Fachagentur Windenergie
Newsletter der Fachagentur Windenergie an Land e.V.
03/2018 - Ausgabe Juni

Sehr geehrte Abonnentin,
sehr geehrter Abonnent,

wir freuen uns sehr, Sie mit unserem Newsletter über aktuelle Entwicklungen im Bereich Windenergie an Land informieren zu können.

In dieser Ausgabe lesen Sie folgende Beiträge:

Vorwort

BImSchG-Pflicht für Bürgerenergie

Parasol: finale Anerkennung

Handlungsfeldanalyse Windenergie

Video: Windenergie und Vogelschutz

Neuigkeiten unserer Mitglieder

In eigener Sache

Publikationen der FA Wind

Veranstaltungen der FA Wind

Veranstaltungsrückblick

Unterwegs

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

in der aktuellen Diskussion um die Energiewende wird die Bezahlbarkeit wieder stärker in den Vordergrund gestellt. Selbstverständlich ist ein Umbau unseres Energiesystems nicht ohne erhebliche Investitionen zu stemmen. Selbst wenn Windenergie- oder Solaranlagen inzwischen Strom günstiger produzieren als neue konventionelle Kraftwerke. Für ein regeneratives dezentrales Stromsystem ist die Netzinfrastruktur mit einem Kostenaufwand umzubauen, für die Erhaltung und Modernisierung unserer Stromnetze würden jedoch ohnehin Investitionen in nicht unerheblichem Maße notwendig.

Ich möchte hier den Blick jedoch auf die längerfristigen Kosten lenken, die auf uns zu kommen, wenn wir die Pariser Klimaschutz-Ziele ernst nehmen. Diese sind nach derzeitigem Stand nur zu erreichen, wenn Technologien zum Entziehen von CO₂ aus der Atmosphäre zum Einsatz kommen, wie kürzlich im Fachmagazin „Environmental Research Letters“ publiziert wurde. Diese „negativen Emissionstechnologien“ (NETs) müssten sowohl für das Erreichen des 1,5 Grad-Ziels als auch für das 2 Grad-Ziel angewandt werden. Kosten, Nebenwirkungen und Langfristigkeit von Speicherpotenzialen dieser Maßnahmen sind dabei weitgehend noch unbekannt. Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass die erforderlichen Mittel für die Erforschung und den Einsatz dieser Technologien geringer ausfallen als beherzt den Klimaschutz voranzutreiben, was sowieso notwendig ist. Zumal die für die NETs zusätzlich benötigte Energie klimaneutral, umwelt- und naturverträglich hergestellt werden müsste.

Heute ist das Umsetzen der Energiewende keine Frage der Machbarkeit mehr: die notwendigen Technologien sind vorhanden und werden mit einer hohen Dynamik weiterentwickelt. Diese Dynamik scheint auch zu erklären, weshalb die letzte Ausschreibungsrunde erstmals leicht unterzeichnet war und Neugenehmigungen auf niedrigem Niveau verharren. Aus Branchenkreisen ist zu hören, dass viele Genehmigungsverfahren auf neuere Anlagentypen umgestellt werden. Dies bedeutet eine Verzögerung, verspricht aber gleichzeitig den Bau effizienterer Anlagen.

Neben dieser Flexibilität auf geänderte Rahmenbedingungen eingehen zu können, braucht es langfristige Perspektiven und Strategien: mit durchschnittlich fünf Jahren Planungsvorlauf für neue Windparks können Projektierer auf kurzfristige Veränderungen der Ausbauziele jedoch nur schwer reagieren.

Wichtige Voraussetzungen für die erfolgreiche Realisierung von Windenergieprojekten sind die Flächenverfügbarkeit, die Vereinbarkeit mit dem Natur- und Artenschutz und der Erhalt der Akzeptanz, den die Windenergienutzung allgemein erfährt. Zu all diesen Themen haben wir für Sie wieder bundesweit recherchiert und unsere eigenen Arbeiten zusammengestellt.

Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre!

Ihr

Dr. Dirk Sudhaus
Geschäftsführer

BImSchG-Pflicht für Bürgerenergie-Gebote

Bundestag und Bundesrat haben am 8. Juni 2018 die fünfte Änderung des EEG 2017 beschlossen, mit der für Bürgerenergiegesellschaften die Teilnahme an der Ausschreibung ohne immissionsschutzrechtliche Genehmigung bis Mitte 2020 verwehrt bleibt. Somit kann die Regelung noch rechtzeitig vor der Bekanntgabe des Gebotstermins 1. August ihre Wirkung entfalten. Die Sonderregel hatte im vergangenen Jahr dazu geführt, dass fast ausnahmslos Zuschläge an Bürgerenergiegesellschaften gingen, die keine genehmigten Windenergieprojekte nachweisen konnten. Der Gesetzgeber reagierte auf diese Entwicklung bereits Mitte 2017, indem er das Bieterprivileg zunächst bis Mai 2018 außer Kraft setzte.

Die geänderte Gesetzeslage ist nachzulesen in der dritten, aktualisierten Auflage des FA Wind-Hintergrundpapiers zu ausschreibungsrelevanten Neuerungen im EEG 2017.

Link zum Hintergrundpapier

Parasol: finale Anerkennung durch DFS

Im Windpark Reußenköge bleiben die Nächte endlich dauerhaft dunkel. Nach vierjähriger Prototypen-Testphase, zahlreichen Flugtests vor Ort und Verzögerungen durch die Umstellung auf den neuen Antennenfernseh-Standard DVB-T2 war die standortspezifische Prüfung erfolgreich. Zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik (FHR) wurden alle Entwicklungsschritte detailliert überprüft. Man konnte bestätigen, dass die sensible Echodeutung technisch-mathematisch einwandfrei läuft.

„Wir sind in Europa bisher die Einzigen, die so ein Passiv-Radar-System ohne zusätzliche elektromagnetische Emissionen anbieten“, freute sich Ende Mai Dirkshof-Geschäftsführer Dirk Ketelsen und gab damit den Startschuss für die Serienproduktion seiner Technologie.

Zum Zeitpunkt des FA Wind-Fachaustausches ON-OFF am 14. November 2017 stand die zweite Anerkennungsstufe für Parasol noch aus. Weitere anerkannte Systeme der bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung von Windenergieanlagen sind in der ON-OFF-Veranstaltungsdokumentation vorgestellt.

Link zur Dirkshof-Pressemitteilung vom 29. Mai 2018
Link zu Handout aktueller Stand Parasol, Mai 2018

Link zur ON-OFF Dokumentation

Handlungsfeldanalyse Windenergie

In einem einjährigen Projekt wurde am Fachgebiet Umweltprüfung und Umweltplanung der Technischen Universität Berlin eine Handlungsfeldanalyse zur Windenergie erarbeitet. Ziel des durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Vorhabens „Innovative Ansätze zur umwelt- und sozialverträglichen Windenergieentwicklung – eine inter- und transdisziplinäre Handlungsfeldanalyse“ war, einen Überblick über den Handlungsbedarf im Kontext der Windenergie aus Sicht relevanter Akteursgruppen zu schaffen.

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Video zu Windenergie und Vogelschutz

Bei der ARD-Sendung „[W] wie Wissen“ stand im Mai das Thema Windenergie und Vogelschutz auf dem Programm. In dem Beitrag wird erklärt, welche Gefahren sich bei dem Betrieb einer WEA für die Avifauna ergeben können und mit welchen Maßnahmen diesen begegnet werden kann.

Link zum Video und weitere Informationen

 

Nachtrag:

In dem Video werden eingangs Schlagopferzahlen für Rotmilan und Mäusebussard genannt, welche von der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg seit dem Jahr 2002 gesammelt werden. Aus dem Bericht wird nicht deutlich, dass sich die Zahlen (400 tote Rotmilane und 500 tote Mäusebussarde) auf den gesamten Erfassungszeitraum seit 2002 – also die letzten 16 Jahre  ­–  beziehen. Dies wollen wir hiermit klarstellen.

Nähere Informationen zur Schlagopfererfassung finden Sie auf der Website des Landesamts für Umwelt Brandenburg (LfU)

Link zur Website des LfU

Neuigkeiten unserer Mitglieder

Baden-Württemberg: Energiewendetage jähren sich zum zwölften Mal

Am 15. und 16. September 2018 können sich Bürgerinnen und Bürger bei den Energiewendetagen in Baden-Württemberg über die Themen erneuerbare Energien, Energiesparen, Energieeffizienz sowie Klimaschutz und die Reduzierung von Treibhausgasen informieren. Zahlreiche Akteure setzen sich bundeslandweit mit Veranstaltungen, Projekten und Aktionen dafür ein, Energiethemen vor Ort lebendig zu machen, das Nachdenken über den Umgang mit Energie anzuregen und das Umdenken zu fördern. Über 100 Veranstaltungen sind bereits geplant – weitere Aktionen können online angemeldet werden.

Weitere Informationen

Hessen: Gutachten zu Rotmilan und Schwarzstorch

Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung (HMWEVL) führt seit April 2016 gemeinsam mit dem Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie der Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland Untersuchungen zu Rotmilan und Schwarzstorch durch. In diesen wird das Flugverhalten beider Arten in Abhängigkeit von Witterung und Landnutzung betrachtet, wobei ein Fokus auf der Analyse der Raumnutzung im Bereich von Windparks liegt. Die Untersuchungsräume befinden sich im größten hessischen Vogelschutzgebiet Vogelsberg. Für die Einschätzung des Flugverhaltens des Schwarzstorchs liegt nun der Endbericht vor, die Rotmilan-Untersuchung ist auf drei Jahre konzipiert und läuft bis einschließlich Juli 2018.

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Hessen knackt 20 Prozent-Marke beim Stromverbrauch aus erneuerbaren Energien

Das HMWEVL hat am 25. Mai Zahlen zur Energiebilanz im Jahr 2017 bekannt gegeben und bezieht sich dabei auf die aktuelle Schätzprognose vom Leipziger Institut für Energie, welche im Auftrag der aus Landesmitteln geförderten Hessen Agentur erstellt wurde.

Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch sei gemäß der Studie im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozentpunkte auf etwa 20 Prozent gestiegen. Damit sei Hessen auf einem guten Weg, das bis 2019 gesteckte 25 Prozent-Ziel zu erreichen, gab sich Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir in einer Presseerklärung erfreut.

Mit 300,4 Megawatt (MW) neuer Windenergieleistung liegt Hessen 2017 erstmals auf Platz 6 im bundesweiten Zubau-Ranking. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Windstromerzeugung von 2.204 auf 3.243 Gigawattstunden gestiegen. Dies habe neben der hohen Zahl an Inbetriebnahmen moderner Schwachwindanlagen unter anderem auch an dem guten Windjahr 2017 gelegen, so Al-Wazir.

Auch in 2018 schreitet der Windenergieausbau in Hessen voran: Am Ende des ersten Quartals wurden bereits 57,9 MW neu installiert und weitere 263 MW genehmigt. Damit steigt die installierte Windenergieleistung in Hessen insgesamt auf 1.991 MW.

Link zur Pressemitteilung des HMWEVL vom 25.05.2018
Link zur Prognose Energiebilanz 2017

Nordrhein-Westfalen: Novellierter Windenergie-Erlass verabschiedet

Mit der Veröffentlichung im Ministerialblatt Ende Mai (MBl. NRW, Ausgabe 2018 Nr. 12) ist der novellierte Windenergie-Erlass NRW vom 8. Mai 2018 in Kraft getreten. Die Novelle ist Teil der Neugestaltung der Windenergieplanung, welche durch die im letzten Jahr gewählte nordrhein-westfälische Landesregierung (CDU und FDP) in die Wege geleitet wurde.

Eine ausführliche Analyse der wichtigsten Neuerungen und Änderungen in dem Erlass ist im EnergieDialog.NRW der EnergieAgentur.NRW nachzulesen.

Link zum EnergieDialog.NRW
Link zum Windenergie-Erlass NRW vom 08.05.2018

 

Änderung des Landesentwicklungsplans

In Nordrhein-Westfalen wurde im Rahmen des Entfesselungspakets II auch die Änderung des Landesentwicklungsplans (LEP) in die Wege geleitet. Die geplanten Änderungen wurden im April als Entwurfsfassung in einer Synopse veröffentlicht.

Laut dieser wird das Ziel, Vorranggebiete für die Windenergienutzung in den Regionalplänen auszuweisen, durch den Grundsatz ersetzt, dass dies erfolgen kann. Ebenso soll der Grundsatz zum Umfang der Flächenfestlegung für die Windenergienutzung gestrichen werden. Neu aufgenommen werden soll der Grundsatz, dass ein planerischer Vorsorgeabstand von 1.500 Metern zu Wohngebieten eingeführt wird, soweit dies im Einklang mit Bundesrecht umsetzbar ist. Ebenso soll das Ziel, welches die Errichtung von Windenergieanlagen im Wald ermöglicht, zukünftig gestrichen werden.

Die geplanten Änderungen des LEP sowie weitere Informationen zur Öffentlichkeitsbeteiligung (diese läuft vom 7. Mai bis 15. Juli 2018) sind auf der Landesplanungsseite des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen einsehbar.

Link zur Website der Landesplanung NRW

Schleswig-Holstein: Telemetriestudie untersucht Artverhalten des Uhus

Zur besseren Abschätzung des Kollisionsrisikos des Uhus an Windenergieanlagen werden in einer zweijährigen Telemetriestudie, finanziert aus Mitteln des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND), Raumnutzung und Flugverhalten des Tieres untersucht. Mit der Besenderung von zehn Altvögeln sollen Daten gewonnen werden, welche u.a. Aufschluss über Flugdistanzen und -höhen sowie ein mögliches Meideverhalten gegenüber WEA liefern.

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Bundesverband WindEnergie: Weiterbetrieb, Repowering, Rückbau

Im Auftrag des Bundesverbands WindEnergie (BWE) hat die Deutsche WindGuard den Anlagenpark, der bis 2005 ans Stromnetz ging, analysiert. Zielsetzung der Studie war, vor dem Hintergrund des Auslaufens der EEG-Förderung ab 2021 ein solides Bild über den existierenden Kraftwerkpark zu gewinnen, bspw. Anlagenalter, Regionalverteilung, betroffene Netzebenen und zuständige Netzbetreiber sowie die jeweilige Anlagentechnologie. Gleichzeitig liefert die Studie eine Annäherung an die zu erwartenden Weiterbetriebskosten und trifft eine Aussage zu den Voraussetzungen für einen ökonomischen Weiterbetrieb nach EEG-Förderende.

Link zur Analyse

 

Neues Grundlagenpapier zum Thema Beteiligung

Die BWE-Broschüre „Gemeinsam gewinnen – Windenergie vor Ort“ gibt einen Überblick über die Grundlagen zum Handlungsfeld Beteiligung und Teilhabe. Eingangs steht die Erklärung zentraler Begriffe im Vordergrund, bspw. was Akzeptanz ist und welche Faktoren zu einer höheren Akzeptanz für Windenergieprojekte führen können. Im besonderen Fokus der Veröffentlichung steht die systematische Darstellung der Themen regionale Wertschöpfung und Beteiligung. Auch unterschiedliche Beteiligungsinitiativen der Länder werden skizziert – bspw. das Siegel für Faire Windenergie in Thüringen oder das Beteiligungsgesetz in Mecklenburg Vorpommern. Zwölf Good Practice-Beispiele zeigen außerdem, wie Beteiligung und Teilhabe gut umgesetzt werden können. Für schnelle Leser werden Tipps und Beispiele durch Textmarken hervorgehoben.

Link zum Grundlagenpapier

 

LAI-Hinweise: Informationspapier aktualisiert

Der BWE hat sein Informationspapier zu den „Hinweisen zum Schallimmissionsschutz bei Windkraftanlagen“ der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Immissionsschutz (LAI) aktualisiert.

Darin wird neben den Auswirkungen des Interimsverfahrens auch dessen Bewertung durch die Rechtsprechung aufgezeigt. Weiter geht das Papier auf die Frage ein, inwieweit aufgrund des neuen Verfahrens Nachmessungen oder sogar nachträgliche Anordnungen zum schallreduzierten Betrieb bei Bestandanlagen möglich sind.

Link zum Informationspapier

In eigener Sache

Mitgliederversammlung

Am 18. Juni fand in Berlin die Mitgliederversammlung in den Räumen der Vertretung des Landes Schleswig-Holstein beim Bund statt. Tagesordnungspunkte waren u.a. die Wahl eines neuen Vorstandsvorsitzenden und die Aussprache zu den Vereinsaktivitäten.

Als neuer Vorstandsvorsitzender wurde Michael Lindenthal auf Vorschlag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gewählt. Die Amtszeiten der 2017 gewählten Stellvertreter Wolfram Axthelm vom Bundesverband WindEnergie, Dr. Kay Ruge vom Deutschen Landkreistag, Dr. Martin Gude aus dem Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz und Ludwig Sothmann vom Deutschen Naturschutzring setzen sich fort.

 

Neuer studentischer Mitarbeiter

Jannik Thomsen studiert den Master-Studiengang „Regenerative Energien“ an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin und unterstützt seit 1. Juni die FA Wind als studentischer Mitarbeiter. Seinen Bachelor absolvierte er im Bereich Umwelttechnik an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg.

Publikationen der FA Wind

Hintergrundpapier: EEG 2017: Ausschreibungsbedingte Neuerungen für Windenergieanlagen an Land - 3. Auflage

Das Hintergrundpapier zu den relevanten Regelungen im Zusammenhang mit der Ausschreibung der Förderhöhe für Strom aus neuen Windenergieanlagen wurde an die aktuelle Rechtsentwicklung angepasst und eine elektronische Version der Publikation in dritter Auflage veröffentlicht. Das Dokument berücksichtigt den Stand der Gesetzgebung bis Anfang Juni 2018.

Link zum Hintergrundpapier

 

Analyse: Entwicklung der Windenergie im Wald - Ausbau, planerische Vorgaben und Empfehlungen für Windenergiestandorte auf Waldflächen in den Bundesländern - 3. Auflage

Die FA Wind analysiert das dritte Jahr in Folge die Entwicklung des Windenergieausbaus auf Waldflächen. Die Publikation veranschaulicht nunmehr auch die letztjährige Ausbauentwicklung im Wald sowie aktuelle landesrechtliche Vorgaben in diesem Bereich.

2017 wurden bundesweit 337 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 1.023 MW auf Waldflächen in Betrieb genommen. Im Vergleich zu 2016 ging der Anteil der Wald-Windräder um vier Prozentpunkte zurück. Dennoch setzt sich der Trend des Windenergieausbaus auf Forstflächen in den waldreichen Bundesländern des Südens und Teilen Mitteldeutschlands weiter fort.

Link zur Analyse

 

Analyse: Ausbau der Windenergie an Land im Frühjahr 2018

Das erste Quartal 2018 hat hohe Zubauzahlen zu verzeichnen, die fast ausnahmslos auf Anlagen vor dem Ausschreibungsregime zurückzuführen sind. Ganz anders die Situation bei den Genehmigungen: 2018 wie auch 2017 wurde in den ersten drei Monaten jeweils nur ein Drittel dessen genehmigt, was in den Vergleichsperioden 2014 bis 2016 neu zugelassen wurde.

Link zur Analyse

 

Hintergrundpapier: Rechtliche Bewertung der Höhenbegrenzung von Windenergieanlagen vor dem Hintergrund der Ausschreibung

Im Rahmen der Regional- und Bauleitplanung ist es möglich, eine maximale Höhe für Windenergieanlagen festzulegen. Eine Höhenbegrenzung ist grundsätzlich gerechtfertigt, wenn sie zum Schutz gewichtiger Rechtsgüter notwendig ist und gleichzeitig der Windenergienutzung im Plangebiet substanziell Raum verschafft wird. Dies beinhaltet die Maßgabe einer wirtschaftlichen Nutzung der Windenergie auf den dafür ausgewiesenen Flächen. Diese kann jedoch durch eine Höhenbegrenzung in Frage gestellt werden. Im geltenden Ausschreibungsverfahren sind höhere Anlagen in der Regel im Vorteil, da diese die Kilowattstunde Strom vielfach zum günstigsten Preis anbieten können. Die Chancen mit kleineren Anlagen ebenfalls einen Zuschlag zu erhalten, sind deutlich geringer. Dies schließt Höhenbegrenzungen zwar nicht kategorisch aus, für den Plangeber steigt aber in der Folge die Darlegungslast in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit der Windenergienutzung am vorgesehenen Standort.

Mit dem Hintergrundpapier arbeitet die FA Wind die rechtlichen Hintergründe auf und skizziert die Zulässigkeit von Höhenbegrenzungen auch im Kontext des geltenden Ausschreibungsregimes.

Link zum Hintergrundpapier

 

Kurzinformationen: UVP und UVP-Vorprüfung

Das Hintergrundpapier gibt einen allgemeinen Überblick über die Vorschriften zur Umweltverträglichkeitsprüfung im Genehmigungsverfahren für Windenergieanlagen an Land und geht dabei auf die Änderungen der Novelle des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) aus dem Sommer 2017 ein. Mit der Novelle wurde u.a. eine Definition des Begriffs „Windfarm“ in das Gesetz aufgenommen und die Möglichkeit einer freiwilligen UVP auf Antrag des Vorhabenträgers geschaffen.

Link zum Hintergrundpapier

Veranstaltungen der FA Wind

Werkstatttreffen: Gemeinsam auf Kurs!

Die Akzeptabilität von Windenergieprojekten kann durch Information, Beteiligung am Planungsprozess und finanzielle Teilhabe verbessert werden. Ziel eines Werkstatttreffens für die Mitglieder der FA Wind am 26. Juni 2018 in Berlin ist, diese drei Themen konzentriert in den Blick zu nehmen. Bereits im März 2017 hatte es im Rahmen von „Leinen los!“ einen Erfahrungsaustausch darüber gegeben, wie das Projekt Energiewende gemeinsam gemeistert werden kann. Nun soll erneut das Problembewusstsein für Beteiligungsdefizite bei der Windenergieplanung geschärft und Lösungsansätze entwickelt werden, bei denen die lokalen Bedürfnisse stärker in den Fokus kommen. In der lebhaft-interaktiven Auseinandersetzung und im kreativen Austausch sollen Arbeitsgruppen Bedarfe und Synergien identifizieren und passgenaue Folgemaßnahmen gemeinsam planen.

Die Veranstaltung wird moderiert von Beteiligungsexperten des Instituts für Partizipatives Gestalten. Ihr Ansprechpartner für inhaltliche Fragen ist Frank Sondershaus (T +49 30 64 494 60-65).

 

Gut beteiligt?! - Workshop für Projektentwickler und Kommunalvertreter

Am 23. und 24. August 2018 veranstaltet die FA Wind in Erfurt gemeinsam mit der Servicestelle Windenergie der ThEGA einen Workshop für Projektentwickler und Kommunalvertreter. An zwei halben Seminartagen soll durch eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Beteiligung verdeutlicht werden, wie Beteiligung bei der Windenergieplanung gut gelingen kann. Unter Leitung von Experten des Instituts für Partizipatives Gestalten werden neben theoretischem Basiswissen vor allem Methoden für die Konzeption von Beteiligungsverfahren vermittelt und anhand von Fallbeispielen aus der eigenen beruflichen Praxis vertiefend diskutiert.

Um Anmeldung bis 1. Juli wird gebeten. Bei Fragen zum Workshop wenden Sie sich bitte an Bettina Bönisch (T +49 30 64 494 60-64).

Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung

 

Brechen & Sieben - Fachaustausch zum End-of-Life von Windenergieanlagen

Nach Ende ihrer Betriebszeit müssen Windenergieanlagen rückstandsfrei abgebaut und in Anspruch genommene Flächen renaturiert werden. Während bislang nur kleinere WEA im Rahmen eines Repowering bzw. dauerhaft stillgelegt wurden, werden in absehbarer Zukunft – spätestens nach Auslaufen der EEG-Förderung – Größe und Anzahl von abzubauenden WEA steigen. 

Am 4. September 2018 wird die FA Wind in Kooperation mit der EnergieAgentur.NRW das Thema End-of-Life von WEA im Rahmen eines halbtägigen Fachaustausches in Bremen allgemeinverständlich aufbereiten. Die Veranstaltung soll für das Thema Sensibilität in Ländern und Behörden schaffen, den Erfahrungsaustausch unter betroffenen Akteuren anregen und auf kommende Herausforderungen hinweisen. Vormittags findet außerdem die Besichtigung eines Recyclingstandortes statt. Die Anmeldung ist bis 13. August möglich. Ansprechpartnerin ist Bettina Bönisch (T +49 30 64 494 60-64)

Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung

Veranstaltungsrückblick

Workshop: Spielräume zur Beteiligung der Öffentlichkeit für Projektierer

Am 8. Juni 2018 veranstaltete die FA Wind in Berlin einen Workshop für Projektentwickler zum Thema Öffentlichkeitsbeteiligung. Die Veranstaltung gliederte sich in drei thematische Blöcke: Eingangs wurden Erfahrungen mit früher Öffentlichkeitsbeteiligung in Kontext des Siegels „Faire Windenergie in Thüringen“ reflektiert, dann die VDI-Richtlinien 7000 und 7001 zu früher Öffentlichkeitsbeteiligung und Rahmenbedingungen von Beteiligung vorgestellt und abschließend Rahmenbedingungen von Beteiligung in drei parallelen Fokusgruppen erörtert (rechtlich - institutioneller Rahmen, Flächensicherung, Projektmanagement) .

Weitere Informationen und Unterlagen

 

Workshop: Wissenschaftlicher Austausch zu technischen Vergrämungs- und Abschaltsystemen

Die FA Wind lud am 30. Mai 2018 Vertreterinnen und Vertreter des Naturschutzes, aus Wissenschaft und Forschung, Anlagenentwicklung und Projektplanung/-betrieb nach Kassel zu einem wissenschaftlichen Austausch zu technischen Vergrämungs- und Abschaltsystemen zur Vermeidung von Kollisionen von windenergieanlagensensiblen Fledermaus-/Vogelarten. Auf dem Workshop wurden (Zwischen-)Ergebnisse aus Forschungsvorhaben, Pilotprojekte in Deutschland sowie sich bereits im Ausland in der praktischen Anwendung befindliche Systeme vorgestellt und diskutiert. Eine Dokumentation wird derzeit erstellt und demnächst auf der FA Wind-Website veröffentlicht.

Weitere Informationen und Unterlagen

 

10. Runder Tisch Windenergie und Recht

Am 29. Mai 2018 fand in den Räumen der FA Wind der 10. Runde Tisch Windenergie und Recht statt. Juristen und Planer mit unterschiedlichen Hintergründen und verschiedenen Tätigkeitsschwerpunkten haben auch dieses Mal aktuelle Gerichtsentscheidungen zum Thema Windenergie diskutiert und in den Kontext der bereits ergangenen Rechtsprechung gestellt. Schwerpunkt dieses Treffens waren Entscheidungen zur planerischen Steuerung der Windenergienutzung im Rahmen der Flächennutzungsplanung, einzelne Aspekte des Genehmigungsverfahrens und ein Urteil zur nachträglichen Anordnung aufgrund von Artenschutzbelangen.

Die Ergebnisse des Runden Tisches werden für Behörden, die kommunale Planungspraxis, Naturschutzverbände, Unternehmen aus der Windenergiebranche und für interessierte Bürgerinnen und Bürger im Rundbrief Windenergie und Recht zusammengefasst. Die einzelnen Entscheidungsbesprechungen finden Sie zudem auf der FA Wind-Webseite unter dem Thema Rechtsprechung.

Link zur FA Wind-Themenseite Rechtsprechung
Link zur Anmeldung zum Rundbrief Windenergie und Recht


Fachaustausch: Ansätze zur Stärkung der kommunalen Wertschöpfung bei Windenergieprojekten

Die FA Wind veranstaltete am 24. April 2018 im Bundeswirtschaftsministerium einen Fachaustausch zur kommunalen Wertschöpfung bei Windenergieprojekten. Im Rahmen des halbtägigen Treffens wurden drei unterschiedliche Vorschläge von den jeweiligen Autoren vorgestellt und von den Teilnehmern – insbesondere Vertretern des Bundes sowie von Bundesverbänden der Energiewirtschaft und der Kommunen – diskutiert. Besprochen wurden: eine Sonderabgabe für Kommunen im Rahmen des EEG (Simon Schäfer-Stradowsky, IKEM), die Einführung einer Konzessionsabgabe für die Einspeisung erneuerbarer Energien (Sebastian Kunze, StGB Brandenburg) und ein Windenergiekonzessionsgesetz in Anlehnung an das Bergrecht (Prof. Dr. Schmidt-Eichstaedt, Plan und Recht GmbH).

Eine Übersicht über unterschiedliche Vorschläge zur Stärkung der kommunalen Wertschöpfung finden Sie auf der FA Wind-Website.

Link zur Übersicht

Unterwegs

In Stuttgart findet am 21. Juni 2018 der 10. Windbranchentag Baden Württemberg statt. Hier wird Dr. Dirk Sudhaus zum Thema Vermeidungsmaßnahmen referieren.

Informationen zur Veranstaltung

 

Ebenso am 21. Juni 2018 trifft sich in Bingen die Windbranche zum 11. Windenergietag Rheinland-Pfalz. Hier hält Jürgen Quentin einen Vortrag zum Thema Ausbauentwicklung der Windenergie und bisherige Ausschreibungsergebnisse speziell in Rheinland-Pfalz.

Informationen zur Veranstaltung

 

Am 25. Juni 2018 moderiert Jenny Kirschey die Fachkonferenz „Kompensation zur Windenergienutzung“ der Regionalen Planungsgemeinschaft Havelland-Fläming in Luckenwalde.

Informationen zur Veranstaltung

 

Auf dem Windbranchentag Hessen/Rheinland-Pfalz in Wiesbaden referiert Jürgen Quentin am 29. August 2018 zu den Ausschreibungsergebnissen der beiden mitteldeutschen Bundesländer.

Informationen zur Veranstaltung

Weitere Veranstaltungen zum Thema Windenergie an Land finden Sie unter Termine.

Für mehr Neuigkeiten rund um das Thema Windenergie an Land besuchen Sie unsere Internetseite.

* Zu guter Letzt: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird überwiegend die männliche Schreibweise verwendet. Wir weisen an dieser Stelle ausdrücklich darauf hin, dass die ausschließliche Verwendung einer Form explizit geschlechterunabhängig verstanden werden soll.

Unser kostenloser Newsletter erscheint regelmäßig mit wichtigen Informationen zur Windenergie an Land. Er enthält aktuelle Berichte und Hinweise rund um wissenschaftliche, politische, rechtliche und technische Neuigkeiten. Alle Beiträge wurden sorgfältig recherchiert, damit verbundene Hinweise und Empfehlungen sind nach bestem Wissen ausgesucht, zusammengestellt und ausgeführt. Dennoch wird keine Gewähr für Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit übernommen.

Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich bitte an die Redaktion unter post@fa-wind.de.

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