Thüringen (TH)

Thüringen hat eine Fläche von 16.202 km² und gehört damit zu den kleineren Bundesländern. Die rund 2,2 Millionen Einwohner verteilen sich im Durchschnitt auf 134 Einwohner pro km².

Die Landesregierung setzt sich seit 2014 aus den Linken, SPD und Bündnis 90/Grüne zusammen. Bodo Ramelow (Die Linke) ist seit 2014 Ministerpräsident.

Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf lag im Jahr 2017 bei 28.136 €.

Der Anteil der landwirtschaftlichen Fläche an der Gesamtfläche belief sich im Jahr 2015 auf 54,5 Prozent, die forstwirtschaftliche Fläche auf 32,6 Prozent.

Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik 2018

1. Energiepolitische Programmatik

Koalitionsvertrag (2014-2019)

Auszug windenergierelevanter Passagen

Präambel

„Klimaschutz und Energiewende: Wir nehmen unsere Verantwortung für den Klimaschutz ernst und wollen, dass Thüringen seinen Energiebedarf mittelfristig zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien decken kann. Dazu wollen wir die Energiegewinnung durch Windkraft ausbauen. Wir werden bis 2015 unter intensiver Einbeziehung der Kommunen eine Energiestrategie 2040 erarbeiten."

Energie- und Klimaschutzstrategie: Windenergie

„Der Ausbau der Windkraft soll in Thüringen durch wirksame Instrumente der Flächenausweisung vorangetrieben werden. Das Ziel besteht in einer Verdreifachung der Windenergienutzung von derzeit rund 0,3 auf 1 Prozent der Fläche Thüringens.

Dazu werden wir einen Windenergieerlass zur Erreichung dieses Ziels für die regionalen Planungsgemeinschaften verabschieden und die Voraussetzungen für den Ausbau von Windkraftanlagen im Wald schaffen.

Außerdem werden wir den Regionalen Planungsgemeinschaften eine Potenzialanalyse an die Hand geben, die sie bei der Ausweisung von Vorranggebieten unterstützt. Wir beteiligen uns an Initiativen, Windparks arten- und naturschutzgerechter zu entwickeln. Es soll hinsichtlich des Lärmschutzes jeweils der aktuelle Stand der Technik zur Anwendung kommen.

In Nationalparks, Kern- und Pflegezonen von Biosphärenreservaten, Naturschutzgebieten, und Gebieten des Netzwerks Natura 2000 wird auch weiterhin keine Windenergie erzeugt werden.

Wir wollen die Akzeptanz der Windenergie verbessern und wollen, dass Anwohner und Kommunen künftig direkt an den Erlösen neuer Windkraftanlagen beteiligt werden“.

Ressortübergreifende Abstimmung bei der Landesentwicklung / Landesplanung (Kapitel 7.)

„Bei der Fortschreibung der Regionalpläne soll der Teil Energie – soweit möglich – vorgezogen werden, um den kontinuierlichen Ausbau der Windenergie sicherzustellen."

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Klimaschutzgesetz und Integrierte Energie- und Klimaschutzstrategie

Laut Koalitionsvertrag soll mit einem Klimaschutzgesetz die Energie- und Klimapolitik im Freistaat mit verbindlichen Zielen und Zwischenzielen neu ausgerichtet werden.

Die Thüringer Landesregierung hat im Dezember 2017 den Entwurf des Thüringer Klimagesetzes (Thüringer Gesetz zum Klimaschutz und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels) beschlossen. Mit dem Gesetz will das Land einen verbindlichen langfristigen Rahmen für die Klima- und Energiepolitik des Landes schaffen. Das Gesetz soll die hohe Priorität der Klimapolitik verdeutlichen, für Verbindlichkeit sorgen, Ziele festlegen und einen Rahmen schaffen, um diese zu erreichen. So soll der Ausstoß von Treibhausgasen in Thüringen im Vergleich zu 1990 bis zum Jahr 2030 um 60 bis 70 Prozent, bis zum Jahr 2040 um 70 bis 80 Prozent und bis zum Jahr 2050 um 80 bis 95 Prozent verringert werden. Dabei soll das Erreichen der jeweils maximalen Emissionsreduktion für das Land handlungsleitend sein. Bis zum Jahr 2040 soll Thüringen darüber hinaus seinen eigenen Energiebedarf bilanziell durch einen Mix aus erneuerbaren Energien selbst decken können. Im Gesetzentwurf ist ebenfalls verankert, dass für die Nutzung der Windenergie ein Prozent der gesamten Landesfläche bereitgestellt wird. Zentraler Partner in Sachen Klimaschutz sind die Thüringer Kommunen. Das Klimagesetz soll dazu beitragen die kommunalen Aktivitäten weiter zu stärken. Die Landesregierung sichert Unterstützung zu, u. a. beim Erstellen und Fortschreiben kommunaler Klimaschutzstrategien.

Untersetzt wird das Klimagesetz durch eine „Integrierte Energie- und Klimaschutzstrategie“, welche konkrete Maßnahmen enthalten soll, die zur Erreichung der Energie- und Klimaschutzziele beitragen. Hierzu hat 2017 ein Dialogprozess stattgefunden. Der aus diesem hervorgegangene Abschlussbericht ist Grundlage für die zu erarbeitende Energie- und Klimaschutzstrategie.

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Flächenziel für die Ausweisung von Raumordnungsgebieten

2. Fachliche Grundlagen

Gutachten: Ermittlung von Präferenzräumen für die Windenergienutzung in Thüringen

Ziel der Untersuchung ist es, die Fortschreibung der Regionalpläne in Bezug auf die Vorranggebiete Windenergie mit der Wirkung von Eignungsgebieten fachlich zu unterstützen. Die Untersuchung umfasst ein flächendeckendes Windenergiekonzept unter besonderer Berücksichtigung der Windressourcen. Im Ergebnis werden Präferenzräume ermittelt, welche sich zur Ausweisung neuer bzw. Änderung bestehender Windvorranggebiete eignen.

Die Untersuchung von Anfang 2015 wurde im November 2015 ergänzt, wobei einige bisher nicht betrachtete Räume in Schutzgebieten der Kategorien Naturpark, Biosphärenreservat und EU-Vogelschutzgebiet sowie in naturnahen Wäldern zusätzlich erfasst wurden.

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Studie: Neue Energie für Thüringen (Ergebnisse der Potenzialanalyse)

Die Studie zeigt auf, wo Potenziale der erneuerbaren Energien in Thüringen verortet sind. Durch die Aufgliederung nach den einzelnen Planungsregionen und Kommunen sowie den einzelnen erneuerbaren Energieträgern können regionale und lokale Energiekonzepte erarbeitet werden.

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Kurzgutachten zur  Untersuchung „Windenergieausbau in Thüringen“

Das Kurzgutachten überprüft die von einer Bürgerinitiative in Auftrag gegebene Untersuchung zum Windenergieausbau in Thüringen. Die in der Untersuchung enthaltenen Thesen und Schlussfolgerungen werden im Rahmen des Gutachtes anhand aktueller Berechnungen und Ausbauszenarien überprüft.

3. Zuständigkeiten und rechtlicher Rahmen

siehe 3.1 (Landesebene) und 3.2 (Regionale Ebene)

3.1 Landesebene

Landesministerien

Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz - Beethovenstraße 3 - 99096 Erfurt

Das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz ist die oberste Landesbehörde für die Bereiche Naturschutz, Nachhaltiges Leben, Klima, Wasser, Umweltschutz und Energie.

Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft - Werner-Seelenbinder-Straße 8 - 99096 Erfurt

Das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft ist als oberste Landesplanungsbehörde für die Raumordnung und Landesplanung zuständig. Neben der Zuständigkeit für Städte- und Wohnungsbau, Verkehr, Landwirtschaft und den ländlichen Raum ist es oberste Forstbehörde.

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Landesentwicklungsprogramm (LEP)

Das Landesentwicklungsprogramm (LEP) stellt das Gesamtkonzept für die räumliche Entwicklung des Landes Thüringen und seiner Teilräume dar. Es beinhaltet textliche und zeichnerische Aussagen zur Entwicklung, Ordnung und Sicherung des Raumes sowie entsprechende Begründungen. Im LEP sind ebenfalls Vorgaben für die Regionalpläne enthalten.

Auf der Ebene des Landes Thüringen wird die Landesplanung durch das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft wahrgenommen.

Das geltende Landesentwicklungsprogramm Thüringen 2025 (LEP 2025) ist seit 5. Juli 2014 in Kraft.

Windenergierelevante Auszüge aus dem LEP 2025

„Die Potenziale der erneuerbaren Energien (Windenergie, Solarenergie, Biomasse, Erdwärme, Wasserkraft) sollen verstärkt und vorrangig erschlossen und genutzt werden. Voraussetzungen für den weiteren Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energieträger sollen an geeigneten Stellen geschaffen werden."

„Die Stromerzeugung mittels Windenergieanlagen erfolgt effektiv an windhöffigen Standorten."

„In Thüringen soll der Ausbau der Windenergienutzung den landschaftsgebundenen, naturräumlichen und siedlungsstrukturellen Gegebenheiten Rechnung tragen."

„In den Regionalplänen sind zur Konzentration der raumbedeutsamen Windenergienutzung und zur Umsetzung der regionalisierten energiepolitischen Zielsetzungen Vorranggebiete Windenergie auszuweisen, die zugleich die Wirkung von Eignungsgebieten haben. Dabei ist für die Windenergienutzung eine Höhenbeschränkung als Ziel der Raumordnung zulässig, soweit dies zum Schutz der Belange der Raumordnung erforderlich ist."

„In den Regionalplänen sollen zur stärkeren Konzentration der raumbedeutsamen Windenergieanlagen und zur Effektivitätssteigerung Vorranggebiete „Repowering Windenergie“ als nicht substanzieller Teil des Gesamtkonzepts für die Nutzung der Windenergie bestimmt werden. Diese Gebiete sollen nur für Repoweringprozesse zur Verfügung stehen. Insofern können die Vorranggebiete „Repowering Windenergie“ nur bei vorherigem bzw. gleichzeitigem Abbau von Anlagen an anderer Stelle in Anspruch genommen werden. Die durchschnittliche installierte Leistung pro Windenergieanlage in Thüringen zum Zeitpunkt der Planung soll innerhalb der Vorranggebiete „Repowering Windenergie“ deutlich überschritten werden."

Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr: Landesentwicklungsprogramm Thüringen 2025 (LEP 2025) – Thüringen im Wandel (05.07.2014)

3.2 Regionalebene

Planungsträger

Träger der Regionalplanung sind die Planungsgemeinschaften für die vier Planungsregionen Nordthüringen, Mittelthüringen, Südwestthüringen und Ostthüringen (§§ 5, 13 Abs. 2, 3, 14 Thüringer Landesplanungsgesetz (ThürLPlG)). Die Planungsgemeinschaften bestehen aus den Landkreisen, kreisfreien Städten und kreisangehörigen Gemeinden, die im Landesentwicklungsprogramm als Mittelzentrum ausgewiesen sind.

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Instrumente der Regionalplanung

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Regionalpläne

In Thüringen gibt es vier Planungsregionen, die alle über einen Regionalplan verfügen.

Regionale Planungsgemeinschaft Nordthüringen

  • Regionalplan Nordthüringen (seit Oktober 2012 in Kraft)
  • Infolge der Fortschreibung des Landesentwicklungsprogrammes Thüringen ist die Änderung des Regionalplanes Nordthüringen erforderlich geworden. Diese wurde am 25. März 2015 beschlossen und damit das Änderungsverfahren eingeleitet.

Regionale Planungsgemeinschaft Mittelthüringen

  • Regionalplan Mittelthüringen (seit August 2011 in Kraft)
  • Die Regionale Planungsgemeinschaft Mittelthüringen hat am 18. März 2015 den Beschluss zur Änderung des Regionalplanes Mittelthüringen einschließlich der damit verbundenen Planungsabsichten gefasst.

  • Der 1. Senat des Thüringer Oberverwaltungsgerichts hat mit einem am 27. Mai 2015 verkündeten Urteil festgestellt, dass der Regionalplan Mittelthüringen unwirksam ist, soweit er Vorranggebiete für Windenergie festlegt und gleichzeitig vorsieht, dass außerhalb dieser Vorranggebiete größere (sog. raumbedeutsame) Windenergieanlagen nicht zulässig sind.

  • Am 14. Januar 2016 erfolgte der Beschluss zur Freigabe des Entwurfes des Sachlichen Teilplanes „Windenergie“ für die Beteiligung gemäß § 3 ROG i.V.m. § 3 ThürLPlG. Das Beteiligungsverfahren zum 2. Entwurf des Sachlichen Teilplanes „Windenergie“ erfolgte vom 09. Oktober 2017 bis einschließlich 11. Dezember 2017.

Regionale Planungsgemeinschaft Südwestthüringen

  • Regionalplan Südwestthüringen (seit Mai 2011 und Teil 3.2.2 Vorranggebiete Windenergie und Erste Änderung bezüglich der Ausweisung von Vorranggebieten Windenergie seit Juli 2012 in Kraft)
  • Infolge der o.g. Fortschreibung des Landesentwicklungsprogrammes Thüringen ist die Änderung des Regionalplanes erforderlich geworden. Diese wurde am 17. März 2015 beschlossen und damit das Änderungsverfahren eingeleitet.

Regionale Planungsgemeinschaft Ostthüringen

  • Die Festlegung von Vorranggebieten Windenergie mit der Wirkung von Eignungsgebieten im Regionalplan Ostthüringen, Nr. 3.2.2, Ziel Z 3-6 wurde für unwirksam erklärt (ThürOVG, Urteil vom 08.04.2014 – 1 N 676/12, bestätigt durch BVerwG, Beschluss vom 09.02.2015 – 4 BN 20/14).
  • Am 4. März 2016 erfolgte der Beschluss zur Freigabe des Entwurfes des Abschnitts 3.2.2 Vorranggebiete Windenergie für die Beteiligung gemäß § 3 ROG i.V.m. § 3 ThürLPlG. Das Beteiligungsverfahren zum Entwurf des Abschnitts 3.2.2 Vorranggebiete Windenergie erfolgte vom 9. Mai 2016 bis einschließlich 12. Juli 2016.

4. Planung und Genehmigung

Zuständigkeiten

Wird eine Genehmigung für 20 oder mehr Windenergieanlagen eines Vorhabenträgers beantragt (Anlagen nach Nr. 1.6.1 des Anhanges 1 der Vierten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über genehmigungsbedürftige Anlagen - 4. BImSchV)), ist nach § 3 Abs. 1 der Thüringer Verordnung zur Regelung von Zuständigkeiten und zur Übertragung von Ermächtigungen auf den Gebieten des Immissionsschutzes und des Treibhausgas-Emissionshandels (ThürBImSchGZVO) das Thüringer Landesverwaltungsamt (TLVwA) zuständig. In allen anderen Fällen (Anlagen nach Nr. 1.6.2 des Anhanges 1 der 4. BImSchV) sind die Landkreise und die kreisfreien Städte für die Erteilung der Genehmigung nach § 2 Abs. 1 ThürBImSchGZVO zuständig. In den Fällen in denen der Landkreis bzw. die kreisfreie Stadt selbst Antragsteller ist oder über ein privatrechtliches Unternehmen am Antragsteller beteiligt ist, ist auch das TLVwA zuständige Genehmigungsbehörde.

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Windenergieerlass

Der Erlass berücksichtigt die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen nach der Rechtsprechung der Verwaltungsgerichte. Er ermöglicht den Planungsgemeinschaften, in einem umfassenden und ausgewogenen Abwägungsprozess aller Belange die Voraussetzungen dafür zu schaffen, ein Prozent der Landesfläche für Windenergie zu nutzen. Kern des Erlasses ist eine Übersicht über harte und weiche Tabuzonen.

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Erlass zur Einführung des Avifaunistischen Fachbeitrags zur Genehmigung von Windenergieanlagen in Thüringen

Der Fachbeitrag der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) stellt den bei der Errichtung von WEA relevanten Akteuren einen Leitfaden zur Verfügung. Gleichzeitig sollen auch die verantwortlichen Behörden unterstützt und entlastet werden. Die zuvor angewandten Abstandsempfehlungen wurden in diesem Erlass zusammengeführt.

5. Windenergie und Naturschutz

Avifaunistischer Fachbeitrag zur Genehmigung von Windenergieanlagen (WEA) in Thüringen

Die bei Errichtung und Betrieb von Windenergieanlagen in Thüringen zu beachtenden naturschutzrechtlichen Vorgaben für Vögel zur Umsetzung des Artenschutzes bei Genehmigungsverfahren werden in dieser Veröffentlichung erfasst.

Empfehlungen zur Berücksichtigung des Vogelschutzes bei der Abgrenzung von Vorranggebieten für die Windenergienutzung

In dem Fachbeitrag werden Kriterien hergeleitet, die Vorgaben für den Planungs- und Abwägungsprozess in Bezug auf die Avifauna operationalisieren. Im Mittelpunkt steht dabei die Minimierung von Konflikten zwischen den Anforderungen des Artenschutzes nach § 44 BNatSchG und dem gewünschten Ausbau der Windenergie auf Ebene der Regionalplanung.

Arbeitshilfe zur Berücksichtigung des Fledermausschutzes bei der Genehmigung von Windenergieanlagen (WEA) in Thüringen

Die Arbeitshilfe beinhaltet fachlich begründete Methodenstandards, um artenschutzrechtliche Verbotstatbestände eindeutig identifizieren und bewerten zu können. Sie unterstützt Antragsteller, Gutachter und Genehmigungsbehörden und stellt Grundlagen für die einheitliche Abarbeitung der artenschutzrechtlichen Belange von Fledermäusen bei der Genehmigungsplanung von Windenergieanlagen in Thüringen dar.

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Broschüre „Unsere Besten“ – Acht erfolgreiche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für Windenergieanlagen in Thüringen

Die Broschüre zeigt anhand von bereits realisierten Projekten aus Thüringen, welche Vielfalt an Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen existiert und welchen Mehrwert die Gemeinden davon haben.

  • Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA): Unsere Besten! (April 2017)

6. Windenergie im Wald

In Thüringen war bis 2014 die Inanspruchnahme von Wäldern für die Windenergienutzung regionalplanerisch ausgeschlossen. Die amtierende Landesregierung vereinbarte 2014 im Koalitionsvertrag, die Voraussetzungen für den Bau von Windenergieanlagen im Wald im Rahmen eines Windenergieerlasses zu schaffen. Der 2016 verabschiedete Windenergieerlass verdeutlicht, dass die Errichtung von Windenergieanlagen im Wald nicht grundsätzlich ausgeschlossen ist und bezieht sich dabei auf die jüngere Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts sowie des Thüringer Oberverwaltungsgerichts. Im Erlass werden nach § 9 Abs. 1 Thüringer Waldgesetz ausgewiesene Schutz- und Erholungswälder als harte Tabuzonen für die Windenergienutzung eigestuft. Ferner wird im Erlass vorgeschlagen, solche Wälder als weiche Tabuzone für die Windenergienutzung zu kategorisieren, denen durch die amtliche Waldfunktionskartierung bestimmte hervorgehobene Waldfunktionen (z.B. Wald mit Bodenschutzfunktion, wissenschaftliche Versuchsflächen) zugeordnet wurden.

Mit der Veröffentlichung des ersten Entwurfs der künftigen Vorranggebiete für die Windenergienutzung im Regionalplan Ostthüringen im März 2016, waren die Ziele der Regionalplanung so hinreichend definiert, dass auf dieser Basis eine Genehmigung für die ersten zwei Wald-Windräder erteilt werden konnte. Die Anlagen gingen 2017 in Betrieb.

7. Windenergie und Beteiligung

Leitfäden und Broschüren

Broschüre: „Mit Wind gewinnen - Handlungsempfehlungen aus der Praxis: Wie Städte und Gemeinden erfolgreich Windkraft-Projekte umsetzen“

Die Broschüre beschreibt den Status quo der Windenergie in Thüringen und gibt praktische Informationen, die sich mit den planerischen und rechtlichen Grundlagen der Windenergie  beschäftigen. Auch wird anhand von Modellen dargestellt, wie sich die Einnahmen aus erneuerbaren Energien in der Region konzentrieren lassen.

Leitfaden: "Die Energiewende vor Ort selbst gestalten – Leitfaden zur Bürgerbeteiligung bei Erneuerbaren Energien in Thüringen"

Der Leitfaden zeigt konkret auf, wie erneuerbare Energien mit zivilgesellschaftlichem Engagement umgesetzt werden können und welche beispielgebenden Vorhaben es in Thüringer Städten und Gemeinden dafür gibt.

 „Die Energiewende vor Ort selbst gestalten -  Bürgerenergie in Thüringen“

Die Broschüre informiert über den Stand der Bürgerenergie in Thüringen und veranschaulicht praxisnah, welche zukunftsweisenden Wege in dem Bundesland beschritten werden, welche Methoden dabei zum Einsatz kommen und welche Erfolgsfaktoren zum Gelingen der einzelnen Projekte beitragen.

Leitfaden „Energie von Bürgern. Für Bürger. Wie Bürger und Kommunen von der Energiewende profitieren“

Der Leitfaden richtet sich an Kommunen und liefert Informationen, die diese bei der Gründung von Bürgerenergieanlagen unterstützen sollen. Angesprochen sind zudem Bürger vor Ort, denen der Leitfaden einen Überblick und Hilfe für ihr eigenes Engagement bieten will.

8. Beratungs- und Vernetzungsstrukturen

  • Die Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA) ist die zentrale Landeseinrichtung für die Koordination und Beratung von Energie- und Klimaschutzprojekten für die öffentliche Hand, Unternehmen, Land- und Forstwirtwirtschaftsbetrieben und Bürgerinnen und Bürgern.

  • Bei der ThEGA wurde im Auftrag der Thüringer Landesregierung die „Servicestelle Windenergie“ aufgebaut. Sie soll durch ihr unabhängiges und kostenfreies Beratungs- und Informationsangebot dazu beitragen, dass Kommunen und Bürgerenergiegenossenschaften vom Ausbau der Windkraft profitieren. Außerdem vergibt die Servicestelle die Zertifizierung „Partner für faire Windenergie Thüringen“ an Windenergieanlagenbauer und -projektierer, die sich um die faire Beteiligung von Bürgern und Kommunen sowie einen transparenten Planungsprozess bemühen.

  • Das Thüringer Erneuerbare Energien Netzwerk (ThEEN) e.V. ist ein Kompetenznetzwerk für Unternehmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie Kommunen im Bereich erneuerbare Energien.

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Weitere Akteure

  • Der BürgerEnergie Thüringen e.V. (BETh e.V.) ist der Dachverband der Thüringer Energiegenossenschaften und dient der Vernetzung der in Thüringen aktiven Energiegenossenschaften.

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 Kommunale Spitzenverbände

9. Fördereinrichtungen, Fonds, Banken, andere Träger

  • Die Förderdatenbank des Bundes gibt einen umfassenden und aktuellen Überblick über die Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union. Das Fördergeschehen wird unabhängig von der Förderebene oder dem Fördergeber nach einheitlichen Kriterien und in einer konsistenten Darstellung zusammengefasst.



10. Bildung und Forschung

  • Das Institut für Regenerative Energietechnik (in.RET) der Hochschule Nordhausen hat neben der Weiterentwicklung und Optimierung von Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien auch die Systemintegration dieser Energien zum Schwerpunkt. Zu den vielfältigen Aufgabenfeldern gehören u.a. gutachterliche Stellungnahmen zu Fragen der Energieversorgung, der regenerativen Energietechnik sowie der Energiepolitik. Zudem zählt der Bachelorstudiengang Regenerative Energietechnik zum Studienangebot der Hochschule Nordhausen.

  • Das Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz (ThINK) arbeitet mit wissenschaftlichem Hintergrund, aber gleichzeitig sehr praxisnah und mit hoher regionaler Kompetenz in Thüringen. Das unabhängige Institut betreibt u.a. im Themenkomplex Erneuerbare Energien Beratung, Forschung und Bildung.



11. Windenergiestatistik

Installierte elektrische Leistung Windenergie an Land 

  • 2015: 1.297 MW
  • 2016: 1.430 MW
  • 2017: 1.577 MW, davon 6 MW im Wald*

Quelle: www.foederal-erneuerbar.de; WEA im Wald: eigene Erhebung

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Anzahl der Windenergieanlagen an Land

  • 2015: 791 Anlagen
  • 2016: 840 Anlagen*
  • 2017: 888 Anlagen*, davon 2 im Wald*

Quelle: www.foederal-erneuerbar.de; WEA im Wald: eigene Erhebung

Auf windguard.de werden auch Halbjahreszahlen veröffentlicht.

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Weitere Daten unter:

12. Wirtschaftliche Strukturen, Entwicklungen und Arbeitsmarkt

Fakten zur Windbranche

Bruttobeschäftigung Windenergie: 2.310 (Stand: 2015)

13. Weitere Informationen

Film

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Flyer

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Publikationen

Letzte Aktualisierung: Oktober 2018