausbaus, die Anlagenstruktur, die relevanten Akteure, die bestehende Wettbewerbslage, die Potenziale für den weiteren Ausbau einschließlich der damit verbundenen Kosten sowie der Ablauf und Zeitrahmen des Planungs- und Genehmigungsverfahrens zusammengestellt.

Die FA Wind hat in diesem Zusammenhang typische Zeit- und Finanzaufwendungen im Planungs- und Genehmigungsprozess von Windenergieanlagen an Land analysiert und Ende Januar veröffentlicht.

Auf der Grundlage der Marktanalysen will das BMWi bis zur Sommerpause Eckpunkte für das künftige Ausschreibungsdesign entwickeln.

Weiterführenden Informationen:

BMWi: Einführung zu den Marktanalysen
BMWi: Marktanalyse Windenergie an Land
BMWi: Informationen zur Stellungnahme bis 15.3.2015
BWE (2015): Akteursstrukturen von Windenergieprojekten in Deutschland
FA Wind (2015): Dauer und Kosten des Planungs- und Genehmigungsprozesses von Windenergieanlagen an Land
Leipziger Institut für Energie (2015): Untersuchungen zur Marktanalyse im Rahmen des Vorhaben IIE zur Stromerzeugung aus Windenergie
Stiftung Umweltenergierecht (2015): Planungs- und genehmigungsrechtliche Anknüpfungspunkte als materielle Präqualifikationsmerkmale einer Ausschreibung für Windenergie an Land im „EEG 3.0“ 

Baden-Württemberg: 2. Auflage Beteiligungsleitfaden Windenergie erschienen

Das Dialogforum Erneuerbare Energien und Naturschutz von NABU und BUND Baden-Württemberg hat den „Beteiligungsleitfaden Windenergie“ überarbeitet. Dieser informiert über Beteiligungsmöglichkeiten und rechtliche Grundlagen bei Windenergieverfahren.
Enthalten sind praktische Planungshilfen wie die Checkliste „Stellungnahmen zu Windenergieanlagen“ sowie eine Übersicht von windenergiesensiblen Tierarten. Die zweite Auflage enthält neben Aktualisierungen auch ein neues Kapitel zu Kompensations- und Artenschutzmaßnahmen, die beim Bau von Windenergieanlagen umgesetzt werden müssen. Außerdem werden weitere Fragen ausführlich und praxisnah beantwortet. Zum Beispiel: Wer plant was, wie, wo und wann? Welche Verfahren betreffen bei uns die Planungen zur Windenergie? Wie gehen wir bei der Abgabe einer Stellungnahme vor?

Download und Bestellung

 

Am 25. März 2015 lädt das Dialogforum zu einer Schulung zu Beteiligungsmöglichkeiten für einen naturverträglichen Windenergieausbau nach Freiburg ein. Ziel der Schulung ist es, Ehrenamtliche und interessierte Bürgerinnen und Bürger zu befähigen, sich in die Verfahren zu Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen aktiv einzubringen. 

Weiterführende Informationen und Anmeldung

Baden-Württemberg: Repowering im Ortenaukreis belegt Vereinbarkeit widerstreitender Interessen

Der älteste Windpark Baden-Württembergs wird einem Repowering unterzogen: Eine 2,3 MW-Anlage von 120 Metern Gesamthöhe wird zukünftig drei alte Windräder ersetzen.
Die Erteilung der Baugenehmigung sei ein gutes Beispiel dafür, dass auch eine Vielzahl von tatsächlichen und befürchteten Konflikten mit dem Ausbau der Windenergie in Einklang zu bringen sei, so Umweltminister Franz Untersteller. In der Nähe des Standorts befinden sich eine Funkantenne der Bundeswehr, Peil-Empfänger der Bundesnetzagentur sowie ein Sendemast des SWR. Auch liegt der Standort in einem Flora-Fauna-Habitat-Gebiet und in einem Landschafts- und Wasserschutzgebiet. Darüber hinaus musste der Schutz des Auerhuhns gewährleistet werden.

Link zur Pressemitteilung vom 13.2.2015

Baden-Württemberg und Hessen: Aktueller Wissensstand zum Thema Infraschall

Windenergieanlagen (WEA) erzeugen neben dem gewöhnlichen Hörschall auch tieffrequente Geräusche bzw. Infraschall. Vielerorts werden von besorgten Anwohnern Befürchtungen geäußert, dass Infraschall die menschliche Gesundheit beeinträchtigen könne. Aus Hessen und Baden-Württemberg sind aktuelle Beiträge angekündigt, die zu einer Versachlichung der Debatte beitragen.

Die HessenAgentur wird Ende Februar 2015 ein umfassendes Faktenpapier herausbringen, das sich gegenwärtig in der Expertenabstimmung befindet. Das Faktenpapier richtet sich sowohl an Planungsverantwortliche als auch interessierte Bürger, fasst den aktuellen Wissenstand zu diesem komplexen Thema zusammen und stellt in leicht verständlicher Sprache Expertenmeinungen gegenüber.

Die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) erhebt im Auftrag des Landesumweltministeriums umfangreiche Daten über das Auftreten von Infraschall und tieffrequenten Geräuschen in der Umgebung von WEA und weiteren Quellen. In dem laufenden Messprojekt wurden bislang vier WEA unterschiedlicher Hersteller und Größe in einem Leistungsbereich zwischen 1,8 bis 3,2 MW untersucht. Geplant sind weitere Messungen innerhalb eines Wohnhauses in direkter Nachbarschaft zu einem Windpark.

Weiterführende Informationen

HessenAgentur (2015): Kurzinformation zum Faktencheck Windenergie und Infraschall
LUBW (2015): Tieffrequente Geräusche und Infraschall von Windkraftanlagen und anderen Quellen, Zwischenbericht über Ergebnisse des Messprojekts 2013-2014

Hessen: Umstieg auf erneuerbare Energien vorantreiben

Die Hessische Landesregierung blickt auf ein erfolgreiches erstes Amtsjahr zurück: Nach ersten Schätzungen sind 87 neue Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 225 Megawatt in Betrieb gegangen. Damit sei laut Minister Al-Wazir die Windenergie in Hessen so stark gewachsen wie nie zuvor.
Um den Ausbau der Windenergie weiter voranzutreiben, werden derzeit von den Regionalen Planungsversammlungen Vorrangflächen für die Windenergie ausgewiesen. Außerhalb dieser Flächen werden künftig keine Windenergieanlagen mehr zulässig sein. Insbesondere im Regierungsbezirk Südhessen sei das Verfahren dabei besonders aufwendig, so der Minister. Dort seien 25.000 Stellungnahmen zum ersten Entwurf eingegangen. Um Rechtssicherheit zu schaffen, müssten diese mit der gebotenen Sorgfalt bearbeitet werden. Die Beschlussfassung über die Stellungnahmen in den Gremien der Regionalversammlung Südhessen und der Verbandskammer der Planungsregion Frankfurt ist in der zweiten Jahreshälfte 2016 vorgesehen.

Link zur Pressemitteilung vom 5.2.2015

Hamburg: Energiecampus eröffnet

Am 3. Februar 2015 wurde an der Hochschule für Angewandte Wissenschaft Hamburg das neue „Technologiezentrum Energie-Campus Hamburg“ in Hamburg-Bergedorf eröffnet. Mit dem Energie-Campus soll eine Art Silicon Valley der erneuerbaren Energien in Hamburg entstehen. Die Hochschule will sich zukünftig den zentralen Themenfeldern Windenergie, Netzintegration und Speicherung widmen.
Durch einen Systemverbund von Forschungseinrichtungen mit einem realen Windpark, bestehend aus Anlagen der 2 bis 3-MW-Klasse, sollen zahlreiche Forschungsvorhaben sowie Synergiepotenziale geschaffen werden. Die Integration von Windstrom in die Versorgungsnetze und die Ermöglichung des Schwankungsausgleichs durch Lastmanagement und Speicherkomponenten kann auf diese Weise näher untersucht werden, ebenso wie Anlageneffizienz und -betrieb sowie die Umweltverträglichkeit von Windenergieanlagen.

Link zum Competence Center

Mecklenburg-Vorpommern: Energiepolitische Konzeption von Energieminister Christian Pegel vorgestellt

Mecklenburg-Vorpommern will ca. 6,5 Prozent des zukünftigen Strombedarfs in Deutschland bereitstellen. Ziel des energiepolitischen Konzeptes ist es daher, einen entsprechenden Zubau erneuerbarer Energien zu verwirklichen.
Laut Pegel biete die Konzeption eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation mit daraus abgeleiteten Zielvorgaben und Handlungsempfehlungen. Es sei kein abschließendes Papier, das die Energiewende in Mecklenburg-Vorpommern im Detail auf Jahrzehnte plane. Vielmehr würden Ziele und Handlungsansätze für die Energiepolitik im Land allgemein formuliert. Umgesetzt würde dies in jeweils eigenen Verordnungen, Gesetzen und Richtlinien. In dem Konzept werden verschiedene Themenfelder grundlegend vorgestellt und notwendige Maßnahmen zur Zielerreichung dargestellt.
So wird beispielsweise im Aufgabenfeld Akzeptanz auf das Bürger- und Kommunalbeteiligungsgesetz eingegangen, welches derzeit von der Landesregierung erarbeitet wird. Beim Thema Energiemix liege ein Schwerpunkt auf der Windenergie, deshalb seien weitere Windeignungsgebiete an Land und in der Ostsee auszuweisen, so der Minister. Im Rahmen der Fortschreibung der Regionalen Raumentwicklungsprogramme (RREP) wurden diesbezüglich neue Kriterien festgelegt.

Link zur Pressemitteilung vom 17.2.2015

Nordrhein-Westfalen: Mediationsverfahren Hellwegbörde erfolgreich abgeschlossen

Behörden, Vogelschützer und Windbranche haben in den vergangenen zwei Jahren in mehreren Runden über die Problematik rund um geplante Repowering-Projekte in der Hellwegbörde, dem größten Vogelschutzgebiet (SPA) in Nordrhein-Westfalen, diskutiert. Die beteiligten Akteure haben sich schließlich auf ein abgestimmtes Vorgehen bei zukünftigen Projekten geeinigt.
In und unmittelbar um das Vogelschutzgebiet stehen derzeit rund 250 Windenergieanlagen. Viele der Anlagen stammen noch aus der Zeit vor der Ausweisung des Schutzgebiets. FFH- und SPA-Gebieten wurden von der Landesregierung in ihrem Windenergieerlass zwar als Tabuzonen für neue, zusätzliche Windräder eingestuft, das Repowering in diesen Gebieten ist jedoch zulässig. Die größeren Neuanlagen werden von Vogelschützern an einzelnen Standorten für problematisch gehalten, wodurch es zu Konflikten bei dem geplanten Vorhaben kam. Aufgrund des großen Ausbaupotenzials in der Hellwegbörde hatte das Umweltministerium Nordrhein-Westfalen ein Mediationsverfahren eingeleitet.

Planer und Vogelschützer haben sich verständigt, zukünftig frühzeitig gemeinsam Vorschläge für neue Standorte zu erarbeiten. Das Vorgehen wird dabei vom Energie.DialogNRW der EnergieAgentur.NRW koordiniert. Eine erste öffentliche Vorstellung der Mediationsergebnisse ist für Mai 2015 vorgesehen. 

Link zur Pressemitteilung vom 11.2.2015

Rheinland-Pfalz: Windenergie im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen nur eingeschränkt möglich

Das Mensch und Biosphäre (MAB) Nationalkomitee hat entschieden, dass in den bewaldeten Schutzzonen des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen keine Windräder errichtet werden sollen. Begründet wird die Entscheidung damit, dass die kommunalen Windenergieplanungen zur Zerschneidung der großen zusammenhängenden Waldflächen des Schutzgebietes führen könnten. Dies sei laut Christiane Paulus, Vorsitzende des MAB-Komitees, nicht mit der UNESCO-Anerkennung vereinbar. In den sogenannten Entwicklungszonen des Biosphärenreservats außerhalb der zusammenhängenden Waldgebiete und entlang der Autobahn A6 sei die Planung von Windenergieanlagen hingegen auch in Zukunft möglich. Dies entspricht auch der grundsätzlichen Position des MAB-Nationalkomitees, welches laut eines Positionspapiers aus dem Jahr 2012 Windenergienutzung in der Entwicklungszone von Biosphärenreservaten unter Einhaltung hoher Standards ermöglicht, wenn diese dem Schutzzweck des Reservats nicht entgegensteht.

Das rheinland-pfälzische Umweltministerium stellt sich hinter das Votum des MAB-Komitees und plant auf den landeseigenen Flächen keine Windräder im bewaldeten Teil des Reservats. Umweltministerin Ulrike Höfken geht zudem davon aus, dass die Gemeinden ihre strittigen Windenergieplanungen nun nicht weiter verfolgen werden.

Link zur Pressemitteilung vom 20.2.2015
Link zum Positionspapier aus dem Jahr 2012

Schleswig-Holstein: Zwei Regionalpläne für unwirksam erklärt

Das Oberverwaltungsgericht Schleswig hat die Teilfortschreibung der Regionalpläne I und III und damit die Ausweisung von Windeignungsgebieten im Jahre 2012 am 20. Januar 2015 für unwirksam erklärt.
Mit der Teilfortschreibung der beiden Regionalpläne hatte die Landesregierung das Ziel verfolgt, die Windenergienutzung auf bestimmten Flächen zu konzentrieren. Damit sollte einer „Verspargelung der Landschaft“ entgegengewirkt werden. Gegen die Planung haben sich insbesondere Eigentümer und Betreiber von Windenergieanlagen (WEA) gewehrt, die ebenfalls in anderen Bereichen Anlagen errichten möchten. Darüber hinaus haben sich Grundstückseigentümer und zwei Gemeinden gegen die Ausweisung von Eignungsflächen gewendet, da sie Beeinträchtigungen durch die Entstehung von Windparks in ihrer Nähe befürchtet haben.
Ministerpräsident Albig äußerte, dass die Entscheidung im Ergebnis zu mehr Windenergie führe. Es werde keinen Planungsstopp geben. Das Urteil stärke vielmehr die Investoren, da nun mehr Flächen für die Windenergienutzung zur Verfügung stünden.

Link zur Pressemitteilung des Oberverwaltungsgerichts Schleswig vom 20.1.2015
Link zu News-Meldung auf Schleswig-Holstein.de vom 20.1.2015

Neues Mitglied

Die FA Wind wächst weiter. Ab 1. März 2015 ist RWE Innogy neues Fördermitglied bei der FA Wind. Wir heißen die RWE Innogy herzlich willkommen und freuen uns auf die Zusammenarbeit.

Publikationen der FA Wind

Analyse: Dauer und Kosten des Planungs- und Genehmigungsprozesses von Windenergieanlagen an Land

In einer Studie hat die FA Wind typische Zeit- und Finanzaufwendungen im Planungs- und Genehmigungsprozess von Windenergieanlagen an Land ermittelt. Sie analysiert darüber hinaus, welchen Einfluss unterschiedliche Planungsinstrumente auf die Realisierung neuer Windparks haben.
Wesentliche Ergebnisse der Analyse sind: Windenergieprojekte benötigen im Schnitt rund fünf Jahre Planungs- und Genehmigungszeit bis zur Inbetriebnahme der ersten Anlage. Der zeitliche Vorlauf bis zum Genehmigungsantrag erfordert im Mittel drei Jahre. Die Genehmigungsphase wird innerhalb von eineinhalb Jahren durchlaufen. Ab der Genehmigung dauert es im Schnitt ein Jahr, bis die Anlage ans Netz geht. Die Kosten bis zur fertigen Genehmigung liegen im Schnitt bei 70 €/kW geplante Leistung; das Gros der untersuchten Projekte verursacht Kosten bis 115 €/kW.

Link zur Analyse


Hintergrundpapier: Steuerung der Windenergie im Außenbereich durch Flächennutzungsplan im Sinne des § 35 Abs. 3 Satz 3 BauGB

Kommunen können über die Bauleitplanung die Windenergienutzung im Außenbereich räumlich steuern und auf bestimmte Standorte konzentrieren. Die Anforderungen an diese Steuerung sind für eine rechtssichere Handhabung wie für den damit verbundenen Planungs- und Kostenaufwand seitens der Gemeinden von großer Bedeutung. Das FA Wind-Hintergrundpapier „Steuerung der Windenergie im Außenbereich durch Flächennutzungsplan im Sinne des § 35 Abs. 3 Satz 3 BauGB“ widmet sich zentralen Fragestellungen der Konzentrationszonenplanung, greift Beispiele aus der obergerichtlichen Rechtsprechung auf und gibt allgemeine Hinweise für die Planungspraxis.

Link zum Hintergrundpapier

 

Hintergrundpapier:Bauleitplanung und Windenergie – Zum Verhältnis von Raumordnungsplanung zur Bauleitplanung

Das Verhältnis von Raumordnungsplanung zur Bauleitplanung hat für den weiteren Ausbau der Windenergie oftmals wesentliche Bedeutung, da auf beiden Planungsebenen Entscheidungen zur planungsrechtlichen Absicherung der Windenergienutzung getroffen werden. Das FA Wind-Hintergrundpapier „Bauleitplanung und Windenergie – Zum Verhältnis von Raumordnungsplanung zur Bauleitplanung“ erläutert Bedeutung und Auswirkungen der Raumordnung für die kommunale Bauleitplanung und die daraus folgende Zulässigkeit von Windenergieanlagen. Anhand typischer Fallgruppen werden allgemeine Hinweise an die Planungspraxis für eine zeitnahe Anpassung von Bauleitplänen an Festlegungen im Raumordnungsplan gegeben.

Link zum Hintergrundpapier 

Neue Mitarbeiterin

Nina Wenzel ist seit dem 1. Januar 2015 als Referentin bei der FA Wind tätig (Elternzeitvertretung). Sie arbeitet insbesondere zu den Themen "Planung und Genehmigung“ sowie „Natur- und Artenschutz“. Ihr Geographie-Studium absolvierte sie an der Freien Universität Berlin, welches sie mit der Diplomarbeit zum Thema „Außerschulische Umweltbildung im Naturpark Barnim“ abschloss. Im Rahmen des Masterstudiengangs „Regionalentwicklung und Naturschutz“ an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (FH) widmete sie sich dem Konflikt zwischen Greifvögeln und Windenergieanlagen. Ihre naturschutzfachlichen Kompetenzen konnte sie im Nationalpark Harz und beim WWF erweitern. Nina Wenzel verfügt über langjährige Erfahrungen als Planerin in einem Ingenieurbüro für Windenergieanlagen.

Unterwegs

Die Technische Universität Berlin veranstaltet vom 10. bis 12. März eine internationale Konferenz zum Thema „Wind energy and Wildlife impacts“. Die FA Wind wird auf der Konferenz mit einem Informationsstand vertreten sein.

Link zur Konferenz

Projekte

Die FA Wind erstellt gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster einen Katalog an Vermeidungsmaßnahmen für windenergiesensible Vögel und Fledermäuse. Darin aufgeführte Maßnahmen stammen aus internationaler und nationaler Literatur sowie aus den Artenschutz-Leitfäden/-Erlassen der Bundesländer. Ihre Anwendung in der Praxis wurde stichprobenartig im Rahmen von Experteninterviews abgefragt. Auch werden Rechtsprechungen, soweit zu den einzelnen Maßnahmen vorhanden, in dem Katalog besprochen.
Auf der Sitzung der Bund-Länder-Initiative Windenergie (BLWE) am 21. Januar 2015 hat Dr. Dirk Sudhaus die Zwischenergebnisse der Studie vorgestellt. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2015 veröffentlicht.

Veranstaltungen zum Thema Windenergie an Land finden Sie unter Termine.

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Unser kostenloser Newsletter erscheint regelmäßig mit wichtigen Informationen zur Windenergie an Land. Er enthält aktuelle Berichte und Hinweise rund um wissenschaftliche, politische, rechtliche und technische Neuigkeiten. Alle Beiträge wurden sorgfältig recherchiert, damit verbundene Hinweise und Empfehlungen sind nach bestem Wissen ausgesucht, zusammengestellt und ausgeführt. Dennoch wird keine Gewähr für Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit übernommen.

Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich bitte an die Redaktion unter post@fa-wind.de.

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