Drehfunkfeuer zur Flugnavigation

© Gitti / pixelio.de
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Drehfunkfeuer sind Navigationsanlagen für den Luftverkehr, sie werden unterteilt in VOR (Very High Frequency Omnidirectional Radio Range) und DVOR (Doppler-VOR); im Weiteren zusammengefasst als D/VOR. D/VOR senden ein spezielles UKW-Funksignal aus, anhand dessen eine Empfangsanlage im Flugzeug die Richtung zum DVOR bestimmen kann. In Deutschland werden ca. 60 D/VOR-Anlagen von der Deutschen Flugsicherung (DFS) betrieben.

Die DFS legt für D/VOR einen Anlagenschutzbereich von i.d.R. 15 Kilometern fest. Dieser wird von der internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) für VOR vorgegeben. Für DVOR liegt die Vorgabe der ICAO bei 10 Kilometern, von denen jedoch aufgrund lokaler Gegebenheiten abgewichen werden darf. Dieser Schutzbereich gliedert sich in zwei Zonen: Im Umkreis von drei Kilometern zu den D/VOR sind keine Windenergieanlagen (WEA) zulässig; in einem Radius von 10 bzw. 15 Kilometern trifft das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF), das im Genehmigungsverfahren beteiligt wird, auf Grundlage einer gutachterlichen Stellungnahme der DFS eine Einzelfallentscheidung.

Fragen und Antworten zu WEA und D/VOR stellt die DFS auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Aktuelle Entwicklungen

Derzeit existiert keine Norm zur Beurteilung der Störwirkung von WEA auf D/VOR. Dies führt zu Streitigkeiten hinsichtlich der Ablehnung von WEA seitens des BAF und der Anerkennung von durch WEA-Betreiber eingereichte Gutachten. Einer Mitgliederbefragung des Bundesverband WindEnergie (BWE) vom Mai 2015 zufolge können derzeit WEA mit einer Leistung von ca. 2300 MW wegen Konflikten mit D/VOR-Anlagen nicht umgesetzt werden.

Eine Flugsicherheitsanalyse der Technischen Universität Berlin behandelt die Wechselwirkungen zwischen WEA und DVOR-Anlagen. Hierin werden sowohl technische als auch rechtliche Aspekte abgehandelt. Die Ergebnisse werden in den politischen Prozess zum Umgang mit dem Konflikt um die Luftnavigation und den Windenergieausbau eingebracht.

Eine Vermessung des Einflusses von WEA auf den Winkelfehler eines DVOR ergab, dass durch den Bau weiterer WEA außerhalb der Drei-Kilometer–Zone keine weitere Störung des DVOR zu erwarten ist. Zudem ergab die Feldmessung, dass bei der bisher genutzten Methode zur Bewertung des Baus von WEA von falschen Voraussetzungen ausgegangen wurde. Internationale Gutachter halten diese Ergebnisse jedoch nicht für übertragbar auf andere DVOR.

Am 05. Februar 2014 wurde vom Verwaltungsgericht Oldenburg ein Beschluss gefasst, nach welchem die Genehmigungsbehörde nicht an die Einschätzung der DFS gebunden ist. Eine Störung der Navigationseinrichtung reicht demnach nicht aus, vielmehr muss eine Gefahr für den Luftverkehr bestehen.

Weiterführende Informationen:

FA Wind Publikationen