Windenergie im Wald

Bei der Suche nach geeigneten Standorten für die Windenergienutzung an Land rücken zunehmend auch Waldflächen in den Fokus. In den Mittelgebirgsregionen befinden sich windhöffige Standorte beispielsweise häufig auf bewaldeten Höhenzügen. Insbesondere in den waldreichen Bundesländern wurden in den letzten Jahren bereits Windenergieanlagen im Wald errichtet und Planungen finden immer öfter auf Waldstandorten statt. In den waldärmeren Bundesländern ist der Wald dahingegen durch die Landesraumordnung als Ausschlussgebiet gekennzeichnet und steht somit nicht als Standort für die Windenergienutzung zur Verfügung (siehe Übersichtsgrafik).

Herausforderungen

Wälder sind komplexe Ökosysteme, Ort für menschliche Erholung und Naturerfahrung und Lebensraum für eine Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten. Die Errichtung und der Betrieb von Windenergieanlagen im Wald können spezifische Fragestellungen aufwerfen und Planer, Forstwirte, Naturschützer und Kommunen vor verschiedene Herausforderungen stellen.

© Nojman/iStock.com
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Ebenso wie im Offenland müssen bei Planungen im Wald im Rahmen der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung Auswirkungen auf Mensch, Natur und Landschaft geprüft und unvermeidbare Eingriffe ausgeglichen werden. Außerdem müssen waldrechtliche Belange Berücksichtigung finden. Im Bundeswaldgesetz (BWaldG) sowie den jeweiligen Landeswaldgesetzen sind Vorschriften zu Ersatzaufforstungen oder Ausgleichs-
maßnahmen bei der Umwandlung von Wald in eine andere Nutzungsform (hier zur Windenergienutzung) festgeschrieben. Auch Aspekte des Brandschutzes im Wald werden im Genehmigungsverfahren abgehandelt.

Naturnahe Laub- oder Mischwälder weisen i.d.R. besonders hohe Lebensraumqualitäten für an den Wald gebundene Tier- und Pflanzenarten auf, bei Planungen an entsprechenden Standorten kann es zu Zielkonflikten mit dem Natur- und Artenschutz kommen. Zur Vermeidung dieser Konflikte empfiehlt das Bundesamt für Naturschutz (2011), bevorzugt intensiv forstwirtschaftlich genutzte Waldflächen, insbesondere Fichten- und Kiefernforste, als Standorte für die Windenergieerzeugung im Wald zu prüfen.

Um Eingriffe in ein Waldökosystem möglichst gering zu halten, besteht bei der Standortplanung - neben der Suche nach möglichst windhöffigen Flächen - die Herausforderung, bereits bestehende Infrastrukturen wie Forstwege für Zuwegung, Verkabelung und Wartung der Anlagen zu nutzen.

Insgesamt bedarf es einer sorgfältigen räumlichen und technischen Planung unter Einbeziehung von Fachwissen aus Forstwirtschaft, Naturschutz, Logistik und Landschaftsplanung. Eine frühzeitige Information und Beteiligung der Bevölkerung vor Ort kann außerdem helfen, die Akzeptanz von Waldprojekten zu erhöhen.

Leitfäden

Hilfreich für die Planungspraxis können Leitfäden auf Ebene der Bundesländer sein, in denen die vielfältigen Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen des Waldes im Rahmen der Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen Berücksichtigung finden. Nordrhein-Westfalen hat als erstes Bundesland im Jahr 2012 einen Leitfaden Wind im Wald herausgebracht. Auch in Brandenburg wurde im Mai 2014 ein Leitfaden veröffentlicht und wird nun in der Praxis erprobt.

Ausblick

Zur Beantwortung noch offener Fragestellungen werden aktuell verschiedene Projekte, insbesondere zum Natur- und Artenschutz, durchgeführt (siehe Linkbox Forschungsvorhaben).

 

Weiterführende Informationen:

FA Wind Aktivitäten