Fachagentur Windenergie
Newsletter der Fachagentur Windenergie an Land e.V.
05/2018 - Ausgabe November

Sehr geehrte Abonnentin,
sehr geehrter Abonnent,

wir freuen uns sehr, Sie mit unserem Newsletter über aktuelle Entwicklungen im Bereich Windenergie an Land informieren zu können.

In dieser Ausgabe lesen Sie folgende Beiträge:

Vorwort

Energiewende mit Mensch und Natur

Neues Buch zu Windenergie und Artenschutz

Neues ProBat Tool

Neuigkeiten unserer Mitglieder

In eigener Sache

Publikationen der FA Wind

Veranstaltungen der FA Wind

Veranstaltungsrückblick

Unterwegs

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

vor Kurzem kam der IPCC-Sonderbericht heraus. Geht es um die Erderwärmung und deren Folgen, sind die Unterschiede zwischen 1,5 Grad und 2 Grad erheblich. Ein halbes Grad Celsius bewirkt, dass der Meeresspiegel bis 2100 um 10 cm weniger ansteigt. Das sichert Millionen von Menschen das Weiterleben in Wassernähe. Klimabedingte Risiken wie Hitzewellen und Starkregen und auch die Auswirkungen auf Biodiversität sowie Nahrungsmittelproduktion fallen bei 1,5 Grad weniger extrem aus, obwohl schon jetzt – bei einer Erderwärmung von einem Grad – Veränderungen deutlich werden.

Umweltbundesministerin Svenja Schulze erklärte mit Blick auf den Bericht, dass beim Klimaschutz keine Zeit verloren werden dürfe und jede Tonne CO₂, die vermieden werden könne, zähle. Der Klimaforscher Prof. Dr. Mojib Latif von der Universität Kiel sieht die Engpässe für Veränderungen auf der politischen Seite. Gleichzeitig legte er dar, dass sich alle gesellschaftlichen Gruppen bewegen müssten – weniger Fleisch, weniger Flüge, mehr Fahrradfahren.

Sorgen über die zukünftigen Auswirkungen des Klimawandels machen sich rund zwei Drittel der Bevölkerung, wie die Ergebnisse der vierten bundesweit repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der FA Wind zeigen. Darin wird auch beschrieben, dass die Nutzung und der Ausbau der Windenergie an Land nach wie vor eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung haben. Ein mehrheitlich positives Bild gegenüber Windenergie spiegelt sich auch in unserer Umfragesynopse wieder, in der 16 ausgewählte Umfragen zu Akzeptanzfragen ausgewertet wurden.

Technisch sind die notwendigen Ressourcen zur Realisierung des 1,5-Grad-Ziels durch die Nutzung der Erneuerbaren Energien vorhanden. Da liegt die Frage nahe, wie sich die Windenergie an Land im 1. Halbjahr 2018 entwickelt hat. Die aktuelle Analyse der FA Wind zur Ausbausituation verdeutlicht, dass der Zubau 30 Prozent hinter dem Niveau des 1. Halbjahres 2017 zurückbleibt; sogar einen 90-prozentigen Rückgang verzeichnen Bayern und Sachsen-Anhalt. Ein wesentlicher Grund für diese Veränderungen ist die seit 2017 stark zurückgegangene Zahl an Neugenehmigungen. Diese Entwicklung sowie weitere windenergierelevante Aspekte wie Akzeptanz, Hemmnisse, Naturschutz und Förderende möchten wir gerne gemeinsam mit Ihnen diskutieren – zum Beispiel im Rahmen unseres Kompetenztags auf den Windenergietagen in Linstow. 

Bis dahin wünsche ich Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre!

Ihre

Dr. Antje Wagenknecht, MBA

Geschäftsführerin

Energiewende mit Mensch und Natur

In einer umfassenden Studie zur Zukunft des Stromsystems haben Öko-Institut und Prognos im Auftrag der Umweltorganisation WWF Berechnungen zur Regionalisierung der Stromerzeugung in Deutschland aufgestellt. Die Ergebnisse wurden vom Planungsbüro Bosch & Partner beispielhaft in sechs Landkreisen validiert und einer naturschutzfachlichen Raumbewertung bezüglich der Betroffenheit der drei windenergiesensiblen Vogelarten Mäusebussard, Kiebitz und Rotmilan unterzogen.

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Neues Buch zu Windenergie und Artenschutz

Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens von Windenergieanlagen an Land müssen umfangreiche artenschutzfachliche Aspekte behandelt werden. In der aktuellen Buchpublikation „Windkraft Vögel Artenschutz“ werden artenschutzrechtliche Grundlagen dargestellt. Einschlägige Rechtsbegriffe werden veranschaulicht und für die Genehmigungspraxis handhabbar gemacht, indem bspw. Abstandsempfehlungen mit einer Bewertung von Flugaktivitätsdaten kombiniert werden. Dazu werden aus juristischer, umweltplanerischer und ökologischer Sicht konkrete Vorschläge zur Verbesserung und Vereinheitlichung der artenschutzrechtlichen Bewältigung des Tötungsverbotes bei der Genehmigung von Windenergieanlagen formuliert.

Link zur Publikation

ProBat 6.0 steht kostenfrei zur Verfügung

Das derzeit am häufigsten eingesetzte Instrument zur Berechnung praxistauglicher Betriebsalgorithmen zur Verringerung der Zahl von Fledermauskollisionen an Windenergieanlagen wurde mit Mitteln des Bundesamts für Naturschutz (BfN) umfassend aktualisiert und steht als Version ProBat 6.0 kostenfrei zur Verfügung. Neben Fehlerkorrekturen wurden diverse Nutzerfunktionen verbessert und neue Funktionen ergänzt.

ProBat 6.0 entspricht dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Frühere Versionen der Software sollten grundsätzlich nicht mehr verwendet werden.

Link zur Pressemitteilung des BfN vom 10.09.2018
Link zum Download

Neuigkeiten unserer Mitglieder

Hamburg: Forschungs-Windpark in Betrieb

Auf dem Energie-Campus der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) wurde Anfang Oktober der Windpark Curslack eröffnet. In dem Windpark will das Technologiezentrum des „Competence Center für Erneuerbare Energien und EnergieEffizienz“ (CC4E) der HAW Forschungsprojekte unter realen Bedingungen durchführen – 35 Projekte wurden bereits initiiert. Untersucht werden bspw. spezifische Fragestellungen zu Risikominderungsmaßnahmen für den Schutz von Fledermäusen, zur effizienten Windenergieerzeugung, zu Lebensdauer und optimiertem Anlagenbetrieb sowie zur effektiven Netzintegration auch unter Einbeziehung von Speichern und Sektorkopplung.

Die fünf Windräder erzeugen Strom für bis zu 15.000 Haushalte. Außerdem können Hamburger Bürger ab November Sparbriefe zeichnen, mit denen sie sich zu garantierten Zinssätzen an dem Forschungs-Windpark beteiligen können.

Link zur Newsmeldung der Senatskanzlei Hamburg vom 12.10.2018

Nordrhein-Westfalen: EnergieDialog.NRW sammelt Formate für Dialogveranstaltungen und Beteiligungsverfahren

Die Bedeutung von guter Kommunikation und einer verstärkten Einbindung der Öffentlichkeit in die Planung und Umsetzung von Energiewendeprojekten wie bspw. Windenergievorhaben wird zunehmend erkannt. Gleichzeitig ist das Handlungsfeld für viele Akteure noch relativ neu. Vor diesem Hintergrund veröffentlicht der EnergieDialog.NRW auf seiner Homepage Steckbriefe zu Dialog- und Beteiligungsmethoden. Die Ansätze werden hinsichtlich der jeweiligen Zielsetzungen und Kennziffern (Gruppengröße, Zeitrahmen, Kosten etc.) aufgeschlüsselt und die Umsetzung mit einem schematischen Ablauf und Anwendungsfällen konkretisiert. Zudem werden die Methoden mit einem Praxisbeispiel illustriert und Praxistipps formuliert – beispielsweise, dass für Zukunftswerkstätten oder Runde Tische eine professionelle, allparteiliche Moderation bzw. Prozessbegleitung hinzugezogen werden sollte.

Bislang wurden sechs Steckbriefe veröffentlicht (Runder Tisch, Visualisierungen, vorhabenbezogenes Bürgerbüro, Zukunftswerkstatt, Zukunftskonferenz und Joint Fact Finding). Die Sammlung wird regelmäßig fortgeschrieben.

Link zur Methodensammlung

Rheinland-Pfalz: Neuer Leitfaden zur visuellen Rotmilan-Raumnutzungsanalyse

Das Landesamt für Umwelt hat im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten einen Leitfaden erstellt, der Hinweise für die Durchführung und Bewertung von Raumnutzungsanalysen für den Rotmilan gibt. Der Leitfaden stellt den Untersuchungs- und Bewertungsrahmen zur Behandlung von Rotmilanen bei der Genehmigung von Windenergieanlagen dar und gibt Orientierung bei der zielgerichteten Umsetzung von Schutzmaßnahmen. Er ergänzt den „Naturschutzfachlichen Rahmen zum Ausbau der Windenergie in Rheinland-Pfalz“, welcher 2012 vom Land veröffentlicht wurde.

Bei der Ausarbeitung des Rotmilan-Leitfadens wurde die Expertise der Vogelschutzwarten für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland sowie von Gutachtern unabhängiger Fachbüros mit aufgegriffen. Ebenso konnten alle zehn anerkannten Naturschutzverbände sowie Gutachterbüros und Projektierer Stellung nehmen. 

Link zum Leitfaden

Bundesverband WindEnergie (BWE): Kampagne für die Windkraft

Mit seiner Kampagne „DIE WINDKRAFT" möchte der BWE aufzeigen, welchen konkreten Nutzen jeder Einzelne vom Windenergieausbau hat. Mit unterschiedlichen Postermotiven sollen Anwohnerinnen und Anwohner in Gemeinden, denen der persönliche Gewinn eines örtlichen Windparks nicht immer offensichtlich ist, angesprochen werden.

Die Materialen können online bestellt werden.

Link zur Kampagne

 

Gesetzesvorschlag zur Stärkung der regionalen Wertschöpfung

Der BWE hat einen Vorschlag zur Stärkung der kommunalen Wertschöpfung und der Teilhabe von Bürgerinnen und Bürgern an Windenergieprojekten formuliert. Der jüngst veröffentliche Gesetzesvorschlag sieht vor, Bürger und Gemeinden in einem Umkreis der zehnfachen Höhe der jeweiligen Windenergieanlage am jährlichen Umsatz zu beteiligen. Andere im vergangenen Jahr veröffentlichte Vorschläge sind dagegen ausschließlich auf eine kommunale Teilhabe fokussiert.

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Hintergrundpapier zur Sicherheit von Windenergieanlagen

Die Richtlinien zur Prüfung von Windenergieanlagen werden kontinuierlich weiterentwickelt, wodurch sich eine qualitativ hochwertige Prüfarchitektur in Deutschland etabliert hat. Mit einer neuen Veröffentlichung bietet der BWE einen umfassenden Überblick über die aktuellen Prüfungsleistungen und Regularien und greift damit die derzeit geführten Diskussionen zur Sicherheit von Windenergieanlagen auf.

Link zum Hintergrundpapier
Link zur Pressemitteilung des BWE vom 02.11.2018

 

In eigener Sache

Neue Mitarbeiterin

Marianna Roscher betreut seit dem 1. Juli 2018 die juristischen Themen bei der FA Wind. Sie studierte Rechtswissenschaften an der Freien Universität Berlin mit verwaltungsrechtlichem Schwerpunkt. Während ihres Referendariats absolvierte sie u.a. Stationen im Bundesumweltministerium und dem Öko-Institut in Berlin und war in einer auf Energierecht spezialisierten Kanzlei tätig.

Betreiber-Umfrage zur Anpassung der Fledermausabschaltzeiten auf Grundlage eines Gondelmonitorings

Seit einigen Jahren haben sich die im Rahmen der RENEBAT-Forschungsvorhaben entwickelten Abschaltzeiten in der Windenergieplanung als Maßnahme zur Reduzierung des Kollisionsrisikos   von Fledermäusen an Windenergieanlagen (WEA) etabliert. Genehmigungen werden i.d.R. mit einer Betriebszeitenregulierung erteilt, wenn im Rahmen von Voruntersuchungen im Vorhabensgebiet Fledermäuse nachgewiesen wurden und von einem signifikant erhöhten Tötungsrisiko ausgegangen wird. Auf Fledermauserfassungen im Vorfeld der Genehmigung kann i.d.R. verzichtet werden, wenn in den ersten Jahren die WEA mit pauschalen Abschaltzeiten betrieben werden, wobei diese nach einem mindestens zweijährigen Gondelmonitoring angepasst werden können.

Aus wirtschaftlicher Sicht ist eine Anpassung der Abschaltzeiten von Bedeutung, da sie die Ertragssituation am Anlagenstandort beeinflussen können. Ebenso interessant ist eine Betrachtung der Gondelmonitoringergebnisse aus artenschutzfachlicher Sicht, da Kenntnisse zum tatsächlichen Fledermausaufkommen an einem WEA-Standort gewonnen werden können.

Ziel der Umfrage ist, Daten hinsichtlich der beauflagten Abschaltzeiten und den damit einhergehenden wirtschaftlichen Einbußen bei den Betreibern zu gewinnen. Dabei soll zum einen abgefragt werden, in welchem Bereich sich die Verluste bei pauschalen Abschaltungen belaufen und zum anderen, ob im Rahmen eines Gondelmonitorings eine Anpassung der Abschaltzeiten erfolgt ist und falls ja, in welchem Umfang.

Die Umfrage wird in Kürze fertig gestellt. Bei Interesse an einer Teilnahme senden Sie bitte eine E-Mail mit Betreff „Umfrage Fledermausabschaltzeiten“ an Franziska Tucci.

Publikationen der FA Wind

Umfrage: Akzeptanz der Windenergie an Land im Herbst 2018

Die Ergebnisse der vierten, bundesweit repräsentativen Akzeptanz-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der FA Wind zeigen eine breite Akzeptanz für die Nutzung und den Ausbau der Windenergie an Land in der Bevölkerung (80 Prozent). Diese bewegte sich in den vergangenen Jahren auf konstant hohem Niveau – sowohl allgemein, als auch vor Ort.

Darüber hinaus zeigt die Umfrage: Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung (68 Prozent) machen sich Sorgen über die zukünftigen Auswirkungen des Klimawandels in ihrer Region. Ein noch größerer Teil der Befragten (74 Prozent) fordert, dass sich die Bundesregierung in Zukunft stärker als bisher für die Umsetzung der Energiewende einsetzt. Dabei unterstützen 82 Prozent der Befragten einen Windenergieausbau in der gesamten Bundesrepublik, zu dem alle Bundesländer im Rahmen ihrer Möglichkeiten einen relevanten Beitrag leisten. Weitere Fragen fokussierten unter anderem auf finanzielle Beteiligungsmöglichkeiten, die Informiertheit zu Windenergiethemen und gewünschte Informationsangebote bei Projekten vor Ort.

Grafiken und eine textliche Darstellung der Ergebnisse finden Sie in der ausführlichen Analyse.

Link zu den Umfrageergebnissen Herbst 2018
Link zur Pressemitteilung vom 06.11.2018

 

Umfragesynopse: Akzeptanz der Windenergie an Land der letzten fünf Jahre

Die FA Wind hat 16 ausgewählte Umfragen aus Deutschland (13) und dem Ausland (3) zur Akzeptanz der Windenergie an Land der letzten fünf Jahre ausgewertet. In den Befragungen wurden verschiedene Thematiken wie die Einstellung zur Windenergie allgemein, deren Vor- und Nachteile für die Region oder die Auswirkungen auf das Landschaftsbild untersucht.

Die Erhebungsverfahren und der Umfang der Befragungen variieren teilweise deutlich voneinander, vorwiegend handelt es sich aber um telefonische Interviews, die jeweils ein repräsentatives Ergebnis liefern. Diese miteinander zu vergleichen ist zwar nicht immer möglich, dennoch zeigen die Ergebnisse, dass in der Bevölkerung mehrheitlich ein positives Bild vorhanden ist und die Notwendigkeit des Ausbaus der Erneuerbaren Energien erkannt wird. Auch in Tourismusregionen scheinen Windräder nur wenig Einfluss auf Besucherzahlen zu haben. Die Gründe gegen WEA sind ebenso vielfältig und simple Erklärungsmuster werden diesen nicht gerecht.

Link zur Umfragesynopse

 

Analyse: Ausbausituation der Windenergie an Land im 1. Halbjahr 2018

Im ersten Halbjahr 2018 sind 523 Anlagen mit 1.714 MW Leistung in Betrieb gegangen. Damit liegt der Zubau 30 Prozent unter dem Niveau des letztjährigen Halbjahrs (2.486 MW). In den Ländern Bayern und Sachsen-Anhalt sank der Zubau sogar um 90 Prozent. 105 Windturbinen (352 MW) wurden im Betrachtungszeitraum im Rahmen eines Repowerings errichtet. Die Repowering-Quote stieg um fünf Prozentpunkte im Halbjahresvergleich 2017 und liegt nunmehr bei 20 Prozent. Auf Länderebene verzeichnet Schleswig-Holstein den größten Repowering-Anteil: Zwei von drei Windturbinen gingen dort im Ersatz für Altanlagen ans Netz.

Zum Meldestand 31. Juli 2018 erfasste das Register 1.328 genehmigte Windräder (4.096 MW), davon wurde die Hälfte seit 2017 bewilligt. Dennoch liegt der monatliche Genehmigungsumfang weiterhin deutlich unterhalb des Niveaus der Jahre 2014 bis 2016: bis Ende Juni wurden 912 MW neue Leistung genehmigt - noch nicht einmal die Hälfte dessen, was in den Halbjahren 2014 bis 2016 jeweils bewilligt wurde.

Die regionale Verteilung sowohl des Halbjahreszubaus als auch der registrierten Anlagengenehmigungen liegt zu 80 Prozent nördlich und zu 20 Prozent südlich der sogenannten Mainlinie.

Im Netzausbaugebiet ging der Zubau um ein Viertel gegenüber dem ersten Halbjahr 2017 zurück; dabei zeigte sich der stärkste Einbruch in Schleswig-Holstein. Ende Juli 2018 waren 1.056 MW Windenergieleistung im Netzausbaugebiet genehmigt; die Hälfte davon wurde nach 2016 bewilligt.

Link zur Analyse

 

Analysen: Ausschreibungen im August und Oktober

Die FA Wind hat die sechste und siebte Ausschreibungsrunde für Windenergieanlagen an Land ausgewertet: Beide Gebotstermine blieben unterzeichnet, wobei in der Oktober-Runde nur 54 Prozent des ausgeschriebene Volumens abgerufen wurde. Im August erhielten 200 Windturbinen (667 MW) und im Oktober 112 Anlagen (363 MW) eine Förderzusage nach dem EEG 2017. Überdurchschnittlich viele Anlagenstandorte waren in der August-Auktion in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein erfolgreich, während in der letzten Wind-Auktion in diesem Jahr Projekte in Bayern und Brandenburg herausstachen. An Bürgerenergiegesellschaften gingen vier (August) bzw. neun (Oktober) Zuschläge für 42 respektive 58 MW Leistung.

Die kumulierte Betrachtung nach zwei Jahren Ausschreibung zeigt weiterhin eine Zuschlagskonzentration im Norden Deutschlands. Nördlich der Mainlinie sind 89 Prozent der bezuschlagten Anlagen geplant, südlich davon nur elf Prozent. Von 1.443 Windturbinen, die in den sieben Auktionen eine Förderzusage erhielten ist bislang die Hälfte (772 WEA) immissionsschutzrechtlich genehmigt. Davon sind 16 Anlagen bereits am Stromnetz.

Link zur Analyse der 6. Ausschreibung
Link zur Analyse der 7. Ausschreibung

 

Ergebnispapier: Gut beteiligt bei Windenergieplanungen?!

Zentrale Erkenntnisse und Diskussionspunkte aus dem Beteiligungs-Workshop für Projektentwickler und Kommunalvertreter in Mitteldeutschland, der Ende August in Kooperation mit der Servicestelle Windenergie der Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA) in Erfurt stattgefunden hat, sind in einem Ergebnispapier nachzulesen.

Dass es ein Patentrezept für gute Beteiligung nicht gibt und nie geben kann, war vermutlich die wichtigste Erkenntnis aus zwei Tagen intensiver Arbeit: Nicht die technisch-funktionale Verfahrensausgestaltung nach einem gelernten Schema ist entscheidend für das Gelingen, sondern das feinfühlige Arbeiten mit sogenannten Kontextfaktoren. Erst wenn die Geschichte vor Ort, Einstellungen, Stimmungen, Ängste von Betroffenen wahrgenommen und aufgegriffen werden, dann kann Partizipation wirksam werden und mehr erreichen als bloße Akzeptanz.

Link zum Ergebnispapier

 

Workshop-Dokumentation: Technische Systeme zur Vermeidung von Kollisionen von windenergieanlagensensiblen Fledermaus-/Vogelarten

Ende Mai hat sich die FA Wind mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Forschung, Anlagenentwicklung, Projektplanung/-betrieb, vom Wetterradar, der bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung (BNK) sowie Biologen und Gutachtern zu technischen Vergrämungs- und Abschaltsystemen zur Vermeidung von Kollisionen von windenergieanlagensensiblen Fledermaus-/Vogelarten ausgetauscht. Auf dem Workshop wurden (Zwischen-)Ergebnisse aus Forschungsvorhaben und Pilotprojekten in Deutschland sowie sich bereits im Ausland in der praktischen Anwendung befindliche Systeme vorgestellt und diskutiert.

Die Vorträge und Diskussionen sind in einer Dokumentation zusammengefasst.

Link zur Dokumentation
Link zu den Vorträgen

Veranstaltungen der FA Wind

Präsenz der FA Wind auf den 27. Windenergietagen in Linstow

Vom 6. bis 8. November ist die FA Wind auf den 27. Windenergietagen in Linstow an Stand 22 vertreten. Am 7. November 2018 wird zudem im Forum 11 ein Kompetenztag zur Windenergie an Land gestaltet, bei dem Akzeptanz, Hemmnisse, Naturschutz, Förderende und der Windenergieausbau auf der Tagesordnung stehen. Ansprechpartnerin ist Ines Schernus (T +49 30 64 494 60-70).

Link zum Programm

 

Fachaustausch zu Landschaftsbildfragen an Mittelgebirgsstandorten

Am 13. November veranstaltet die FA Wind in Kooperation mit dem Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz und dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landwirtschaft einen Fachaustausch zu Landschaftsbildfragen an Mittelgebirgsstandorten.

Der Fachaustausch richtet sich an kommunale Entscheider, Landschaftsplaner, Gutachter und Behördenvertreter, Tourismusverbände, Beratungsunternehmen und Projektentwickler sowie interessierte Akteure aus Wissenschaft und Politik vorrangig in Rheinland-Pfalz und Hessen. Um Einreichung aktuell relevanter Fragestellungen und Diskussionspunkte, die auf dem Fachaustausch aufgegriffen werden sollten, wird ausdrücklich gebeten.

Die Veranstaltung ist ausgebucht. Ansprechpartnerin ist Bettina Bönisch (T +49 30 64 494 60-64).

Weitere Informationen

 

5. Runder Tisch Vermeidungsmaßnahmen

Am 13. Dezember findet in Kassel der 5. Runde Tisch Vermeidungsmaßnahmen statt. Der Arbeitskreis dient dem Austausch zwischen Behördenvertretern, Gutachtern, Projektierern, Wissenschaftlern und Verbänden über Maßnahmen zur Vermeidung des Eintretens von artenschutzrechtlichen Verbotstatbeständen bei Windenergieprojekten.

Für die Arbeit des Runden Tisches werden regelmäßig Berichte von laufenden oder bereits abgeschlossenen Monitorings zu Vermeidungsmaßnahmen gesucht. Fachbehörden, Gutachter und Betreiber werden gebeten, entsprechende Berichte – auch in anonymisierter Form – zur Verfügung zu stellen. Hinweise auf durchgeführte Maßnahmen oder Stellen, wo entsprechende Berichte vorliegen, sind für weitere Recherchen ebenso hilfreich.

Die Teilnahme erfolgt auf Einladung. Bei Rückfragen melden Sie sich gerne bei Franziska Tucci (T +49 30 64 494 60-67).

Weitere Informationen

 

Save the date!

Am 25. und 26. März 2019 findet die zweite Fachkonferenz der FA Wind in Berlin statt. Bitte merken Sie sich den Termin vor. Mehr Informationen folgen in Kürze.

Veranstaltungsrückblick

Fachaustausch zu End-of-Life von Windenergieanlagen

Rund 70 Vertreter aus Wissenschaft und Verwaltung, der Energiewirtschaft und diversen Verbänden und Landesministerien haben sich am 4. September zu den Themen Rückbau und Recycling von Windenergieanlagen verständigt. Der interdisziplinär ausgerichtete Erfahrungsaustausch fand in Kooperation mit der EnergieAgentur.NRW statt und begann am Morgen mit einer Führung auf dem Betriebshof der neocomp GmbH in Bremen.

Die Fachvorträge stehen zum Download zur Verfügung. Eine umfangreiche Dokumentation zur Veranstaltung ist derzeit in Arbeit und wird voraussichtlich Ende des Jahres erhältlich sein.

Weitere Informationen und Unterlagen

 

11. Runder Tisch Windenergie und Recht

Am 17. Oktober trafen sich erneut Juristen, Planer, Interessenverbände und Projektierer zum 11. Runden Tisch Windenergie und Recht. Auf freundliche Einladung von Prof. Dr. Marcel Raschke fand das diesmalige Arbeitstreffen an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Bielefeld statt. Diskutiert wurden aktuelle obergerichtliche Urteile rund um die Windenergie; unter anderem zu den Themen Umweltverträglichkeitsprüfung im einstweiligen Rechtsschutz, Signifikanz im Rahmen des artenschutzrechtlichen Tötungsverbots, die Unwirksamkeit von Flächennutzungsplänen und Ertragsausfälle und Abschaltungen beim sogenannten Windklau.

Die Ergebnisse des Runden Tisches werden für Behörden, die kommunale Planungspraxis, Naturschutzverbände, Unternehmen aus der Windenergiebranche und für interessierte Bürgerinnen und Bürger im Rundbrief Windenergie und Recht zusammengefasst. Die einzelnen Entscheidungsbesprechungen finden Sie demnächst auf der FA Wind-Webseite in der Rubrik Rechtsprechung.

Link zum Rundbrief 3/2018
Link zur FA Wind-Themenseite Rechtsprechung
Link zur Anmeldung zum Rundbrief Windenergie und Recht

Unterwegs

Frank Sondershaus ist am 7. November bei den Windenergietagen 2018 im Forum 5 „Akzeptanz & Bürgerbeteiligung“ von Ahnen und Enkel mit einem Vortrag zum Thema „Akzeptanz durch kommunale Teilhabe?“ vertreten.

Am gleichen Tag referiert Jürgen Quentin auf dem Forum 19 von Senvion über die aktuelle Genehmigungslage bei Windenergieanlagen an Land.

Weitere Informationen

Weitere Veranstaltungen zum Thema Windenergie an Land finden Sie unter Termine.

Für mehr Neuigkeiten rund um das Thema Windenergie an Land besuchen Sie unsere Internetseite.

* Zu guter Letzt: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird überwiegend die männliche Schreibweise verwendet. Wir weisen an dieser Stelle ausdrücklich darauf hin, dass die ausschließliche Verwendung einer Form explizit geschlechterunabhängig verstanden werden soll.

Unser kostenloser Newsletter erscheint regelmäßig mit wichtigen Informationen zur Windenergie an Land. Er enthält aktuelle Berichte und Hinweise rund um wissenschaftliche, politische, rechtliche und technische Neuigkeiten. Alle Beiträge wurden sorgfältig recherchiert, damit verbundene Hinweise und Empfehlungen sind nach bestem Wissen ausgesucht, zusammengestellt und ausgeführt. Dennoch wird keine Gewähr für Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit übernommen.

Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich bitte an die Redaktion unter post@fa-wind.de.

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