Fachagentur Windenergie
Newsletter der Fachagentur Windenergie an Land e.V.
03/2015 - Ausgabe Juli

Sehr geehrte Abonnentin,
sehr geehrter Abonnent,

wir freuen uns sehr, Sie mit unserem Newsletter über aktuelle Entwicklungen im Bereich Windenergie an Land informieren zu können.

In dieser Ausgabe lesen Sie folgende Beiträge:

Vorwort

Änderung der AVV

Analyse zur regionalplanerischen Steuerung

Fortschritte der Anlagentechnik fördern Akzeptanz

Aktuelle Entscheidungen

Neuigkeiten unserer Mitglieder

In eigener Sache

Publikationen der FA Wind

Veranstaltungen der FA Wind

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

© Holger Bedurke, 2014

die Diskussion um die geplanten wettbewerblichen Ausschreibungen zur Ermittlung der Höhe der finanziellen Förderung für Strom aus Windenergieanlagen und weiteren Technologien legt zumindest gefühlt in diesem Monat eine Pause ein. Wir nutzen sie und erarbeiten derweil eine Studie, die sich mit den Auswirkungen des grundlegenden Systemwechsels auf einzelne Akteursgruppen beschäftigt. Es geht uns dabei um die Ermittlung von typischen Akteuren und Projekten, die in einem Ausschreibungssystem bei einem reinen Preiswettbewerb potentiell benachteiligt wären. Die Veröffentlichung wird deren Benachteiligungen erläutern und Merkmale aufzeigen, anhand derer die Akteure bzw. Projekte zu identifizieren wären, sollte zum Beispiel ein Nachteilsausgleich vom Gesetzgeber gewünscht werden.

Die Veröffentlichung ist für Anfang August geplant. Bitte informieren Sie sich bei Interesse auf unserer Homepage.

Bis dahin wünsche ich Ihnen wie immer eine angenehme Lektüre des Newsletters und einen wohltuenden Sommer - mit oder ohne Urlaub!
   
Ihr
Axel Tscherniak
Geschäftsführer FA Wind

Bundesrat stimmt Änderung der AVV zu

© Christoph.Becker

In seiner 935. Sitzung hat der Bundesrat am 10. Juli 2015 einer Änderung der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift (AVV) zur Kennzeichnung von Luftfahrthindernissen gemäß Vorlage durch die Bundesregierung zugestimmt. Nach Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt wird sie ihre Gültigkeit erlangen.

Änderungen gibt es in der AVV bezüglich der Kennzeichnung von WEA, die zu einer geringeren Lichtbelastung führen. So ist die Nachtkennzeichnung sämtlicher Windparks zu synchronisieren, um ein gleichzeitiges Blinken der Feuer zu erreichen. Neu ist die Möglichkeit, eine Blockbefeuerung durchzuführen. Dies bedeutet, dass nunmehr in einem Windpark nur noch die äußeren WEA gekennzeichnet werden können. Bislang war diese Regelung nur im Ausnahmefall zulässig.

Des Weiteren sollten WEA zur Reduzierung der Beleuchtungsintensität bei guter Sicht mit einer Sichtweitenmessung ausgestattet werden. Auch regelt die AVV die Befeuerungsebenen für den Turm, deren Mindestanzahl gesenkt wird. Der Abstand zwischen oberster Befeuerungsebene und Spitze der WEA darf jedoch höchstens 65 m betragen. Dies schränkt unter gegebenen Umständen die Rotorblattlänge ein.

Die neue AVV lässt zudem erstmals die bedarfsgerechte Befeuerung zu. Die Nachtkennzeichnung der WEA kann also abgeschaltet bleiben und wird nur bei Annäherung eines Luftfahrzeugs aktiviert. Das System der bedarfsgerechten Befeuerung muss von der technischen Ausstattung der Luftfahrzeuge unabhängig sein. Eine Transponderlösung wird demnach nicht zulässig (siehe dazu Newsletter vom Juli 2014). Der Bundesrat bittet an dieser Stelle die Bundesregierung, eine verpflichtende Einführung der bedarfsgerechten Befeuerung zu prüfen.

Eine Evaluation der Verwaltungsvorschrift in drei Jahren wird vorgeschlagen.

Weiterführende Informationen:

Beschluss des Bundesrats vom 10.7.2015
Beschlussfassung der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Kennzeichnung von Luftfahrthindernissen (Bundesrat Drucksache 2421/15)
Newsletter vom Juli 2014

Regionalplanerische Steuerung der Windenergie

Die Analyse des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) „Steuerung der Windenergie durch die Regionalplanung – gestern, heute, morgen“ beinhaltet eine Aufarbeitung der Entwicklung der regionalplanerischen Gebietsausweisungen zwischen 2009 und 2014. Aus der Auswertung aktueller Planentwürfe kann zudem auf den Umfang zukünftiger Raumordnungsgebiets-ausweisungen für Windenergie geschlossen werden. Die Untersuchung basiert auf den Daten des im BBSR geführten Raumordnungsplan-Monitors (ROPLAMO). Damit ist erstmalig eine Zeitreihenbetrachtung der regionalplanerischen Festlegungen zur Windenergie möglich.

Link zur Analyse

Fortschritte der Anlagentechnik fördern Akzeptanz

© Petra Bork - pixelio.de

Die umweltpsychologische Forschung weist seit längerem darauf hin, dass es einen engen Zusammenhang zwischen den von WEA ausgehenden Emissionen und deren lokaler Akzeptanz gibt. Anwohner fühlen sich relativ am häufigsten beeinträchtigt durch die Auswirkungen von WEA auf das Landschaftsbild und die Geräuschemissionen, so das zentrale Ergebnis eines Studienvergleichs von Hübner & Pohl. Weitere Forschungsarbeiten finden Sie als Download.

Vor allem die Optimierung der Rotorblätter kann zu einer Verminderung der Beeinträchtigungen beitragen. Die technologischen Weiterentwicklungen sehen Veränderungen an den Kantenprofilen der Rotorblätter vor, die sich - wie so oft dem Vorbild der Natur folgend – an den lautlosen Flügeln des Uhus orientieren. Die erste praktische Erprobung von optimierten Rotorblättern erfolgt derzeit im niedersächsischen Windpark Wettendorf, in einem gemeinsamen Pilotprojekt von Baywa r.e. und seebaWIND. Hier werden die aerodynamisch aktiven, verlängerten Blattprofile von vier WEA durch so genannte Winglets ergänzt, was sowohl den Stromertrag erhöhen als auch die Geräuschemissionen reduzieren soll.

Weiterführende Informationen

Pressemitteilung von Seebawind vom 19.5.2015
FA Wind (2015): Mehr Abstand -  mehr Akzeptanz?
Chong, Tze Pei & Joseph, Phillip F. (2013): An experimental study of airfoil instability tonal noise with trailing edge serrations. In: Journal of Sound and Vibration 332 (2013) 6335-6358
Doolan, Con J. et al (2012): Wind turbine noise mechanisms and some concepts for its control. In: In: Acoustics Australia, Vol. 40, No. 1, April 2012 – 7

Aktuelle Entscheidungen

Ein Vorbehalt, das in einer immissionsschutzrechtlichen Genehmigung festgesetzte Ersatzgeld nachträglich zu erhöhen, ist rechtswidrig. (VG Lüneburg, Urteil vom 7.5.2015 - 2 A 147/12 und 2 A 210/12)

In zwei Urteilen vom 7. Mai 2015 setzte sich das VG Lüneburg mit Nebenbestimmungen einer immissionsschutzrechtlichen Genehmigung für 17 Windenergieanlagen auseinander. Thematisiert wurden in diesem Zusammenhang die naturschutzrechtliche Ersatzzahlung für die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen wegen der Beeinträchtigung der Avifauna, Vorlagen und Änderungsvorbehalt sowie die Überprüfung von Ersatzmaßnahmen.

Das Gericht bestätigte zunächst die grundsätzliche Zulässigkeit einer isolierten Anfechtung von Nebenbestimmungen. In Bezug auf die festgesetzte Ersatzzahlung sowie die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sei die Klage in diesem Fall jedoch unzulässig, da die Festsetzungen sich an dem naturschutzfachlichen Gutachten orientierten, welches die Betreiberin selbst im Rahmen des Zulassungsverfahrens eingereicht hatte.

Neben der Festsetzung eines Ersatzgeldes, welche sich an von der Betreiberin prognostizierten Investitionskosten orientierte, enthielt die Genehmigung einen Vorbehalt zur nachträglichen Erhöhung des Ersatzgeldes nach Vorlage der tatsächlichen Investitionskosten. Eine solche Nebenbestimmung hielt das VG Lüneburg für rechtswidrig, da diese nicht nach § 12 BImSchG vorgesehen sei und eine andere Rechtsgrundlage nicht in Betracht käme. Ebenso für unzulässig erklärte das Gericht den enthaltenen allgemeinen Auflagenvorbehalt.

Auch die umfassende Auferlegung von Monitoring- und Berichtspflichten für die Erfüllung der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen hielt das Gericht für unzulässig. Nach § 17 Abs. 7 BNatSchG muss die zuständige Behörde die Erfüllung der Maßnahmen prüfen. Demnach dürfe die Überprüfung nicht vollständig und umfassend dem Genehmigungsinhaber auferlegt werden, so das VG Lüneburg.

Die Berufung wurde wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache zugelassen.

Link zu den Urteilen des VG Lüneburg, Urteil vom 7.5.2015

2 A 147/12
2 A 210/12

Neuigkeiten unserer Mitglieder

Baden-Württemberg: Best-Practices zu Windenergie & Artenschutz

Das Dialogforum Erneuerbare Energien und Naturschutz präsentiert in seiner Publikation „Praxisbeispiele Windenergie & Artenschutz“ Erfolg versprechende innovative Beispiele und Lösungsmodelle, wie der Windenergieausbau mit dem Artenschutz vereinbar ist und Konflikte minimiert werden können.

Link zur Broschüre

 

Hinweise zum Umgang mit windkraftempfindlichen Vogelarten und zu artenschutzrechtlichen Ausnahmen veröffentlicht

Die baden-württembergische Landesregierung hat gemeinsam mit der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) Hinweise zum Umgang mit windkraftempfindlichen Vogelarten und Hinweise zu artenschutzrechtlichen Ausnahmen veröffentlicht. Die unter Mitwirkung der Naturschutzverbände und des Bundesverbands WindEnergie (BWE) erarbeiteten Hinweise stellen eine Ergänzung der bereits vorliegenden Arbeitshilfen dar. Damit soll ein ausgewogener Interessenausgleich zwischen Windenergienutzung einerseits und Artenschutz andererseits hergestellt werden.

Die Hinweise dienen als Handreichung für Planer und Genehmigungsbehörden und enthalten für alle windkraftempfindlichen Vogelarten in Baden-Württemberg spezielle Artenschutzbriefe mit einer Bewertungsempfehlung. Zudem werden für die einzelnen Vogelarten Maßnahmen zur Vermeidung von Konflikten mit Windenergieanlagen benannt. Durch ein Dichtezentrenkonzept für den Rotmilan soll außerdem ein Beitrag geleistet werden, die in Baden-Württemberg vorkommenden Populationen zu schützen und gleichzeitig den Windenergieausbau zu ermöglichen.

Weiterführende Informationen:

Pressemitteilung der Landesregierung Baden-Württemberg vom 1.7.2015
Hinweise zur Bewertung und Vermeidung von Beeinträchtigungen von Vogelarten bei Bauleitplanung und Genehmigung für Windenergieanlagen
Hinweise zu artenschutzrechtlichen Ausnahmen vom Tötungsverbot bei windenergieempfindlichen Vogelarten bei der Bauleitplanung und Genehmigung von Windenergieanlagen

Hessen: Grundlagenpapier zu Infraschall erschienen

Auf Grundlage eines im Dezember 2014 stattgefundenen Expertenhearings des hessischen Landesprogramms BFEH wurden die zentralen Erkenntnisse zu Infraschall und tieffrequenten Geräuschen von Windenergieanlagen (WEA) in einem abschließenden Faktenpapier zusammengefasst.

Nach aktuellem Wissensstand liegen derzeit keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse vor, dass von WEA ausgehender Infraschall bei Einhaltung der in Hessen geltenden Mindestabstände von 1.000 m zu Ortslagen gesundheitliche Beeinträchtigungen beim Menschen nach sich zieht. Infraschall kann bei hohen Schalldruckpegeln oberhalb der Wahrnehmungsschwelle grundsätzlich negative Auswirkungen haben. (Lesen Sie weiter...)

Nordrhein-Westfalen: Neues Online-Portal informiert zu Windfragen

In Nordrhein-Westfalen wurde von der EnergieAgentur.NRW im Auftrag der Landesregierung eine neue Online-Plattform entwickelt, welche differenziert über die Windenergie informieren und die Transparenz konkreter Projekte vor Ort verbessern soll. Der „WindDialog.NRW“ soll unter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger dazu beitragen, wichtige Zukunftsentscheidungen in den Regionen gemeinsam zu gestalten. (Lesen Sie weiter…)

 

Windenergie und Grundstücksmarkt

Die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Kreis Steinfurt ist im Rahmen einer Untersuchung der Frage nachgegangen, ob der Ausbau der Windenergienutzung zu Wertverlusten von Immobilien führen kann. Eine Wertminderung von Immobilien durch benachbarte Windenergieanlagen war nicht nachweisbar.

Weitere Informationen:

Hüsken, Franz & Dierkes, Christian (2015): Kreis Steinfurt – Windenergie und Grundstücksmarkt, in: Flächenmanagement und Bodenordnung, Heft 3/2015 (online nicht verfügbar)
Kurzbeschreibung des Fachaufsatzes

Schleswig-Holstein richtet Windenergieplanung neu aus

Die schleswig-holsteinische Landesregierung hat am 23. Juni 2015 einen neuen Runderlass verabschiedet, als Grundlage für die Teilfortschreibung des Landesentwicklungsplanes sowie die neu aufzustellenden Regionalpläne zum Thema Windenergie. Mit dem Erlass zieht Kiel die Konsequenzen aus dem OVG-Urteil, das Ende Januar dieses Jahres die Teilfortschreibung des Regionalplans für zwei der fünf Planungsräume aufgehoben hatte und damit die Ausweisung von Windeignungsgebieten aus dem Jahr 2012 für unwirksam erklärt hatte. (Lesen Sie weiter...)

Thüringen: Video zur Windenergie

Die Servicestelle Windenergie der Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur hat ein Informationsfilm zum Thema Windenergienutzung produziert. Er widmet sich den Mythen und Wahrheiten der Windenergie und geht häufig gestellten Fragen zu Wertschöpfung, Gesundheit und Umweltschutz nach.

Link zum Video

Enertrag AG

Am 17. Juni 2015 hat Axel Tscherniak, Geschäftsführer der FA Wind, die Veranstaltung „Kommunen im Wettbewerb um Investitionssicherheit bei Erneuerbaren Energien“ moderiert. Vier Referentinnen und Referenten haben mit rund 90 Gästen zu erneuerbare Energien, über aktuelle Fragestellungen zur Planung, zu Chancen und Aufgaben für Kommunen sowie über Gestaltungsmöglichkeiten bei Beteiligungsmodellen diskutiert. Die Veranstaltung war Teil des diesjährigen Sommerfestes der Enertrag AG und fand auf dem Gut Dauerthal statt.

Rückblick auf Veranstaltungen

© FA Wind, 2015

Mitgliederversammlung 2015

Zusammen mit der Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und bei der EU wurde die diesjährige Mitgliederversammlung am 15. Juni 2015 ausgerichtet. Der Vorstandsvorsitzende, Thorsten Müller, konnte insgesamt 17 ordentliche und fördernde Mitglieder in Berlin begrüßen. Eingangs ging er auf die veränderte Situation der Windenergie an Land seit Gründung der FA Wind ein. Die bisherige Arbeit der FA Wind wurde von den Mitgliedern gewürdigt und angeregt, den eingeschlagenen Weg fokussiert und unabhängig fortzusetzen. Rechenschafts- und Finanzbericht sowie der Wirtschaftsplan 2015/16 wurden von der Mitgliederversammlung genehmigt. Die Aussprache über aktuelle und geplante Vereinsaktivitäten nahm anschließend wie geplant breiten Raum ein. Eine ausführliche Diskussion zur Finanzierung der FA Wind ab 2016 bildete einen weiteren Schwerpunkt. Thorsten Müller bedankte sich abschließend bei der Landesvertretung Rheinland-Pfalz für die Organisation der Veranstaltung und bei allen Mitgliedern und Mitarbeitern für die gelungene Mitgliederversammlung.

 

Vorstandsklausur

Ende Juni kam der dreiköpfige Vorstand mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle zu einer 1,5 tägigen Klausur zusammen. Im Mittelpunkt stand die Aussprache zum derzeit vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Projekt „Maßnahmen zur Steigerung der Akzeptanz und zu einem umweltverträglichen Ausbau der Windenergie an Land“. Das Team der Geschäftsstelle hat den Stand der laufenden Arbeiten vorgestellt, die jeweiligen Sachstandsberichte zu einzelnen Vorhaben mit dem Vorstand diskutiert und Hinweise für das weitere Vorgehen aufgenommen. Im Anschluss wurden dem Vorstand Vorschläge für neue Projekte unterbreitet. So wird demnächst beispielsweise eine Rechtsprechungsübersicht über „gekippte“ Regionalpläne entstehen.

Zusammen mit dem Geschäftsführer und dem Forschungskoordinator hat der Vorstand die in der Mitgliederversammlung begonnene Diskussion zur zukünftigen Finanzierung der FA Wind fortgesetzt und nächste Arbeitsschritte festgelegt.

 

Workshop: Vermeidungsmaßnahmen für windenergieanlagensensible Vogel- und Fledermausarten

Am 6. Juli wurden die zentralen Ergebnisse einer gemeinsam von FA Wind, der Technischen Universität Berlin (Fachgebiet Umweltprüfung und Umweltplanung) und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (Institut für Umwelt- und Planungsrecht) durchgeführten Studie zum Thema Vermeidungsmaßnahmen bei der Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen vorgestellt. Wesentlicher Teil des Workshops in Kassel war die Arbeit in drei Fachforen. In diesen wurden in Gruppenarbeit offene Fragen - z. B. zur Durchführbarkeit von Maßnahmen - diskutiert, Erfahrungen mit Vermeidungsmaßnahmen ausgetauscht und offene Punkte in dem Themengebiet abgeleitet.

Link zu den Tagungsunterlagen

 

Zweiter Runder Tisch „Windenergie und Recht“

Am 8. Juli fand das zweite Treffen des von der FA Wind organisierten Runden Tisches Windenergie und Recht statt. In dem Gremium werden obergerichtliche Entscheidungen diskutiert, welche für den Ausbau der Windenergie an Land von Bedeutung sind. Bei dem Treffen wurden Entscheidungen zum Planungsrecht (u.a. OVG Weimar vom 8. April 2014 und BVerwG vom 9. Februar 2015 zum Regionalplan Ostthüringen) sowie Urteile zur Genehmigung (u.a. OVG Lüneburg vom 3. Dezember 2014 zum Konflikt zwischen Windenergienutzung und Flugnavigationsanlagen) diskutiert. Die Kurzfassungen der besprochenen gerichtlichen Entscheidungen finden Sie ab sofort auf unserer Webseite unter der Rubrik Rechtsprechung. Das dritte Treffen des Gremiums soll im Herbst 2015 stattfinden.

Link zur Rubrik Rechtsprechung

 

Workshop: Vereinbarkeit der Windenergie mit dem Schutz der Wildkatze

Auf Einladung von BUND und FA Wind kamen Biologen, Planer und weitere Akteure am 21. Juli in Frankfurt am Main für einen Meinungsaustausch zum Thema „Vereinbarkeit der Windenergienutzung mit dem Schutz der Wildkatze“ zusammen. Auf dem Workshop wurden mögliche Auswirkungen von Windenergieanlagen im Wald auf Wildkatzen diskutiert. Es wurde deutlich, dass, außer zum Lebensraumverlust durch die Überbauung, die Erkenntnislage zur Wildkatze sehr gering ist und die Planungspraxis sich daher auf Expertenmeinungen stützt. Klärungsbedürftige Fragen wurden formuliert und die Durchführung einer Forschungsarbeit begrüßt. Die Ergebnisse des Workshops werden im Nachgang schriftlich dokumentiert.

Bachelorarbeit diskutiert Höhenwindkraft und Naturschutz

In einer an der Beuth Hochschule Berlin eingereichten und durch Dr. Dirk Sudhaus mit betreuten Bachelor-Arbeit führte Dennis Stutterheim „Untersuchungen zu den naturschutzfachlichen Implikationen der NTS X-Wind Höhenwindkraft im Vergleich zur herkömmlichen Windkraft“ durch. Höhenwindkraft bezeichnet die Nutzung von Wind in Höhen von 200 bis 500 m über Grund ohne den Einsatz von Turmbauten. Bei der NTS X-Wind-Technologie werden schienengebundene Generatoren durch Drachen, sogenannte Kites angetrieben. Die Anlagen sollen bis zu 5.000 Volllaststunden erreichen und - im Vergleich zu herkömmlichen WEA - Material einsparen helfen. In der Arbeit werden Wirkungsprognosen der Höhenwindkraft für die Schutzgüter Boden/Wasser, Luft, Flora/Fauna, Mensch und Landschaft entwickelt und die naturschutzfachlichen Implikationen der Höhenwindkraft mit der herkömmlichen Windenergieerzeugung verglichen. Bislang ist wenig über die Wirkungen der Höhenwindkraftanlagen auf einzelne Arten bekannt, jedoch könnten sich diese von den Wirkungen herkömmlicher WEA deutlich unterscheiden.

Die FA Wind stellt sich vor

© Holger Bedurke, 2014

Franziska Tucci ist seit Anfang 2014 bei der FA Wind tätig und betreut dort hauptsächlich die Themen Natur- und Artenschutz und Windenergie im Wald. Sie studierte „International Forest Ecosystem Management“ (B.Sc.) an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde (HNEE) und absolvierte dort ebenso den interdisziplinären Master of Science „Global Change Management“. Im Rahmen ihrer Masterarbeit beschäftigte sie sich mit dem Thema erneuerbare Energien und Naturschutz, womit ihr der Einstieg in den Windenergiesektor gelang. Bevor sie zur FA Wind kam, war Frau Tucci in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit, bei einem Politikberatungsinstitut und in der Klimafolgenforschung beschäftigt.

Publikationen der FA Wind

Dokumentation: Vereinbarkeit der Windenergie mit dem Natur- und Artenschutz

Die Beiträge der FA Wind-Fachtagung „Vereinbarkeit der Windenergie mit dem Natur- und Artenschutz" liegen nun in einer Tagungsdokumentation vor. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus der Bundes- und Landespolitik, der Regionalplanung, der Windenergiebranche, aus Kommunen und von Naturschutzverbänden sind aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen zusammengetragen und kritisch diskutiert worden.

Auf Anfrage per Mail an post[at]fa-wind.de schicken wir Ihnen gerne ein kostenloses Leseexemplar zu.

Link zur Dokumentation

Veranstaltungen der FA Wind

14. Oktober 2015, Erfurt: Workshop „Windenergie im Wald“

Im Rahmen der Wind.Energie - Mitteldeutschen Branchentage 2015 in Erfurt werden aktuelle Entwicklungen bei Planung und Realisierung von Windenergievorhaben im Wald präsentiert und Herausforderungen, Unsicherheiten und bestehende Hemmnisse, insbesondere mit Blick auf die Gegebenheiten in Thüringen, diskutiert. Gemeinsam mit Experten aus Forschung und Praxis soll in Diskussionsrunden an Themen-Tischen Empfehlungen für einen natur- und umweltverträglichen Ausbau der Windenergie in thüringischen Wäldern entwickelt werden.

Mehr Informationen finden Sie in Kürze hier.

15. Oktober 2015, Erfurt: Erfahrungsaustausch Planungsbeteiligung

Eine gute Planungsbeteiligung stellt regelmäßig hohe Anforderungen an alle Akteure. Daher wird die FA Wind einen Erfahrungsaustausch zu diesem Thema initiieren. Am zweiten Veranstaltungstag der Mitteldeutschen Branchentage laden wir Sie herzlich zu einer lebhaften Diskussion von praktischen Erfahrungen für die Ausgestaltung von Beteiligungsprozessen ein! Wir möchten Sie ermutigen, uns Ihre Fragen und Fallbeispiele zum Thema vorab per Mail einzusenden. Wir haben beschränkte Platzkapazitäten und bitten um Anmeldung bei Bettina Bönisch (T +49 30 64 494 60-64, E boenisch[at]fa-wind.de).

Programm und Gäste

Weitere Veranstaltungen zum Thema Windenergie an Land finden Sie unter Termine.

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Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich bitte an die Redaktion unter post@fa-wind.de.

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