Niedersachsen (NI)

Niedersachsen hat eine Fläche von 47.614,1 km² und eine Einwohnerdichte von 166 Einwohnern pro km². Insgesamt hat das Land  7.926.599 Einwohner (Stand Ende 2015).

Die Landesregierung setzt sich seit 2017 aus SPD und CDU zusammen. Seit 2013 ist Stephan Weil (SPD) amtierender Ministerpräsident.

Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf lag im Jahr 2015  bei 32.615,50 €.

Der Anteil der landwirtschaftlichen Fläche an der Gesamtfläche belief sich im Jahr 2015 auf  38,9 Prozent, bei der forstwirtschaftlichen Fläche waren es 22,1 Prozent.

Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder, 2015

1. Energiepolitische Programmatik

Koalitionsvertrag (2017-2022)

Auszug windenergierelevanter Passagen

In „Energieland Niedersachsen“:

„Die Energiewende eröffnet Niedersachsen große Wachstums- und Entwicklungschancen. Neben der Biomasseproduktion, der Solarenergie und der Geothermie gilt dies insbesondere für die Windenergie.Als Windenergieland Nr. 1 sind wir Spitzenreiter beim Ausbau der Erneuerbaren Energien. Wir wollen diese Führungsrolle weiter ausbauen und damit zukunftssichere Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Niedersachsen generieren. Wir wollen zur Stärkung der Öffentlichkeits- und Bürgerbeteiligung dezentrale Betreiber- und Investitionsmodelle unterstützen, z. B. Genossenschaftsmodelle. SPD und CDU wollen die Windenergie an Land und auf See ausbauen sowie die Solarenergie, die kommunalen Energie- und Klimaschutzagenturen und die Klimaschutzagentur Niedersachsen (KEAN) stärken.“ (…)„Ziel unserer Bemühungen ist eine verlässliche, umweltgerechte und bezahlbare Energieversorgung. Den Kommunen und ihren kommunalen Unternehmen kommt bei der Energieversorgung eine Schlüsselrolle zu.“ (…) „Zur weiteren Stärkung der Windenergie wollen SPD und CDU das „Deutsche Offshore-Industrie-Zentrum“ in Cuxhaven weiterentwickeln. Wir machen uns die Forderungen des Cuxhavener Appells zu eigen und werden uns beim Bund für die Erhöhung der Ausbauziele für Windenergie auf See von 15 auf 20 Gigawatt bis zum Jahr 2030 einsetzen.“

In „Umwelt“:

„Die Verantwortung der heute handelnden Generation in der Umwelt-, Klima-, Natur und Artenschutzpolitik ist die Bewahrung der natürlichen Ressourcen für nachfolgende Generationen. Die Globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt sowie das wegweisende Pariser Klimaschutzabkommen stecken den Rahmen ab. Niedersachsen hat als Agrar-, Windenergie- und Mobilitätsland Nr. 1 in Deutschland eine besondere Verantwortung, um die vereinbarten Ziele zu erreichen und andere dabei zu unterstützen. Dieser Vorbild- und Vorreiterrolle wollen SPD und CDU in den kommenden Jahren gerecht werden.“

In „Klimaschutz“:

„Wir wollen ein Niedersächsisches Klimaschutzgesetz verabschieden und das Umwelt- und Klimaschutzprogramm im Dialog mit den Betroffenen vollenden.

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Klimaschutzgesetz

Die Niedersächsische Landesregierung hat am 14. März 2017 den Entwurf eines Klimaschutzgesetzes beschlossen. Das Gesetz soll den rechtlichen Rahmen für eine ehrgeizige und langfristig ausgerichtete Klimaschutzpolitik in Niedersachsen bilden und gleichzeitig Anpassungsstrategien an die nicht mehr vermeidbaren, durch den Klimawandel hervorgerufenen Veränderungen festlegen. Grundlage für die Ziele des Klimaschutzgesetzes ist ein Leitbild, das in den letzten zwei Jahren in einem breiten gesellschaftlichen Dialog im Rahmen eines Runden Tisches „Energiewende Niedersachsen“ diskutiert wurde. Für den Zeitraum bis zum Jahr 2030 wird eine Reduktion von Treibhausgasemissionen um 70 Prozent gegenüber 1990 angestrebt. Konkrete Maßnahmen soll das ans Gesetz gekoppelte Integrierte Energie- und Klimaschutzprogramm (IEKN) enthalten, welches derzeit im Umweltministerium erarbeitet wird. Auch die neue Regierungskoalition zwischen SPD und CDU hält an diesen Plänen fest (siehe Abschnitt „Koalitionsvertrag (2017-2022)“).

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Klimapolitische Umsetzungsstrategie Niedersachsen

Die Umsetzungsstrategie baut auf den Empfehlungen der Regierungskommission Klimaschutz für eine niedersächsische Klimaschutzstrategie auf und nimmt hauptsächlich auf die für die Umsetzungsplanung relevante Maßnahmenebene Bezug. Dabei werden grundsätzlich alle Maßnahmen zum Klimaschutz (bzw. Maßnahmenoptionen zur Anpassung) erfasst und zeitlich eingeordnet. Das Maßnahmenpaket IV.4.1. widmet sich der Ausschöpfung der Potenziale der Onshore-Windenergienutzung.

* Das „Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz“ wurde in „Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz“ umbenannt.

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 Installationsziel für die Windenergie

  • Bis 2050: mindestens 20 Gigawatt installierte Leistung
    Quelle: Windenergieerlass (siehe auch Punkt 4)

2. Fachliche Grundlagen

Energieatlas

Im Energieatlas des Nds. Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz werden u.a. bestehende, genehmigte und beantragte Windenergieanlagen im Land Niedersachsen sowie Vorranggebiete für Windenergieanlagen kartographisch dargestellt.

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Gutachten Energieszenarien 2050

Die Landesregierung hat in den Jahren 2015/2016 ein Gutachten „Szenarien zur Energieversorgung in Niedersachsen im Jahr 2050“ erstellen lassen. Hier sind zwei Szenarien auf Grundlage eines Backcasting (Rückrechnung von einem definierten Ziel) erstellt worden:

  • eines, das aufzeigt, wie das Energieversorgungssystem in allen Bereichen auf 100% erneuerbare Energien umgestellt werden kann
  • eines das mit einer konservativen Integration der erneuerbaren Energien rechnet und das Ziel erreicht, die Treibhausgasemissionen um 80% zu reduzieren.

* Das „Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz“ wurde in „Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz“ umbenannt.

3. Zuständigkeiten und rechtlicher Rahmen

siehe 3.1 (Landesebene) und 3.2 (Regionale Ebene)

3.1 Landesebene

Landesministerien

Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz - Archivstraße 2 - 30169 Hannover

Das Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz ist in sechs Abteilungen untergliedert. Das Ministerium ist oberste Immissionsschutzbehörde sowie oberste Naturschutzbehörde. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) ist Fachbehörde für Naturschutz. Erneuerbare Energien sind in Abteilung 5 angesiedelt.

Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz - Calenberger Str. 2 - 30169 Hannover

Das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unterteilt sich in vier Abteilungen. Abteilung 3 ist für die Raumordnung und Landesentwicklung zuständig. Das Ministerium ist die oberste Landesplanungsbehörde.

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Landes-Raumordnungsprogramm Niedersachsen (LROP)

Das Landes-Raumordnungsprogramm (LROP) ist der Raumordnungsplan für das Land Niedersachsen. Das LROP basiert auf einer Verordnung aus dem Jahre 1994, wurde seitdem mehrfach aktualisiert, im Jahr 2008 neu bekannt gemacht und zuletzt im Juli 2017 geändert. Die Neubekanntmachung der Verordnung über das Landes-Raumordnungsprogramm Niedersachsen ist am 6. Oktober 2017 in der Fassung vom 26. September 2017 im Niedersächsischen Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl. Nr. 20/2017, S. 378) veröffentlicht worden.

Windenergierelevante Auszüge aus dem LROP

Kapitel 4.2 Energie

Grundsatz: Die Nutzung einheimischer Energieträger und erneuerbarer Energien soll unterstützt werden. Die Träger der Regionalplanung sollen darauf hinwirken, dass unter Berücksichtigung der regionalen Gegebenheiten der Anteil einheimischer Energieträger und erneuerbarer Energien insbesondere der Windenergie, der Solarenergie, der Wasserkraft, der Geothermie sowie von Biomasse und Biogas raumverträglich ausgebaut wird.

Ziel: Für die Nutzung von Windenergie geeignete raumbedeutsame Standorte sind zu sichern und unter Berücksichtigung der Repowering-Möglichkeiten in den Regionalen Raumordnungsprogrammen als Vorranggebiete oder Eignungsgebiete Windenergienutzung festzulegen. In den besonders windhöffigen Landesteilen muss dabei der Umfang der Festlegungen als Vorranggebiete Windenergienutzung mindestens folgende Leistung ermöglichen:

  • Landkreis Aurich, 250 MW,
  • Landkreis Cuxhaven, 300 MW,
  • Landkreis Friesland, 100 MW,
  • Landkreis Leer, 200 MW,
  • Landkreis Osterholz, 50 MW,
  • Landkreis Stade, 150 MW,
  • Landkreis Wesermarsch, 150 MW,
  • Landkreis Wittmund, 100 MW,
  • Stadt Emden, 30 MW,
  • Stadt Wilhelmshaven, 30 MW.

Grundsatz: Ein grenzübergreifender Ausgleich ist möglich. Ein Ausgleich ist auch mit sonstigen Anlagen erneuerbarer Energie möglich, die nach § 35 Abs. 1 BauGB im Außenbereich zulässig sind.

In Vorrang- und Eignungsgebieten Windenergienutzung sollen Höhenbegrenzungen nicht festgelegt werden.

Soweit in einem Teilraum raumbedeutsame Einzelanlagen für die Windenergienutzung außerhalb von Vorrang- und von Eignungsgebieten Windenergienutzung errichtet und deren Standorte für Repowering-Maßnahmen nicht raumverträglich sind, sollen im Einvernehmen mit den betroffenen Gemeinden, Grundeigentümern und Projektbetreibern in den Regionalen Raumordnungsprogrammen geeignete, zusätzliche Vorrang- oder Eignungsgebiete Windenergienutzung ausschließlich für Repowering-Maßnahmen festgelegt werden.

Ziel: Für die zusätzlichen Vorrang- oder Eignungsgebiete Windenergienutzung, die nur für Repowering-Maßnahmen genutzt werden sollen, ist der Abbau von Altanlagen in einem raumordnerischen Vertrag zwischen dem Träger der Regionalplanung, den Standortgemeinden, den Grundeigentümern und den Rechteinhabern der Altanlagen näher festzulegen.

Grundsatz: Wald soll wegen seiner vielfältigen Funktionen, insbesondere wegen seiner klimaökologischen Bedeutung, nicht für die Nutzung von Windenergie in Anspruch genommen werden. Flächen innerhalb des Waldes können für Windenergienutzung nur dann in Anspruch genommen werden, wenn weitere Flächenpotenziale weder für neue Vorrang- noch für neue Eignungsgebiete im Offenland zur Verfügung stehen und es sich um mit technischen Einrichtungen oder Bauten vorbelastete Flächen handelt.

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 Landesziel für den Ausbau der Windenergie

Das Landesziel von 20 GW installierter Leistung (bis 2050) entspricht 1,4 % der Landesfläche; daraus abgeleitet: (unverbindliche) Orientierungswerte für die Träger der Regionalen Raumordnung zum jeweiligen Planungsraum)

3.2 Regionalebene

Planungsträger

Niedersachsen untergliedert sich in 38 Landkreise und acht kreisfreie Städte. Für die Aufstellung der Regionalpläne, die in Niedersachsen "Regionale Raumordnungsprogramme" (RROP) heißen, sind die Landkreise, die kreisfreien Städte, die Region Hannover sowie der Zweckverband Großraum Braunschweig zuständig. Der Zweckverband Großraum Braunschweig umfasst die kreisfreien Städte Braunschweig, Salzgitter und Wolfsburg sowie die Landkreise Gifhorn, Goslar, Helmstedt, Peine und Wolfenbüttel.

  • Gemeinsame Arbeitshilfe des Niedersächsischen Landkreistages und des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zum Thema „Regionalplanung und Windenergie" (Stand: 15.11.2013)

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Windenergieerlass

Für die Träger der Regionalplanung und der Bauleitplanung dient der Windenergieerlass als Orientierungshilfe zur Abwägung (siehe Punkt 4)

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Instrumente der Regionalplanung

  • Vorranggebiete mit Ausschlusswirkung (Vorranggebiete mit der gleichzeitigen Wirkung von Eignungsgebieten gemäß § 8 Abs. 7 Satz 2 Raumordnungsgesetz) oder
  • Vorranggebiete Windenergienutzung ohne Ausschlusswirkung oder
  • Eignungsgebieten in Kombination mit Vorranggebieten
    Quelle: Abschnitt 2.3 Windenergieerlass (siehe auch Punkt 4)

4. Planung und Genehmigung

Die zuständigen Genehmigungsbehörden für die Errichtung und den Betrieb von Windkraftanlagen sind die Landkreise, die kreisfreien Städte und die Großen Selbstständigen Städte (§ 1 i.V.m. Nr. 8.1 a) Anlage 1 Verordnung über Zuständigkeiten auf den Gebieten des Arbeitsschutz-, Immissionsschutz-, Sprengstoff-, Gentechnik- und Strahlenschutzrechts sowie in anderen Rechtsgebieten (ZustVO-Umwelt-Arbeitsschutz)). Diese nehmen ebenfalls die Aufgaben der unteren Naturschutzbehörden im übertragenen Wirkungskreis wahr.

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Erlasse

Windenergieerlass

Der Windenergieerlass soll dazu dienen, den weiteren Ausbau der Windenergienutzung sowohl umwelt- und sozialverträglich als auch wirtschaftlich zu gestalten, das Konfliktpotential zu minimieren und den Rechtsrahmen aufzuzeigen. Der Erlass ist für die Immissionsschutz- und Bauaufsichtsbehörden, Naturschutzbehörden oder sonstige nachgeordnete Behörden bei der Genehmigung und Überwachung von Windenergieanlagen verbindlich. Für die Träger der Regionalplanung und der Bauleitplanung dient der Windenergieerlass als Orientierungshilfe zur Abwägung.

Der Windenergieerlass wurde am 24. Februar 2016 im Nds. Ministerialblatt veröffentlicht und ist am 25. Februar 2016 in Kraft getreten.

Leitfaden „Umsetzung des Artenschutzes bei der Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen in Niedersachsen“

Der Leitfaden konkretisiert die im Windenergieerlass dargestellten Anforderungen und Pflichten in Bezug auf den Artenschutz und ist von den Naturschutzbehörden verbindlich anzuwenden.

5. Windenergie und Naturschutz

Leitfaden „Umsetzung des Artenschutzes bei der Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen in Niedersachsen“

Der Leitfaden konkretisiert die im Windenergieerlass dargestellten Anforderungen und Pflichten in Bezug auf den Artenschutz und ist von den Naturschutzbehörden verbindlich anzuwenden.

6. Windenergie im Wald

Wald soll nach einem Grundsatz im LROP wegen seiner vielfältigen Funktionen, insbesondere wegen seiner klimaökologischen Bedeutung, nicht für die Nutzung der Windenergie in Anspruch genommen werden. Flächen innerhalb des Waldes können für Windenergienutzung nur dann in Anspruch genommen werden wenn

  • weitere Flächenpotenziale weder für neue Vorrang- noch für neue Eignungsgebiete im Offenland zur Verfügung stehen und
  • es sich um mit technischen Einrichtungen oder Bauten vorbelastete Flächen handelt. Vorbelastungen dieser Art finden sich gemäß Begründung zum LROP regelmäßig bei Waldflächen im Bereich von

    • Industrie- und Gewerbeflächen und -brachen,
    • Bergbaufolgelandschaften (Halden, Zechengelände),
    • abgeschlossenen Deponieflächen sowie sonstigen anthropogenen Ablagerungen und Aufschüttungen,
    • erschöpften Rohstoffabbauflächen,
    • Kraftwerksgeländen, Großsilos, Raffinerien usw.,
    • aufgegebenen Gleisgruppen,
    • Altlastenstandorten,
    • Munitionsdepots, Munitionsabfüllanstalten, Bunkeranlagen und sonstigen Konversionsflächen,
    • sonstigen infrastrukturell genutzten Sonderstandorten (z. B. Teststrecken, großflächigen Kreuzungsbauwerken).

In besonderen Einzelfällen sind weitere Vorbelastungssituationen i. S. dieser Regelung denkbar, die eine Abweichung von obigem Grundsatz rechtfertigen können. Windwurf, Waldbrand, Schneebruch und Schädlingskalamitäten stellen dagegen natürliche Schadensereignisse dar, die über waldbauliche Maßnahmen im Rahmen ordnungsgemäßer Forstwirtschaft behoben werden können.

Quelle: Kapitel 2.15 Windenergieerlass

7. Windenergie und Beteiligung

Im Rahmen des von der Landesregierung eingerichteten Runden Tisches Energiewende wurden/werden ein breites Spektrum von gesellschaftlichen Organisationen und Unternehmen an der Diskussion über die Energiepolitik des Landes beteiligt.

Die Erstellung eines „Integrierten Energie- und Klimaschutzprogrammes Niedersachsen“ (IEKN) erfolgt unter Beteiligung der Mitglieder des Runden Tisches und zahlreicher weiterer Einrichtungen, wie beispielsweise Behörden oder Klimaschutzagenturen.

Die Erarbeitung des Windenergieerlasses und des Leitfadens zum Artenschutz erfolgte ebenfalls unter breiter Beteiligung in einem offenen und transparenten Dialog mit den Kommunalen Spitzenverbänden, Verbänden und Vertretern der Windenergiebranche, Vertretern von Naturschutzverbänden und weiteren externen Akteuren. Die vielfältigen Akteure wirkten in einem eigens eingerichteten Dialogforum bei der Erarbeitung beratend mit; zudem erfolgte eine förmliche Verbändebeteiligung. Erlass und Leitfaden sollen künftig in gleichartiger Beteiligungsweise regelmäßig evaluiert und fortgeschrieben werden.

8. Beratungs- und Vernetzungsstrukturen

Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen GmbH ist eine Einrichtung des Landes Niedersachsen. Sie dient in den Bereichen Energieeffizienz, Energieeinsparung und erneuerbare Energien als Ansprechpartner für Kommunen, Fachverbände, lokale Energieagenturen und für weitere Akteure. Darüber hinaus führt die Klimaschutz-und Energieagentur seit dem 1. Januar 2016 den bisher von der Landesinitiative Energiespeicher und –systeme betreuten Aufgabenbereich „Speichersysteme und andere Flexibilitätsoptionen zur dezentralen Energieversorgung“ weiter.

Das Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz* hat 2016 die Gründung eines Netzwerks Bürgerenergiegesellschaften Niedersachsen initiiert. Mit diesem soll neben dem Informationsaustausch auch die Weiterentwicklung vor allem kleinerer (überwiegend ehrenamtlicher) Bürgerenergiegesellschaften und Energiegenossenschaften gefördert werden, da diese Potentiale im Rahmen der dezentralen Energieversorgung nicht ausreichend ausgeschöpft werden.

* Das „Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz“ wurde in „Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz“ umbenannt.

Der Oldenburger Energiecluster OLEC e. V. ist das größte technologieübergreifende Energienetzwerk im Nordwesten Deutschlands. Der Verein versteht sich als Dialogplattform für die Energiewende in Niedersachen.

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Weitere Akteure

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Kommunale Spitzenverbände

9. Fördereinrichtungen, Fonds, Banken, andere Träger

  • Die Investitions- und Förderbank Niedersachsen – NBank ist der zentrale Ansprechpartner für alle relevanten Förderprogramme der Europäischen Union, des Bundes, des Landes und der Kommunen.

  • Die Förderdatenbank des Bundes gibt einen umfassenden und aktuellen Überblick über die Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union. Das Fördergeschehen wird unabhängig von der Förderebene oder dem Fördergeber nach einheitlichen Kriterien und in einer konsistenten Darstellung zusammengefasst.

10. Bildung und Forschung

Forschungszentren

  • Der Forschungsverbund Windenergie (FVWE) ist eine Länder und Institutionen übergreifende Forschungsallianz von ForWind - Zentrum für Windenergieforschung der Universitäten Oldenburg, Hannover und Bremen, des Fraunhofer IWES Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik Nordwest sowie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).

  • ForWind, das Zentrum für Windenergieforschung der Universitäten Oldenburg, Hannover und Bremen, verbindet wissenschaftliches Know-how mit industrienaher Forschung. Auf dem Gebiet der Windenergieforschung bündelt ForWind die Kompetenzen der drei Universitäten und ist versierter Ansprechpartner für die Industrie.

  • Das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) mit Projektgruppen in Hamburg, Bremerhaven, Bremen, Oldenburg, Hannover und Bochum hat sich ganz der Windenergie verschrieben und beschäftigt sich mit den physikalischen und ingenieurswissenschaftlichen Aspekten der Windenergieerzeugung und –nutzung. Es fördert und betreibt international vernetzt anwendungsorientierte Forschung zum unmittelbaren Nutzen für die Wirtschaft und zum Vorteil für die Gesellschaft.

  • Die Forschungsplattform ProWind (Platform for Research On Windenergy) ist eine Kooperation zwischen der Universität Oldenburg und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zur Errichtung einer Forschungsplattform mit zwei Windenergieanlagen.

  • Das Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN) ist eine wissenschaftliche Einrichtung der Technischen Universität Clausthal in Kooperation mit den Universitäten Braunschweig, Göttingen, Hannover und Oldenburg mit Sitz in Goslar. Es widmet sich Fragestellungen der gesamten Energiegewinnungs- und Energieverwertungskette, u.a. auch der Windenergieforschung. An der Technische Universität Clausthal ist eine institutsübergreifende Arbeitsgruppe „Windenergie“ aktiv.

  • Dienstleistungen rund um die Nutzung der Windkraft bilden den Schwerpunkt der Tätigkeit des DEWI. Diese werden in 47 Staaten weltweit angeboten. DEWI verbindet technische Expertise mit langjähriger Branchenerfahrung und bietet umfassende globale Dienstleistungen für Anlagen- od. Komponentenhersteller, Projektentwickler, Energieversorger und anderen Unternehmen im Bereich der Erneuerbaren an.

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 Hochschulen

  • Vier Universitäten, die zu den führenden Einrichtungen der Windenergie- und Offshore-Forschung gehören, haben den neuen Erasmus Mundus Master "European Wind Energy Master (EWEM)" ins Leben gerufen. Zu diesen Einrichtungen gehört u. a. die Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg. In Zusammenarbeit mit der Universität wird das weiterbildende Studium „Windenergietechnik und –management“ angeboten.

  • Die Hochschule Hannover bietet die Studiengänge „Elektrische Energiesysteme und Elektromobilität“, „Nachwachsende Rohstoffe und Erneuerbare Energien“ und „Verfahrens-, Energie- und Umwelttechnik“ an.

  •  An der Hochschule Osnabrück ist es möglich sich für die Studiengänge „Erneuerbare Energien“ und „Wirtschaftsingenieurwesen – Energiewirtschaft“ zu bewerben.

  • An der Technischen Universität Clausthal ist es u. a. möglich, die Studiengänge „Energie und Rohstoffe“, „Energietechnologien“ und „Energiesystemtechnik“ zu studieren.

11. Windenergiestatistik

Installierte elektrische Leistung Windenergie an Land

  • 2015: 8.453 MW, davon 6 MW im Wald
  • 2016: 9.228 MW, davon 6 MW im Wald
  • 2017: 10.443 MW, davon 6 MW im Wald

Quelle:www.foederal-erneuerbar.de; WEA im Wald: eigene Erhebung

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Anzahl der Windenergieanlagen an Land

  • 2015: 5.736 Anlagen, davon 3 im Wald
  • 2016: 5.854 Anlagen, davon 3 im Wald
  • 2017: 6.197 Anlagen, davon 3 im Wald

Quelle: www.foederal-erneuerbar.de; WEA im Wald: eigene Erhebung

Auf windguard.de werden auch Halbjahreszahlen veröffentlicht.

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Weitere Daten unter:

12. Wirtschaftliche Strukturen, Entwicklungen und Arbeitsmarkt

Fakten zur Windbranche

  • Bruttowertschöpfung: ca. 3 Mrd. Euro (2012)

Weitere Informationen:

13. Weitere Informationen

* Das „Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz“ wurde in „Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz“ umbenannt.

Letzte Aktualisierung: Oktober 2018