Hessen (HE)

Hessen hat mit Stand 31.12.2015 6.176.172 Einwohner auf einer Fläche von 21.114,9 km². Daraus ergibt sich eine durchschnittliche Einwohnerdichte von 293 Einwohnern pro km².

Die amtierende Landesregierung setzt sich seit 2014 aus CDU und Bündnis 90/Grüne zusammen. Volker Bouffier (CDU) ist seit 2010 Ministerpräsident.

Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf lag im Jahr 2015 bei 42.654,30 €.

Der Anteil der landwirtschaftlichen Fläche an der Gesamtfläche belief sich im Jahr 2015 auf 42 Prozent, bei der forstwirtschaftlichen Fläche waren es 40,1 Prozent.

Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder, 2015

1. Energiepolitische Programmatik

Koalitionsvertrag (2014 – 2019)

Auszug windenergierelevanter Passagen

„Das größte Potenzial der Erneuerbaren Energien in Hessen liegt in der Nutzung der Windkraft. Wir wollen die Windenergie in Hessen deutlich ausbauen und haben uns daher zum Ziel gesetzt,  2 Prozent der Landesflächezu Vorrangflächen für den Ausbau von Windenergie auszuweisen. Aktuell werden in allen drei Regionalversammlungen Hessens entsprechende Regionalpläne mit diesem Ziel aufgestellt. Sie enthalten Abstandsvorgaben von 1.000 Metern.

Der Ausbau der Windkraft erfolgt an hierfür geeigneten Standorten mit möglichst geringen Auswirkungen auf die natürliche Umgebung und nach den Vorgaben der Landesplanung. Interessen von Bürgerinnen und Bürgern sowie Aspekte des Kultur- und Landschaftsschutzes werden bei der Errichtung von Windenergieanlagen berücksichtigt. Unter der Maßgabe eines möglichst geringen Flächenverbrauchs sollen Windkraftanlagen an bereits vorhandenen Standorten modernisiert werden („Repowering“).

„Zur Erleichterung der Akzeptanz der Entwicklung von Windparks an geeigneten Standorten unterstützen wir eine Solidargemeinschaft zwischen dem Land und Kommunen einerseits und von Kommunen untereinander andererseits. Wir wollen die Kommunen an einem Teil des wirtschaftlichen Ertrags aus landeseigenen Flächen (Pachteinnahmen) beteiligen, unter der Voraussetzung, dass auch unter den Kommunen ein solidarischer Ausgleich erfolgt. Innerhalb der jeweiligen Solidargemeinschaft für ein konkretes Projekt gelten für das Land die gleichen Konditionen wie für die übrigen kommunalen Beteiligten.

Wir unterstützen die Forderung der 81. Umweltministerkonferenz, nach der die Deutsche Flugsicherung gemeinsam mit den Ländern ein Konzept zur Einzelfallprüfung bezüglich der Abstände von Windenergieanlagen zu Funkfeuern erarbeiten soll.“

Wir werden das Mediationsangebot für den Ausbau Erneuerbarer Energien insbesondere im Bereich Windkraft verstetigen und weiterentwickeln. Durch frühzeitige Einbindung, Information und breite Vernetzung von Politik, Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft werden wir aktiv für die Akzeptanz werben.“

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Hessisches Energiezukunftsgesetz vom 21. November 2012

Die in dem Gesetz formulierten Ziele sind die Deckung des Endenergieverbrauchs von Strom und Wärme möglichst zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen bis zum Jahr 2050.

Im ersten Teil (Ziele und Maßnahmen) ist unter § 1, Abs. 3 verankert, dass der Landesentwicklungsplan vorgibt, in den Regionalplänen Windvorrangflächen mit Ausschlusswirkung in einer Größenordnung von zwei Prozent der Landesfläche in substanziell geeigneten Gebieten festzulegen.

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Installationsziel für die Windenergie

2. Fachliche Grundlagen

Integrierter Klimaschutzplan 2025

Die vielfältigen Maßnahmen des Klimaschutzplans sollen dazu beitragen, dass Hessen bis zur Jahrhundertmitte klimaneutral wird. Der Plan umfasst verschiedene Strategien zur Senkung der Treibhausgasremissionen in Hessen, aber auch zur Anpassung an den Klimawandel. Im Stromsektor wird dazu bis zum Jahr 2019 eine Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien am Stromverbrauch auf 25 Prozent angestrebt, bis 2050 ein Anteil von möglichst 100 Prozent.

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Hessischer Energiegipfel

Am 5. April 2011 fand vor dem Hintergrund der Ereignisse in Japan unter Leitung von Ministerpräsidenten Volker Bouffier der Auftakt des Hessischen Energiegipfels statt. Mit dem Hessischen Energiegipfel wurde ein möglichst breiter Konsens auf gesellschaftlicher und politischer Ebene für eine zukünftige Energiepolitik in Hessen erreicht.

Die Ergebnisse des Energiegipfels wurden in einem Abschlussbericht zusammengefasst.

Aufgrund der Vielzahl an Entscheidungen, die seit 2011 auch auf Bundeseben gefallen sind, wurde am 11. November 2015 eine Folgesitzung des Energiegipfels Hessen mit den Akteuren aus dem Jahr 2011 gehalten. Es wurde Zwischenbilanz gezogen und besprochen, inwieweit auf die veränderten Rahmenbedingungen reagiert werden muss. Auch konnten sich Windkraft- und Netzausbau-Bürgerinitiativen einbringen. In Vorbereitung auf das Folgetreffen des Hessischen Energiegipfels hatte sich Herr Staatsminister Al-Wazir mit rund 100 Mitgliedern von Bürgerinitiativen und Energiegenossenschaften getroffen, um über die Energiewende in Hessen zu diskutieren.

Anlässlich der Sitzung wurde eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest zur Energiewende präsentiert. Danach halten 89 % der Hessinnen und Hessen die Energiewende für wichtig oder sehr wichtig. 82 % der Befragten stehen hinter dem Ziel der Landesregierung, bis zum Jahr 2050 den Energieverbrauch von Strom und Wärme möglichst zu 100 % aus erneuerbaren Energien zu decken.

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Windenergie in Hessen. Von den Beschlüssen des Energiegipfels zur konkreten Umsetzung vor Ort

Mit dieser Broschüre möchte die Landesregierung ihre Kommunen und Bürgerinnen und Bürger über den Ausbau der Windenergie in Hessen informieren und Fragen z.B. zur Anlagentechnik, Wirtschaftlichkeit und zu Verfahrensabläufen und zum Umweltschutz beantworten. Sie informiert über Zuständigkeiten und Beteiligungsmöglichkeiten und berichtet über bisherige Erfahrungen.

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Faktenpapiere des Bürgerforums Energieland Hessen

Windenergie und Infraschall

Auf Grundlage eines im Dezember 2014 stattgefundenen Expertenhearings des Landesprogramms Bürgerforum Energieland Hessen wurden die zentralen Erkenntnisse zu Infraschall und tieffrequenten Geräuschen von Windenergieanlagen in einem abschließenden Faktenpapier zusammengefasst.

Windenergie an Land: Energiewirtschaft und Systemintegration

Das Ergebnis eines weiteren Expertenhearings ist das Faktenpapier zum Thema der volks- und energiewirtschaftlichen Bedeutung der Windenergie an Land. Inhaltliche Grundlagen für das Papier sind Aussagen von führenden deutschen Experten, die im Juni 2015 in Kassel zu einem Expertengespräch zusammen gekommen waren.

Windenergie in Hessen: Rentabilität und Teilhabe

Das Faktenpapier zum Thema Rentabilität und Teilhabe befasst sich mit der betriebswirtschaftlichen Situation der Windenergie an Land und ist ebenso das Ergebnis eines Expertenhearings im Juli 2015 in Kassel.

Windenergie in Hessen: Natur- und Umweltschutz

Das Faktenpapier beschäftigte sich mit möglichen Auswirkungen der Windenergie auf das Ökosystem Wald sowie auf Vögel, Fledermäuse und andere Wildtiere und stellt Lösungen zur Konfliktbewältigung zwischen Windenergie und Natur-/Umweltschutz dar.

Windenergie in Hessen: Landschaftsbild und Tourismus

Das Faktenpapier befasst sich mit den Auswirkungen des Ausbaus der Windenergie auf das Landschaftsbild und den Tourismus. In zwei Veranstaltungen mit Wissenschaftlern, Vertretern von Fachbehörden, Ingenieuren und Unternehmern am 4. Juli 2016 in Kassel und am 6. Oktober 2016 in Bad Hersfeld wurden die in dem Faktenpapier vorgestellten Ergebnisse zusammengetragen.

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Karten

Windressourcenkarte Hessen

Die Windressourcenkarte modelliert Windgeschwindigkeit auf einer Höhe von 140 m über Grund.

Windpotenzialkarten Hessen nach Landkreisen

Die Windpotenzialkarten sollen interessierten Bürgerinnen und Bürgern und mit Windenergieanlagenplanungen befassten Personen einen ersten Eindruck der Windverhältnisse auf lokaler Ebene vermitteln.

Unabhängige Ermittlung des Windpotenzials für das Bundesland Hessen - Windpotentialkarte

Im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat der TÜV SÜD Industrie Services GmbH – Abteilung Wind Cert Services einen Bericht zur Windpotentialkarte erstellt.

  • TÜV SÜD Industrie Services GmbH – Abteilung Wind Cert Service: Windpotentialkarte (16.11.2011)

3. Zuständigkeiten und rechtlicher Rahmen

siehe 3.1 (Landesebene) und 3.2 (Regionale Ebene)

3.1 Landesebene

Landesministerien

Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung - Kaiser-Friedrich-Ring 75 - 65185 Wiesbaden

Insbesondere in Abteilung I (Landesentwicklung und Energie) und dem Referat Integrierte Umweltplanung (Abteilung VI, (Straße, Verkehrs- und Bauwesen) werden landesplanerische und windenergierelevante Themenbereiche bearbeitet.

Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz - Mainzer Straße 80 - 65189 Wiesbaden

Weitere Themengebiete, wie z.B. Naturschutz und Forstwirtschaft, welche die Windenergieplanung sowie die Fachaufsicht für die Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz berühren, werden im Umweltministerium behandelt.

  • Verfahrenshandbücher des HMUKLV zu finden im Downloadbereich des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG)

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Landesentwicklungsplanung

Landesentwicklungsplan (LEP) mit letzter Änderung (2013) des Kapitels 11 „Energie“

Der gültige Landesentwicklungsplan stammt aus dem Jahr 2000. Er wurde zwischenzeitlich mehrfach geändert, zuletzt im Jahr 2013. Die Änderung „Vorgaben zur Nutzung der Windenergie“ wurde am 11. März 2013 durch die Landesregierung beschlossen und ist am 11. Juli 2013 in Kraft getreten. Im Jahr 2017 wurde das dritte Änderungsverfahren eingeleitet.

3.2 Regionalebene

Planungsträger

Planungsträger für die Regionalplanung sind die Regionalversammlungen, die den Planungsregionen Nordhessen, Mittelhessen und Südhessen zugeordnet sind. In den Regionalversammlungen sind die Landkreise, kreisfreien Städte, kreisangehörigen Gemeinden mit mehr als 50.000 Einwohnern sowie in der Planungsregion Südhessen der Regionalverband FrankfurtRheinMain und in der Planungsregion Nordhessen der Zweckverband Raum Kassel vertreten (§§ 13, 14 Hessisches Landesplanungsgesetz -HLPG).

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Instrumente der Regionalplanung

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Stand der Regionalpläne in den drei hessischen Planungsregionen

Regionalplan Nordhessen 2009

Regionalplan Mittelhessen 2010

  • Rechtskräftiger Regionalplan Mittelhessen vom 28. Februar 2011 (ohne Steuerung der Windenergie)
  • Mit Urteil vom 10. Mai 2012 hat der Hessische Verwaltungsgerichtshof die im Regionalplan Mittelhessen 2010 unter Ziffer 7.2.2-1 als Ziel der Raumordnung festgelegten Vorranggebiete für Windenergienutzung für unwirksam erklärt. Von dieser Entscheidung ist auch die weitere Festlegung in Kapitel 7.2.2 betroffen, demgemäß außerhalb der Vorranggebiete raumbedeutsame Windenergieanlagen ausgeschlossen sind.
  • Unabhängig von diesem Urteil hat die Regionalversammlung am 1. November 2011 die Obere Landesplanungsbehörde beauftragt, einen Sachlichen Teilregionalplan Energie aufzustellen.
  • Der Teilregionalplan Energie Mittelhessen (Vorlage zur Genehmigung) wurde im November 2016 von der Regionalversammlung Mittelhessen beschlossen. Das Kabinett hat am 21.08.2017 dem Teilregionalplan zugestimmt. Am 8.11.2017 wurde dieser durch die Regionalversammlung angenommen. Das Ziel, 2 Prozent der Regionalplanfläche für die Windenergienutzung zur Verfügung zu stellen, wurde erreicht.
  • Übersicht zum Planungsprozess
  • Weitere Informationen

Regionalplan Südhessen/Regionaler Flächennutzungsplan 2010

  • Im Ballungsraum Frankfurt Rhein-Main sind Regionalplan und Flächennutzungsplan zu einem gemeinsamen Planwerk zusammengefasst. Der Regionalplan Südhessen/Regionaler Flächennutzungsplan 2010 ist seit 17. Oktober 2011 in Kraft (ohne Steuerung der Windenergie)
  • Die Regionalversammlung Südhessen hat am 17. Dezember 2010 die Aufstellung eines sachlichen Teilplans „Erneuerbare Energien“ beschlossen.
  • Im Dezember 2016 hat die Regionalversammlung Südhessen/die Verbandskammer des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain die erneute (zweite) Offenlage des sachlichen Teilplans „Erneuerbare Energien“ beschlossen. Die Offenlage des Planentwurfes erfolgte in der Zeit vom 3. April bis 19. Mai 2017.
  • Übersicht zum Aufstellungsprozess

4. Planung und Genehmigung

Zuständigkeiten

Zuständig für die Erteilung der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung sind die Regierungspräsidien Darmstadt, Gießen und Kassel (§ 1 Verordnung über Zuständigkeiten nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz und zur Durchführung der Umweltverträglichkeitsprüfung bei der Zulassung eines Vorhabens durch mehrere Behörden).

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Handlungsanleitungen, Arbeitshilfen, etc.

5. Windenergie und Naturschutz

Leitfaden „Berücksichtigung der Naturschutzbelange bei der Planung und Genehmigung von Windkraftanlagen (WKA) in Hessen“

In dem Leitfaden werden konkretisierende Hinweise zur Berücksichtigung der Naturschutzbelange bei der Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen in Hessen gegeben, die neben der Regional-und Bauleitplanung vorrangig von den Zulassungs- und Naturschutzbehörden zu beachten sind.

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Fachliches Grundsatzgutachten zur Flughöhe des Uhus insbesondere während der Balz

Das Gutachten im Auftrag des Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung beschäftigt sich mit dem Flugverhalten des Uhus, vor allem mit den Veränderungen eben dessen in verschiedenen Lebensphasen. Mögliche Konfliktpotenziale von Windenergieanlangen können somit besser erfasst und beurteilt werden. Im Vordergrund stehen artspezifische Grundlagen.

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Grundsätzliche Eignung von Maßnahmentypen zur Vermeidung von erheblichen Beeinträchtigungen windkraftsensibler Arten in Vogelschutzgebieten mit Schwerpunkt bei den Arten Rotmilan und Schwarzstorch

Das naturschutzfachliche Gutachten soll die grundsätzliche Eignung und Wirksamkeit von Maßnahmentypen zur Vermeidung von erheblichen Beeinträchtigungen der windenergiesensibler Arten Rotmilan und Schwarzstorch in Vogelschutzgebieten beurteilen.

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Artenhilfskonzept für den Rotmilan in Hessen

Im Artenhilfskonzept Rotmilan werden aktuelle Entwicklungen und Untersuchungen zu dieser Art in Hessen zusammenfassend dargestellt und aktuelle Fragestellungen, u.a. zur Windenergie, beantwortet.

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Landesweite Fachgutachten

Gutachten und Untersuchungen über verschiedene Fledermaus- und Vogelarten im Zusammenhang mit der Windenergienutzung

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Faktenpapier Windenergie in Hessen: Natur- und Umweltschutz

Das Faktenpapier beschäftigte sich mit möglichen Auswirkungen der Windenergie auf das Ökosystem Wald sowie auf Vögel, Fledermäuse und andere Wildtiere und stellt Lösungen zur Konfliktbewältigung zwischen Windenergie und Natur-/Umweltschutz dar.

6. Windenergie im Wald

Windenergie im hessischen Staatswald

Im Jahr 2012 erging ein Erlass an den Landesbetrieb Hessen-Forst zur Nutzung von Flächen im Staatswald.

Der Landesbetrieb Hessen-Forst beteiligt sich an Umsetzung der energiepolitischen Ziele der Landesregierung und stellt für den Ausbau der Windenergie geeignete Flächen des Staatswaldes, welche einen umwelt- und gesellschaftsverträglichen Ausbau erwarten lassen, zur Verfügung.

Mit einem ergänzenden Erlass im September 2014 wurde gegenüber dem Landesbetrieb Hessen-Forst weiter verfügt, bei der Bereitstellung von Windkraftstandorten im Hessischen Staatswald die Möglichkeit der finanziellen Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger im Umfeld des Standortes sowie die regionale und kommunale Wertschöpfung besonders zu berücksichtigen und bei der Vergabeentscheidung die vorliegenden Angebote in einem transparenten Verfahren nach den Kriterien Wirtschaftlichkeit (Erlöse, Risiko), regionale und kommunale Wertschöpfung sowie regionale, finanzielle Bürgerbeteiligung zu gewichten (siehe auch Kapitel 7).

7. Windenergie und Beteiligung

WindEnergieDividende - Finanzielles Beteiligungsinstrument für hessische Kommunen

Zur Erhöhung der Akzeptanz der Entwicklung von Windparks an geeigneten Standorten in Hessen können Gemeinden ab 2016 am wirtschaftlichen Ertrag aus der Verpachtung landeseigener Flächen im Staatswald für die Errichtung und den Betrieb von Windenergieanlagen (Nettopachteinnahmen) beteiligt werden. Antragsberechtigt können sein

  • hessische Städte und Gemeinden, in deren Gemarkung mindestens eine Windenergieanlage im hessischen Staatswald errichtet und nach dem 1. Januar 2015 in Betrieb genommen worden ist und die aufgrund der örtlichen Voraussetzungen keine Möglichkeit hat, kurzfristig vom wirtschaftlichen Ertrag von Windenergieanlagen zu profitieren;
  • hessische Anrainergemeinden, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft einer im hessischen Staatswald errichteten und nach dem 1. Januar 2015 in Betrieb genommenen Windenergieanlage befinden, wenn sich die Windenergieanlage in benachbarter Gemarkung in einem Abstand von bis zu 1 km zur Gemarkung oder in einer Entfernung von bis zu 2 km zur geschlossenen Wohnbebauung mindestens eines Ortsteils der antragstellenden Gemeinde befindet und diese keine Möglichkeit haben, kurzfristig vom wirtschaftlichen Ertrag von Windenergieanlagen zu profitieren.

Die Höhe der finanziellen Beteiligung beträgt 20 % des wirtschaftlichen Ertrages. Die maximale Höhe der einzelnen Festsetzung bemisst sich am wirtschaftlichen Ertrag multipliziert mit der Anzahl der Windenergieanlagen im die Anspruchsberechtigung auslösenden Windpark. Löst ein Windpark mit den Standorten der Windenergieanlagen mehrere Anspruchsberechtigungen aus, werden die 20 % des wirtschaftlichen Ertrags durch die Zahl der anspruchsberechtigten Gemeinden geteilt.

Näheres ist in Ausführungsbestimmungen des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz geregelt.

Darüber hinaus regelt die Richtlinie des Landes Hessen zur Förderung von kommunalen Klimaschutz- und Klimaanpassungsprojekten sowie von kommunalen Informationsinitiativen kommunale Förderangebote des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz - HMUKLV in den Bereichen Klimaschutz und Klimaanpassung. Unter Teil II, Ziff. 5. der Richtlinie ist die Förderung von Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen in Kommunen in direkter Nachbarschaft bzw. Nähe zu Windenergieanlagen geregelt.

Antragsberechtigt nach Teil II, Ziff. 5 sind:

1. Kommunen, in deren Gemarkung Windenergieanlagen errichtet wurden, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • die Kommune hat während der Laufzeit der geförderten Projekte keine Möglichkeit, von wirtschaftlichen Nutzungserträgen zu profitieren (zum Beispiel durch vertragliche Vereinbarung mit dem Windparkbetreiber), und
  • es handelt sich um neu errichtete Windenergieanlagen (kein Repowering) sowie
  • die Genehmigung nach BImSchG für die Windenergieanlage wurde nach dem 1. Januar 2015 erteilt.

2. Anrainergemeinden, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer nach BImSchG nach dem 1.1.2015 genehmigten Windenergieanlage (kein Repowering) befinden, wenn sich die Windenergieanlage in einem Abstand von bis zu 1 km zur Gemarkung oder in einer Entfernung von bis zu 2 km zur geschlossenen Wohnbebauung mindestens eines Ortsteils der antragstellenden Gemeinde befindet und die antragstellende Kommune keine Möglichkeit hat, von wirtschaftlichen Nutzungserträgen zu profitieren.

Gefördert werden kommunale Projekte und Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen und zur Begrenzung der negativen Auswirkungen des Klimawandels  (s. Maßnahmenkatalog).

Die Projektförderung erfolgt als nicht rückzahlbarer Zuschuss in Höhe von bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben. Die Höhe der Förderung ist auf einen Höchstbetrag von max. bis zu 100.000 Euro je Kommune festgelegt, für interkommunale Projekte beträgt der Höchstbetrag 130.000 Euro je Antrag.

Für die Förderung von Projekten in Kommunen in direkter Nachbarschaft bzw. Nähe zu Windenergieanlagen stehen jährlich 1 Mio. Euro Landesmittel aus dem Förderprogramm Nr. 02 Klimaschutz zur Verfügung.

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Öffentlichkeitsbeteiligung in Planungsprozessen

Die Landesregierung unterstützt durch das Bürgerforum „Energieland Hessen“ Kommunen beim Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern bei Planungen zur Nutzung erneuerbarer Energien sowie bei kommunalen Energiekonzepten.

Organisation von investiver Bürgerbeteiligung

Die Bürgerenergiegenossenschaften in Hessen investieren Bürgerkapital in erneuerbare Energien, darunter auch Windenergieprojekte. Das Landesnetzwerk BürgerEnergieGenossenschaften Hessen e.V. (LaNEG Hessen e.V.) unterstützt seine Mitglieds-Genossenschaften durch Sachinformationen bei Beteiligungen an Windparks und moderiert die Vernetzung und Kooperation unter den Genossenschaften. Die Geschäftsstelle des Vereins wird dabei vom Land Hessen gefördert.

8. Beratungs- und Vernetzungsstrukturen

  • Das Bürgerforum Energieland Hessen stärkt Kommunen dabei, mit den Bürgerinnen und Bürgern die Energiewende zu gestalten und gemeinsam nach konkreten Lösungen zu suchen.

    Das Budget für das Bürgerforum wird seit 2012 regelmäßig erhöht und beläuft sich aktuell (2017) auf 1,4 Millionen Euro.

  • Um die Energiewende in Hessen weiter voranzutreiben, haben Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Landesregierung das House of Energy gegründet. Das House of Energy wird als Denkfabrik, als Kommunikations- und Transferplattform zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik fungieren und die Umsetzung der Ergebnisse des Hessischen Energiegipfels konzeptionell begleiten.

  • Die Interministerielle Arbeitsgruppe zwischen Hessischem Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung und Hessischem Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz verfolgt das Ziel, gemeinsam Fragestellungen, die sich aus der naturschutzfachlichen Bewertung von raumplanungsrelevanten Vorhaben ergeben, zu bearbeiten.
  • Die Gründung der Landesenergieagentur wurde am 30.08.2017 offiziell bekanntgegeben. Sie soll Wegbereiterin von Energiewende und Klimaschutz in Hessen werden und dient u.a. als zentraler Ansprechpartner für Kommunen, Unternehmen und Verbände.

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Weitere Akteure

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Kommunale Spitzenverbände

9. Fördereinrichtungen, Fonds, Banken, andere Träger

  • Mit der Richtlinien zum Hessischen Energiegesetz fördert das Land Hessen Vorhaben, die der umweltverträglichen Energienutzung in Hessen dienen und zu einer gesamtwirtschaftlich preiswürdigen und sicheren Erzeugung und Verwendung von Energie beitragen. Es werden unter anderem Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien gefördert.

  • Mit dem Förderkompass stellt die Hessische Landesregierung ein Instrument zu Verfügung, das die Suche nach einem geeigneten Förderprogramm für eine in Hessen geplante Bau- oder Sanierungsmaßnahme erleichtern soll.
  • Die Förderdatenbank des Bundes gibt einen umfassenden und aktuellen Überblick über die Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union. Das Fördergeschehen wird unabhängig von der Förderebene oder dem Fördergeber nach einheitlichen Kriterien und in einer konsistenten Darstellung zusammengefasst.

10. Bildung und Forschung

  • Schwerpunkt vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (Fraunhofer IWES, Institutsteil Energiesystemtechnik) ist die Energiesystemtechnik zur Integration der erneuerbaren Energien wie Wind-, Solar- und Bioenergie in Versorgungsstrukturen. Die Kernkompetenzen liegen in den Bereichen Energiewirtschaft, Energienetze, Energiespeicher, Energieverfahrenstechnik, Energieinformatik, Energiemeteorologie, Systemdesign und -integration.

  • An der Universität Kassel kann man den Master-Studiengang „Wind Energy Systems“ in sieben Semestern studieren.

11. Windenergiestatistik

Installierte elektrische Leistung Windenergie an Land

  • 2013: 926 MW
  • 2014: 774 MW
  • 2015: 1.337 MW, davon 464 MW im Wald
  • 2016: 1.654 MW, davon 733 MW im Wald

Quelle: HMWEVL (2016): Energiewende in Hessen – Monitoringbericht 2016 und Energie in Hessen

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Anzahl der Windenergieanlagen an Land

  • 2013: 707 Anlagen
  • 2014: 774 Anlagen
  • 2015: 849 Anlagen, davon 179 im Wald
  • 2016: 961 Anlagen, davon 273 im Wald

Quelle: HMWEVL (2016): Energiewende in Hessen – Monitoringbericht 2016

Auf windguard.de werden auch Halbjahreszahlen veröffentlicht.

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Übersichtskarte Bestand Windenergieanlagen

  • Energiemonitoring Karte (interaktive Karte zum Monitoringbericht 2016 mit Angaben zur installierten Leistung und erzeugten Strommenge für alle hessischen Gemeinden)

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Weitere Daten unter:

12. Wirtschaftliche Strukturen, Entwicklungen und Arbeitsmarkt

Fakten zur Windbranche in Hessen

13. Weitere Informationen

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Tourismus

Windland Alsheim

Das Windland Alsheim ist ein Spielplatz, der mit Windenergie versorgt wird. Ein 3,50 Meter hohes Modell einer Windkraftanlage produziert Strom, wenn an der Kurbel gedreht wird.

Windenergiegemeinde Ulrichstein

Die Stadt Ulrichstein im Vogelsberg hat den bundesweit ersten kommunalen Windenergiepark errichtet. Zudem befinden sich etwa 50 Windkraftanlagen auf dem Gemeindegebiet. Ein Windenergie-Lehrpfad informiert windspezifisch über Technik und Perspektiven.

Rundwanderweg „Zweiburgen-Extratour“

Im Lahn-Dill-Bergland führt der Rundwanderweg „Zweiburgen-Extratour“ am Windpark Hohenahr vorbei. Zwei große, bebilderte Schautafeln informieren darüber, wie Windenergieanlagen funktionieren, wie sie errichtet werden und welche Naturschutzmaßnahmen getroffen wurden, um Eingriffe in die Natur so gering wie möglich zu halten.

Energie Erlebnis Pfad Weilrod

Der etwa fünf Kilometer lange „Energie-Erlebnis-Pfad“ soll Wanderer über die Geschichte der Energienutzung informieren, andererseits aber auch unterhalten. Die fünf Stationen sind selbsterklärend. Mit den Infotafeln und interaktiven Elementen soll der Blick auf das Thema Energie allgemein sowie die Bedeutung der Energienutzung und -versorgung gelenkt werden.

Letzte Aktualisierung: Februar 2018