Wetterradar und Windenergieanlagen

Das 3D-Wetterrader vom Deutschen Wetterdienst (DWD) dient der flächendeckenden Detektion von Niederschlägen. In Deutschland existiert ein Messnetz von 17 Niederschlags-Radaranlagen an exponierten Standorten mit einer Reichweite von jeweils über 150 Kilometern. Darüber hinaus gibt es ein Forschungsradar und vier Windprofiler-Radarsysteme. Reichen Windenergieanlagen (WEA) aufgrund ihrer Höhe in die von den Wetterradarsystemen beobachtete Atmosphäre hinein, können durch Abschattungen und Reflexionen die Messwerte beeinflusst werden.

Mit Bezug auf internationale Richtlinien der World Meteorological Organization (WMO) fordert der DWD einen Anlagenschutzbereich von 15 Kilometern, welcher sich in zwei Kreiszonen gliedert. Der nähere Umkreis von fünf Kilometern um die Wetterradarstandorte ist von WEA frei zu halten. In der entfernteren Kreiszone (Radius 5-15 Kilometer) gelten für WEA Höhenbeschränkungen, damit die Radarmessungen nach derzeitigem Wissensstand möglichst wenig beeinflusst werden.
Der Einfluss der Erdkrümmung erhöht in Abhängigkeit von der Entfernung zum jeweiligen Radarsystem die maximale Höhe. Aufgrund vorhandener Geländeabschattungen kann es möglich sein, dass WEA in der entfernteren Kreiszone im Ausnahmefall die Maximalhöhe überschreiten dürfen, da sie keinen störenden Einfluss auf die Radaranlage haben. In dieser Kreiszone können folglich Gebiete für WEA ausgewiesen werden. Ob konkrete Planungen umsetzbar sind, ist in einer Einzelfallprüfung zu entscheiden.
Für die Windprofiler-Radarsysteme ist der freizuhaltende Schutzbereich nur im Rahmen einer Einzelfallprüfung zu bestimmen. Eine Ausnahme bildet der Standort Lindenberg in der Planungsregion Oderland-Spree, um den eine sieben Kilometer Schutzzone festgelegt wurde.
Technische Unterdrückungsmaßnahmen, analytische Korrekturmaßnahmen der Fehlechos oder Abschattungen gilt es derzeit zu erforschen. Vereinzelt sind Wetterradaranlagen schon im Einvernehmen mit dem DWD verlegt worden. Die entstehenden Mehrkosten lohnen sich jedoch nur, wenn dadurch der Bau mehrerer WEA ermöglicht wird.

Voranfragen zur Einzelfallprüfung von geplanten WEA oder Konzentrationszonen im Umkreis von Messstationen des DWD können an die E-Mailadresse windenergieanlagen.radar[at]dwd.de gestellt werden.

Weiterführende Informationen:

FA Wind Aktivitäten

  • 06.10.2017: Workshop "Vereinbarkeit von Wetterradar und Windenergieanlagen - Möglichkeiten des Handelns"

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