Fachagentur Windenergie
Newsletter der Fachagentur Windenergie an Land e.V.
07/2017 - Ausgabe Dezember

Sehr geehrte Abonnentin,
sehr geehrter Abonnent,

wir freuen uns sehr, Sie mit unserem Newsletter über aktuelle Entwicklungen im Bereich Windenergie an Land informieren zu können.

In dieser Ausgabe lesen Sie folgende Beiträge:

Vorwort

Indirekte CO2-Emissionen

Schallimmissionsschutz bei WEA

WEA und Wildtierkorridore

Bürgerenergie in Zahlen

Fraunhofer IWES wird geteilt

Forschungsprojekt NeuPlan Wind

Handreichung zum UNESCO-Welterbe

Neuigkeiten unserer Mitglieder

Publikationen der FA Wind

Veranstaltungen der FA Wind

Rückblick auf vergangene Veranstaltungen

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

am 18. November 2017 ist die 23. Weltklimakonferenz (COP) unter der Präsidentschaft der Fidschi-Inseln in Bonn zu Ende gegangen. Die deutsche Umweltministerin Dr. Barbara Hendricks sprach von wichtigen Fortschritten bei der Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens, die die 197 Vertragsparteien erzielten. Im Laufe des nächsten Jahres wird der sogenannte Talanoa-Dialog die Staatengemeinschaft zu ambitioniertem Handeln ermutigen, um die globale Klimaschutzlücke zu schließen. Talanoa ist ein fidschianischer Begriff für einen Austausch mit allen Beteiligten. Bereits auf der COP22 in Paris wurde vereinbart, dass die Staatengemeinschaft mit der Zeit immer ehrgeiziger werden muss. Der Probelauf für diesen Ambitionsmechanismus ist der Talanoa-Dialog. Unter Führung von Fidschi und Polen soll er im Laufe des nächsten Jahres Beiträge aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammenfassen. Der angekündigte Rückzug der Trump-Regierung aus dem Pariser Klimaabkommen erzeugte in Bonn das starke Signal, dass die Welt zusammensteht und sich beim Klimaschutz nicht aufhalten lässt, so die Ministerin.

Eine aktuelle Analyse der FA Wind zeigt, dass der Windenergieausbau in Deutschland in diesem Jahr vermutlich ein historisches Hoch erreichen wird. Im Hinblick auf den Klimaschutz zunächst ein deutliches Zeichen. Aber: Zahlen allein sagen nicht alles aus. Viel wichtiger sind die Ursachen für diese Entwicklung und die Konsequenzen für Wirtschaft, Verwaltung und die Kontinuität des erforderlichen Ausbaus in den kommenden Jahren. Die nächste Bundesregierung wird sich die Zusammenhänge sicherlich genau anschauen und die notwendigen Anpassungen vornehmen, um die Hausaufgaben für die COP24 zu machen.

Wir haben auch 2017 fokussiert ausgewählte Themen rund um die Windenergie an Land bearbeitet und uns dazu mit allen Beteiligten ausgetauscht. Aufgrund unserer einzigartigen Mitgliederstruktur können wir die Vielzahl der Akteure bündeln und stehen diesen bei der Bewältigung der Herausforderungen bundesweit durch umfangreiche Informations-, Forschungs- und Wissenstransferleistungen zur Seite. Insgesamt begleitet die FA Wind als Mittlerorganisation die Windenergienutzung in Deutschland systematisch, neutral, zeigt Effizienzpotentiale auf und fördert deren Hebung. Dies alles erfolgt vor dem Hintergrund der klima- und energiepolitischen Ziele des Bundes und der Länder.

Ich bin fest davon überzeugt, dass die Mitglieder der FA Wind, Vorstand und das Geschäftsstellenteam in bewährter Zusammenarbeit mit unseren Partnern aus vielen Fachgebieten die bisherige Dynamik auch im kommenden Jahr zeigen und den umwelt- und naturverträglichen Ausbau der Windenergie an Land auf diese Weise gemeinsam stetig voranbringen werden. Denn damit wird die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens in Deutschland konkret unterstützt, um die globale Erderwärmung auf unter zwei Grad begrenzen zu können.

Bei dieser für die Zukunftsfähigkeit von Deutschland und der Welt zentralen Aufgabe wünsche ich Team, Vorstand und Mitgliedern weiterhin viel Erfolg! Zum Jahresende verlasse ich die FA Wind, um eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen. Ich bedanke mich für vier intensive, interessante und schöne Jahre. Wenn ich zwei Wünsche frei hätte: Unterstützen Sie bitte das Team der FA Wind so eindrucksvoll wie bisher und setzen Sie Ihre Ressourcen und Aktivitäten konsequent und nachhaltig für den Schutz des Klimas ein.

Auf ein Wiedersehen freue ich mich und wünsche Ihnen bis dahin alles erdenklich Gute!

Ihr

Axel Tscherniak
Geschäftsführer

Indirekte CO2-Emissionen

In einer Studie haben Wissenschaftler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) die indirekten CO2-Emissionen von Stromerzeugungstechnologien für einen dekarbonisierten Energiesektor untersucht. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass sich kohlenstoffarme Technologien wie Wind- und Solarenergie oder Kohlendioxidabscheidung und -speicherung bei fossilen Kraftwerken (Carbon capture and storage, kurz CCS) stark in den Treibhausgas-Emissionen unterscheiden.

Untersucht wurde jeweils der Lebenszyklus der Anlagen, wobei sämtliche indirekten Emissionen, die mit der Energienutzung zusammenhängen, einberechnet wurden. Diese entstehen beispielsweise durch Bau, Betrieb und Abbau der Anlagen, bei der Kohle- und Gasförderung aber auch in Form von Methanemissionen.

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Schallimmissionsschutz bei WEA

Die Bund/Länder Arbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz (LAI) hat die Hinweise zur Beurteilung der Schallimmission von Windenergieanlagen (WEA) mit Stand vom 30. Juni 2016 veröffentlicht. Das sogenannte Interimsverfahren soll die Immissionen der modernen, größeren WEA in der Prognose besser abbilden.

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Reaktionen von Rothirschen auf WEA-Betrieb

Es gibt in der Schweiz mehrere Windenergieprojekte, die in der Umgebung oder innerhalb von überregional bedeutenden Wildtierkorridoren geplant sind. Einige der Anlagenstandorte liegen in der Nähe von bestehenden oder geplanten Wildtierpassagen. Bauanträge werden aus diesem Grund teilweise abgelehnt oder kritisch beurteilt, da davon ausgegangen wird, dass Wildtiere sensibel auf die Störungen durch Windenergieanlagen (WEA) reagieren und deshalb Wildtierquerungen über Autobahnen meiden.

In einer Studie wurde im Auftrag von EnergieSchweiz nun stichprobenartig an einer WEA im Gebiet Haldenstein untersucht, ob sich Hirsche von dem Betrieb tatsächlich beeinflussen lassen. Der Ansatz dabei war, anhand des Aus- und Einschaltens des Windrades direkt zu beobachten, ob und wie die anwesenden Rothirsche reagieren. Die durchgeführten Tests erlauben lediglich qualitative Aussagen zu dieser Fragestellung und kommen zu dem Ergebnis, dass sich die Hirsche in dem untersuchten Gebiet nicht von der WEA stören lassen. Die Ergebnisse wurden in dem Bericht „Windenergieanlagen und Wildtierkorridore“ veröffentlicht.

Link zum Bericht

Bürgerenergie in Zahlen

Wissenschaftler der Leuphana Universität Lüneburg und der Universität Erfurt haben nach eigenen Angaben erstmals den Datenbestand über die Bürgerenergie in Deutschland aus verschiedenen öffentlichen Registereinträgen und Quellen an einer Stelle zusammengetragen.

Rund 1.800 Bürgerenergiegesellschaften und Energiegenossenschaften sind in der neuen Datenbank gelistet und dokumentiert. Über die Hälfte davon ist genossenschaftlich organisiert.

Die Datenbank soll mindestens einmal jährlich aktualisiert werden und künftig vor allem der wissenschaftlichen Analyse dienen. Der Datenbestand selbst ist nicht öffentlich zugänglich, publiziert wurde aber eine erste Auswertung des Datenbestands.

Weitere Informationen:

Newsmeldung des EnergieDialog.NRW vom 25.10.2017
Analyse der Leuphana Universität Lüneburg

Fraunhofer IWES wird geteilt

Seit seiner Gründung 2009 ist das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES auf knapp 600 Mitarbeitende gewachsen. Beide Institutsteile haben im Rahmen ihrer strategischen Entwicklung und Ausrichtung weitgehend unabhängige Profile entwickelt. Somit wurde von Vorstand und Senat der Fraunhofer-Gesellschaft der Entschluss gefasst, die Institutsteile ab Januar 2018 als eigenständige Institute fortzuführen: als IEE und IWES. Die Teilung soll zur Profilschärfung beitragen.

Das Fraunhofer IWES in Kassel wird zum neuen „Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE“. Das Fraunhofer IWES Nordwest mit Hauptsitz in Bremerhaven wird weiterhin mit dem Kürzel IWES und der leicht geänderten Institutsbezeichnung „Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES“ firmieren.

Link zur Pressemitteilung der Frauenhofer-Gesellschaft vom 12.12.2017

Forschungsprojekt NeuPlan Wind

Den vielfältigen Fragen zum Planungs- und Genehmigungsrecht von Windenergieanlagen wird die Stiftung Umweltenergierecht bis September 2020 weiter nachgehen. Das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Projekt „Rechtliche Analyse neuer Herausforderungen für das Planungs- und Genehmigungsrecht bei der Flächenbereitstellung und -realisierung für den Ausbau der Windenergie an Land“ (NeuPlan Wind) soll Rechtsfragen im praktischen Umgang mit der Flächenausweisung zielgerichtet untersuchen, neue sowie bestehende Unsicherheiten mindern und eine vorausschauende, rechtssichere Flächenplanung für die Windenergie unterstützen.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt

Handreichung zum UNESCO-Welterbe

Die Kultusministerkonferenz hat eine Handreichung zum UNESCO-Welterbe veröffentlicht, die sich an die Länder, Kommunen und weitere Akteure aus dem Bereich des Welterbes richtet. Ziel dieser Handreichung ist es, das Welterbe-Verfahren für die Öffentlichkeit transparenter zu gestalten, Zuständigkeiten darzustellen, Verständnis und Akzeptanz über die Welterbekonvention zu stärken und die Vernetzung zwischen den Akteuren zu verbessern. Zudem soll sie Fragen klären, die von der Nominierung von Stätten über den Schutz, den Erhalt, die Nutzung, die Entwicklung und die Vermittlung bis hin zu den Fragen des Monitorings auf nationaler und internationaler Ebene reichen.

 Link zur Handreichung

Neuigkeiten unserer Mitglieder

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit: Wettbewerb für gute Bürgerbeteiligung gestartet

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) lädt zusammen mit dem Umweltbundesamt (UBA) im Rahmen von „Ausgezeichnet! – Wettbewerb für vorbildliche Bürgerbeteiligung" ein, vorbildliche Bürgerbeteiligungsprojekte aus dem ganzen Bundesgebiet sichtbar zu machen und der Öffentlichkeit vorzustellen.

Mitmachen können alle, die vorbildliche Bürgerbeteiligungsprozesse vor allem im Bau-, Städtebau- und Umweltbereich durchgeführt haben. Egal, ob staatlicher oder privater Vorhabenträger, Ministerien oder Kommunen. In einer der drei Teilnahmekategorien – Beteiligung bei Vorhaben, Strategien oder Regelungen – kann bis zum 31. März 2018 ein Bürgerbeteiligungsprojekt eingereicht oder auf ein bekanntes Projekt hingewiesen werden. Besonders innovativen Ansätzen winkt ein Sonderpreis. Die Gewinner-Projekte werden bei einer hochkarätig besetzten Fachtagung im BMUB vorgestellt.

Link zur Projektwebsite

Baden-Württemberg: Erneuerbare Energien in 2016

Das baden-württembergische Umweltministerium hat seinen jährlichen Bericht über die Entwicklung der erneuerbaren Energien im Land veröffentlicht. Mit kurzen Texten sowie zahlreichen Grafiken und Tabellen gibt dieser einen Überblick über die installierte Leistung der unterschiedlichen Energieerzeugungsanlagen, über deren Anteil an der Strom- und Wärmebereitstellung sowie deren regionale Verteilung. Außerdem informiert der Bericht über die wirtschaftliche Bedeutung der Nutzung erneuerbarer Energien und deren Auswirkungen auf die Umwelt.

Link zum Bericht 2016

Hessen: Energie-Monitoringbericht 2017

Der dritte Monitoringbericht zur Energiewende in Hessen schreibt Indikatoren zu den wichtigen Feldern der Energiewende – erneuerbare Energien (EE), Energieverbrauch und Energieeffizienz, Wärme und gebäuderelevanter Energieverbrauch, Netzausbau, Verkehr, Treibhausgasemissionen und gesamtwirtschaftliche Effekte – fort.

Der Bericht belegt, dass der EE-Ausbau in Hessen voranschreitet. Der Löwenanteil fällt dabei auf die Windenergie. Im Jahr 2016 wurden insgesamt 103 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 294,5 Megawatt (MW) zugebaut. Damit wurde der Zubau des Vorjahres (200,5 MW) um 47 Prozent übertroffen. Auch im Jahr 2017 läge mit 211,3 MW neu installierter Leistung der Zubau bei der Windenergie nach den ersten drei Quartalen 2017 bereits über dem Gesamt-Jahresergebnis 2015, so Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir.

Neben einem Anstieg der Investitionen zum EE-Ausbau sind auch im Bereich Energieeffizienz und Energieeinsparung große Fortschritte zu verzeichnen.

Weitere Informationen:

Energie-Monitoringbericht 2017
Pressemitteilung des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung vom 30.11.2017

Mecklenburg-Vorpommern: Landtag verabschiedet Gesetz zur bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung

Am 15. November 2017 hat der Landtag in Schwerin das Zweite Gesetz zur Änderung der Landesbauordnung verabschiedet. Damit fordert Mecklenburg-Vorpommern als erstes Bundesland in § 46 Abs. 2 – 5 Landesbauordnung (LBO) eine bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung (BNK) für alle neuen Windparks, die mehr als vier Anlagen umfassen.

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Niedersachsen: Neuer Koalitionsvertrag

SPD und CDU haben sich nach den vorgezogenen Landtagswahlen in Niedersachsen im November auf einen Koalitionsvertrag verständigt. Demzufolge will die Landesregierung ihre „Führungsrolle als Windenergieland Nr. 1 weiter ausbauen und damit zukunftssichere Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Niedersachsen generieren. Zur „Stärkung der Öffentlichkeits- und Bürgerbeteiligung sollen dezentrale Betreiber- und Investitionsmodelle, z.B. Genossenschaftsmodelle, unterstützt werden.“ (…) Zur Unterstützung des Ausbaus der Windenergie an Land und auf See sollen „die kommunalen Energie- und Klimaschutzagenturen und die Klimaschutzagentur Niedersachsen (KEAN) gestärkt werden.“(…) Ziel der Bemühungen ist „eine verlässliche, umweltgerechte und bezahlbare Energieversorgung.“ Den Kommunen und ihren kommunalen Unternehmen kommt laut des Koalitionsvertrags „bei der Energieversorgung eine Schlüsselrolle zu.“ (…) „Zur weiteren Stärkung der Windenergie wollen SPD und CDU außerdem das Deutsche Offshore-Industrie-Zentrum in Cuxhaven weiterentwickeln.“ (…) Das „Niedersächsische Klimaschutzgesetz soll verabschiedet und das Umwelt- und Klimaschutzprogramm im Dialog mit den Betroffenen vollendet werden.“

Link zur Koalitionsvereinbarung

Nordrhein-Westfalen: Artenschutzleitfaden überarbeitet

In NRW wurde der Leitfaden „Umsetzung des Arten- und Habitatschutzes bei der Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen in Nordrhein-Westfalen“ aktualisiert. Der Leitfaden befasst sich im Schwerpunkt mit den Anforderungen des Arten- und Habitatschutzes und bietet allen an Windenergieplanungen Beteiligten einen gemeinsamen Rahmen für die Durchführung von Artenschutzprüfungen, FFH-Verträglichkeitsprüfungen, Bestandserfassungen, die Erarbeitung von Maßnahmenkonzepten und das Monitoring. Die Zielgruppe des Leitfadens sind Behörden, Gemeinden und das interessierte Fachpublikum (Naturschutzverbände, Planungsbüros, Projektierer u.a.). Die aktuelle Version (1. Änderung, November 2017) ist eine Fortschreibung des erstmals 2013 veröffentlichten Leitfadens, greift Ergebnisse einer Anwenderbefragung auf und beinhaltet neue Rechtsprechungen, Regelungen und Gutachten.

Link zum Leitfaden

 

Ausstellung: Die Energiewende im Ruhrgebiet gestern, heute, morgen

In keiner Region in Deutschland ist der Wandel der Energieproduktion so sichtbar wie im Ruhrgebiet. Wenn im Dezember 2018 die letzte deutsche Steinkohlezeche in Bottrop geschlossen wird, geht eine Ära in der Energiegeschichte zu Ende. Dies hat das LVR-Industriemuseum in Oberhausen zum Anlass genommen, den wechselvollen Weg vom Land der Zechen zur erneuerbaren Energielandschaft zur Schau zu stellen.

Exponate auf fast 1.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche dokumentieren den Wandel von Wind- und Wassermühlen über die Dampfmaschine und die Elektrifizierung der privaten Haushalte bis hin zu einem Leitstand des Kernkraftwerks Philippsburg 1 und neuen Energiegewinnungsformen wie der Windenergie.

Die Ausstellung läuft bis Oktober 2018 und wird von einem vielseitigen Veranstaltungsprogramm begleitet.

Weitere Informationen:

Newsmeldung des WindDialog.NRW vom 16.11.2017
Informationen zur Ausstellung auf der Website des LVR-Industriemuseums

Sachsen: Windpotenzialstudie veröffentlicht

Die Windpotenzialstudie Sachsen stellt in einer Rasterauflösung von 100 mal 100 Metern Daten zum Windpotenzial im Freistaat Sachsen bereit. Das Modell wurde mit zahlreichen realen Einzelmessungen überprüft und stellt Daten zu der mittleren Windgeschwindigkeit, der Windrichtung, der Windleistungsdichte etc. zur Verfügung. Dabei können diese Daten für vier Höhen im Bereich von 70 bis 160 Metern abgerufen werden. Des Weiteren lassen sich Ertragspotenziale und der damit erreichbare Anteil am Referenzertrag für vier gebräuchliche Windenergieanlagen ermitteln. Da für die Standortplanung eines Windenergieprojektes weitere Daten erforderlich sind, ersetzt die Windpotenzialstudie grundsätzlich keine Standortgutachten.

Die Daten sind im Energieportal Sachsen unter der Rubrik „Windatlas Sachsen“ abrufbar.

Weitere Informationen:

Windatlas im Energieatlas Sachsen
Windpotenzialstudie

Thüringen: ThEGA zeichnet erstmals Projekte mit hoher Bürgerbeteiligung und Akzeptanz aus

Die Servicestelle Windenergie der Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA) hat am 30. November in Erfurt zum ersten Mal den Preis „Gemeinsam und fair geht mehr“ verliehen. Damit werden Akteure ausgezeichnet, die in hervorragender Weise die Leitlinien des Siegels „Faire Windenergie in Thüringen“ bei ihren Windenergie-Projekten berücksichtigen. Mit dem Preis möchte die ThEGA Projekten mit hoher Bürgerbeteiligung und Akzeptanz eine öffentlichkeitswirksame Plattform geben und andere Akteure zum Nachmachen motivieren.

Diesjährige Preisträger sind folgende drei Projekte:

- „Wind im Wald“ im Windpark Gefell-Gebersreuth
-  „Wind in Bürgerhand“ der Gemeinde Werther
- „Wind und Naturschutz“ des Windparks Heldrungen

Link zur Pressemitteilung der ThEGA vom 30.11.2017

BWE und FvB gründen neuen Landesenergieverband in Niedersachsen

Der Landesverband Niedersachsen/Bremen des Bundesverbands WindEnergie (BWE) und die niedersächsischen Regionalgruppen des Fachverbandes Biogas (FvB) haben gemeinsam den Landesverband Erneuerbare Energien (LEE) Niedersachsen/Bremen gegründet. Gemeinsam sollen zukünftig Strategien und Ideen für die Gestaltung der Energiewende entwickelt werden.

Die Facharbeit wird weiter in den Spartenverbänden laufen, übergeordnete Themen und die politische Lobbyarbeit sollen in Zukunft über den LEE organisiert werden. Ein gemeinsames Arbeitsgremium wird außerdem die Ausgestaltung der Arbeit und die Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) koordinieren. Ziel ist es, weitere Sparten der erneuerbaren Branche im LEE zu organisieren.

Link zur Pressemitteilung des BWE vom 19.10.2017

Publikationen der FA Wind

Hintergrundpapier: Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung im Kontext der Windenergie. Von der Theorie in die Praxis

Die Broschüre widmet sich unterschiedlichen Aspekten informeller Öffentlichkeitsbeteiligung im Kontext von Windenergieprojekten und wertet unter anderem die Ergebnisse mehrerer FA Wind Workshops zu dem Thema aus. Eingangs wird das Handlungsfeld Beteiligung und Teilhabe skizziert, die damit verbundenen Ziele reflektiert und Grundsätze guter Beteiligung sowie Potentiale und Hemmnisse zusammengefasst. Anschließend werden die Rollen der unterschiedlichen, für die Initiierung von informellen Beteiligungsverfahren relevanten Akteure dargestellt und Handlungsfelder für Regionalplanung, Kommunen, Projektenwickler und Akteure auf Landes- und Bundesebene abgeleitet. Zudem werden ausgewählte Beteiligungsleitfäden vorgestellt. Anhand von Ansätzen aus ausgewählten Bundesländern wird gezeigt, wie Dialog- und Beteiligungsprozesse vor Ort unterstützt werden. Abschließend liefern zusammenfassende Thesen Anknüpfungspunkte für die weitere Diskussion.

Link zum Hintergrundpapier

 

Ergebnispapier zum Fachgespräch Beteiligung

Unter dem Titel „Segel setzen. Ein Erfahrungsaustausch zu windenergiebezogenen Beteiligungsansätzen in den Ländern“ veranstaltete die FA Wind gemeinsam mit dem Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) im Oktober 2017 ein Länderfachgespräch. An zwei Tagen wurden bestehende Beteiligungsinitiativen vor dem Hintergrund der jeweiligen Umsetzungserfahrungen reflektiert und in kleinen Runden diskutiert. Inhaltlich fokussierte das Fachgespräch insbesondere auf das Bürgerforum Energieland Hessen, das Siegel „Faire Windenergie Thüringen“ und das Bürger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz in Mecklenburg-Vorpommern. Zudem wurden in einem Forum Akzeptanzkriterien und Beteiligungsstandards diskutiert und parallel dazu im „Ländercafé“ erstmalig neue, in Planung befindliche Instrumente aus weiteren Bundesländern besprochen. Das Ergebnispapier fasst die zentralen Inhalte und Schlussfolgerungen des Fachgesprächs zusammen.

Link zum Ergebnispapier
Weitere Informationen zur Veranstaltung "Segel setzen“

 

Analyse der Ausbausituation der Windenergie an Land im Herbst 2017

Nach Auswertung des jüngsten Anlagenregisters der Bundesnetzagentur wurden in den ersten drei Quartalen dieses Jahres 1.429 neue Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 4.160 Megawatt (MW) in Betrieb genommen. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2016 ist dies eine Steigerung um 33 Prozent. Den Bundesländervergleich führt mit großem Abstand Niedersachsen an, wo ein Viertel der Neuanlagenleistung (1.039 MW) ans Netz ging. Dahinter folgt Nordrhein-Westfalen mit 697 MW zusätzlicher Windenergiekapazität. Auf dem dritten Platz steht Schleswig-Holstein mit 446 MW Leistung, die dort zwischen Januar und September in Betrieb gingen.

Innerhalb des Netzausbaugebietes wurden bis Ende September 492 Windturbinen (1.438 MW) errichtet; 27 Prozent davon im Rahmen eines Repowering. Die bundesweite Repowering-Quote lag im Herbst 2017 bei 17 Prozent; drei Prozentpunkte über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Den höchsten Repowering-Anteil auf Länderebene verzeichnet mit 33 Prozent Schleswig-Holstein.

Der sehr dynamische Windenergieausbau lässt bis Ende des Jahres einen Gesamtzubau von 5,9 bis 6,2 Gigawatt (brutto) erwarten.

Link zur Analyse

 

Auswertung der Ausschreibungsergebnisse im Jahr 2017

Die Auswertung der Ausschreibungsergebnisse im Jahr 2017 zeigt eine deutliche Ungleichverteilung der bezuschlagten Windprojekte zwischen Nord- und Süddeutschland. Von 730 Windenergieanlagen, die in den drei Auktionsrunden erfolgreich waren, erhielten lediglich 25 Anlagen bzw. 3,4 Prozent südlich der Mainlinie – also der Region Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Saarland und Südhessen – einen Zuschlag. Dabei hatten sich Anlagenstandorte im Süden, mit Ausnahme des Saarlandes, rege an den Ausschreibungen beteiligt. 18 bis 20 Prozent der jeweiligen Gebote einer Runde stammten aus den südlichen Bundesländern. Im Gegensatz zeigt der Anlagenzuwachs zwischen 2010 und Mitte 2017 unterhalb der Mainlinie ein deutlich ausgewogeneres Bild: Rund ein Fünftel der jährlichen Neuanlagen wurden dort in den letzten Jahren in Betrieb genommen. Eine vergleichbare Regionalquote zeigt sich auch bei der aktuellen Genehmigungssituation im Anlagenregister.

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Veranstaltungen der FA Wind

Kompetenztag Windenergie an Land

Aufgrund der großen Nachfrage wird es am 18. Januar 2018 in Leipzig einen zweiten Kompetenztag zur Windenergie an Land geben, auf dem die aktuellen Aktivitäten der FA Wind in den Themenbereichen Windenergie und Gebietsschutz, Windenergie auf Waldflächen, Helgoländer Papier und den Novellen des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes und des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung kompakt präsentiert werden.

Zu den fünf Themen wird jeweils ein Vortrag angeboten und es soll gemeinsam diskutiert werden: Wo stehen wir? Was bedeuten die vorgestellten Ergebnisse? Welche Änderungen ergeben sich aus den Gesetzesnovellen? Welche neuen Aufgaben stellen sich kurz- bis mittelfristig?

Bei Fragen zu der Veranstaltung wenden Sie sich bitte an Ines Schernus (T +49 30 64 494 60-70).

Weitere Informationen und Anmeldung

Informationen zum ersten Kompetenztag, der am 30. November in Mainz stattfand, finden Sie auf unserer Internetseite.

Weitere Informationen zum 1. Kompetenztag

 

Weiterbetrieb von Windenergieanlagen nach Ablauf des Förderzeitraums

Ende des Jahres 2020 läuft der Förderzeitraum für die erste Generation der nach dem EEG geförderten Windenergieanlagen ab. Sowohl die Anzahl der betroffenen Anlagen als auch die Gesamtleistung derselben ist beträchtlich. Bereits heute befassen sich viele Betreiber mit der Frage, ob bzw. unter welchen Bedingungen Bestandsanlagen nach Auslaufen der EEG-Vergütung weiterbetrieben werden können.

Die FA Wind veranstaltet gemeinsam mit dem EWeRK am 2. Februar 2018 in Berlin ein Fachseminar zu diesem Thema, bei dem sowohl der von der FA Wind erhobene Umfang der geplanten Stilllegungen und deren Gründe als auch weitere rechtliche Fragestellungen behandelt werden.

Bei Fragen zu der Veranstaltung wenden Sie sich bitte an Dr. Marike Endell (T +49 30 64 494 60-68).

Weitere Informationen zum Programm und Anmeldung

Rückblick auf vergangene Veranstaltungen

Fachaustausch zur bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung von Windenergieanlagen

Auf dem Fachaustausch ON-OFF am 14. November 2017 in Schwerin trafen sich rund 50 Expertinnen und Experten der Windenergiewirtschaft, aus Behörden, Landesministerien und -energieagenturen, aus der Wissenschaft, Verwaltung und Politik. Neben grundlegenden Fragen aus Betreiber-, Behörden- und Verbandssicht sowie zur praktischen Umsetzung der BNK wurde unter anderem der Gesetzesentwurf zur Änderung der Landesbauordnung M-V vorgestellt und diskutiert.

Weitere Informationen und Vorträge

 

Workshop: Gut beteiligt bei Windenergieplanungen

Vom 30. November bis 1. Dezember lud die FA Wind Vertreter von planenden Kommunen sowie Projektentwickler ein, sich Grundlagen- und Methodenwissen im Bereich Beteiligung anzueignen. Unter Verwendung eines neuen Webtools, basierend auf der sogenannten Beteiligungsleinwand, und anhand konkreter (eigener) Fallbeispiele wurde erfahrbar, wie Beteiligung gut gelingen kann. Der Workshop wurde durchgeführt von erfahrenen Prozessbegleitern des Instituts für Partizipatives Gestalten (IPG) und in Kooperation mit dem Landesenergieministerium und der Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein angeboten.

Weitere Informationen

Unterwegs

Am 16. Januar 2018 gibt Bettina Bönisch im Rahmen der Veranstaltung „Windenergie im Rheinland und der Eifel - Akzeptanz durch neue Technik und Beteiligung“ eine Übersicht über Angebote zur bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung. Die Veranstaltung findet in Euskirchen statt.

Informationen zur Veranstaltung

 

Der Frage, ob bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung von Windenergieanlagen einen Beitrag zur Akzeptanz leistet, widmet sich Dr. Dirk Sudhaus auf dem 6. Green Energy Workshop am 17. Januar 2018 an der Fachhochschule Westküste in Heide.

Informationen zur Veranstaltung

Weitere Veranstaltungen zum Thema Windenergie an Land finden Sie unter Termine.

Für mehr Neuigkeiten rund um das Thema Windenergie an Land besuchen Sie unsere Internetseite.

* Zu guter Letzt: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird überwiegend die männliche Schreibweise verwendet. Wir weisen an dieser Stelle ausdrücklich darauf hin, dass die ausschließliche Verwendung einer Form explizit geschlechterunabhängig verstanden werden soll.

Unser kostenloser Newsletter erscheint regelmäßig mit wichtigen Informationen zur Windenergie an Land. Er enthält aktuelle Berichte und Hinweise rund um wissenschaftliche, politische, rechtliche und technische Neuigkeiten. Alle Beiträge wurden sorgfältig recherchiert, damit verbundene Hinweise und Empfehlungen sind nach bestem Wissen ausgesucht, zusammengestellt und ausgeführt. Dennoch wird keine Gewähr für Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit übernommen.

Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich bitte an die Redaktion unter post@fa-wind.de.

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